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Elektroschrott-Berge wachsen rasant an.

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    Gefährliche Müllberge

    Nirgendwo wird so viel Elektronik hergestellt wie in Asien. Aber immer mehr Menschen dort wollen sich auch Smartphones oder Waschmaschinen kaufen. Die Folge: Der Elektroschrott-Berg wächst rasant – eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Von Renate Ell

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    In China haben aber selbst die Haushalte auf dem Land statistisch gesehen zwei Smartphones und einen Fernseher. Dort hat sich die Menge an Elektroschrott von 2010 bis 2015 verdoppelt, so eine Studie der United Nations Universität in Bonn.

    Nervenschäden und Krebs

    Der Nachholbedarf ist enorm – allerdings auch bei der Entsorgung. In Indonesien und Thailand etwa werden Kabel im offenen Feuer verbrannt oder Platinen aus Computern in Säurebädern aufgelöst, um an Kupfer und Gold zu kommen. Nerven-, Nieren, Lungenschäden, Krebs, verringerte Fruchtbarkeit sind die Folgen.

    Es fehlt an offiziellen, effizienten Sammelsystemen. China und einige andere Länder beginnen erst, die Abfallflut durch Entsorgung zu kanalisieren, in ärmeren Ländern gibt es nicht einmal solche Versuche. Sie brauchen Unterstützung, fordert Rüdiger Kühr von der United Nations Universität in Bonn.

    "Andererseits muss man aber auch weiterhin auf die Hersteller einwirken, dass die Recyclierbarkeit und die Reparierbarkeit der Geräte auch wesentlich verbessert wird, weil der ökologische Fußabdruck nur auf diese Art und Weise reduziert wird." (Rüdiger Kühr, UN-Universität Bonn)

    Exotische Metalle werden knapp

    Hinzu kommt, dass viele „exotische“ Metalle knapp werden könnten, ohne die moderne Elektronik nicht funktioniert. Indium etwa, das in jedem Touchscreen steckt. Forscher hoffen, dass auch die kleinen Mengen solcher Metalle wirtschaftlich recycelt werden können.

    "Man bekommt das heute raus, was vor 20 Jahren noch nicht möglich war. Und diese Hoffnung ist natürlich auch da, dass man mit diesem Schrott oder Schlacken genauso umgehen kann und auch noch Konzentrationen rausholt, die man heute noch nicht schafft." (Volker Zepf, Universität Augsburg)

    Vielleicht ist es in der Zukunft auch wieder üblich, Geräte so lange zu benutzen, bis sie wirklich kaputt sind und nicht mehr repariert werden können. Wäre das heute so, gäbe es viel weniger Elektro-Schrott, und die Rohstoff-Vorräte würden länger reichen.