Viele kahle Zweige mit einem Vogelnest vor blauem Himmel

Strauch mit Vogelnest in ungeschnittener Hecke

Bildrechte: BR / Ursula Klement
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    Ab 1. März Hecken schneiden verboten - Das müssen Sie wissen

    Ab 1. März Hecken schneiden verboten - Das müssen Sie wissen

    Vom 1. März bis 30. September ist es verboten, Hecken und Sträucher ganz abzusägen oder massiv einzukürzen. Diese Regelung gilt in allen Bundesländern und jedes Jahr aufs Neue. Sie dient dem Vogelschutz.

    Hecken als Sichtschutz im Garten – da kommt es darauf an, dass sie gerade in kleinen Gärten möglichst wenig Raum einnehmen und regelmäßig geschnitten werden. Doch was heißt das zum Beispiel für den Buchfink, der in der Hecke brütet, Schmetterlinge und Käfer? Inwieweit kann der Gartler sie in seinem Pflegeplan berücksichtigen?

    Hecke schneiden: Verbot zum 1. März

    Hecke schneiden ist nicht gleich Hecke schneiden. Man muss unterscheiden:

    • Hecken ganz absägen oder auf den Stock setzen, also auf ca. 30 cm abschneiden darf man nur von Oktober bis Februar. Das bestimmt das Bundesnaturschutzgesetz, die Regelung gilt grundsätzlich für alle Gehölze, das heißt auch für lebende Zäune und einzeln stehende Sträucher. Sie soll brütende Vögel schützen.
    • Die Schnitthecke wieder in Form bringen, den Zuwachs zurückschneiden, damit sie vital bleibt, ist dagegen den ganzen Sommer über erlaubt. Wenn man sich zuvor vergewissert hat, dass in der Hecke kein Vogelnest mit Eiern oder Jungvögeln versteckt sind.
    • Würde man Buchfink, Amseln, Ammern oder andere Vögel bei der Aufzucht stören, darf man nicht einmal einen Formschnitt machen – das steht auch im Bundesnaturschutzgesetz.
    • Damit der Nachbar nicht bei der Siesta aufschreckt, muss man die geltenden Ruhezeiten einhalten. Zumindest dann, wenn man eine elektrische Heckenschere nutzt.

    Beim Heckenschnitt an alle denken – auch an die Insekten

    Dass man es darf, heißt noch nicht, dass es sinnvoll ist. Hecke schneiden heißt manchmal auch Raupen schreddern und Zikadeneier vernichten. Selbst dann, wenn man die gesetzlichen Vorschriften beachtet. Aber es geht auch anders. Denn die Regelung im Bundesnaturschutzgesetz ist auf die Bedürfnisse von Vögeln ausgerichtet, nicht auf den Schutz von Insekten, sagt Wolfgang Weisser, Professor für Terrestrische Ökologie an der Technischen Universität München-Weihenstephan. Er empfiehlt, den Formschnitt erst im Juli zu machen und dann auch nur zurückhaltend.

    Immerhin fressen die Raupen von 68 Schmetterlingsarten zum Beispiel Rotbuchenblätter. Die Blätter der Haselnuss sind zum Beispiel für den Haselblattroller, einen Käfer, und die Haselmaskenzikade lebenswichtig. Auch weitere Käfer, unzählige Blattwespen, Wanzen, Spinnenarten, auch Säugetiere leben in und von Hecken. Deswegen sollte man den Rückschnitt keinesfalls häckseln oder in einen abgeschlossenen Kompostbehälter werfen. Entweder unter die Hecke rechen und damit sowohl Nährstoffkreisläufe schließen als auch den Raupen eine Chance geben, dass sie wieder zurück auf die Zweige können. Oder die Zweige alle in eine Ecke legen, in der sie nicht stören, und dort ein Totholzquartier etablieren.

    Damit die Hecke eine gute Figur macht

    Mitte Juni bis Ende August ist die optimale Zeit, um Schnitthecken zu schneiden. Im Hinblick auf die Form empfehlenswert: Konisch zuschneiden, nicht rechteckig.

    Der Grund: Sind die Seiten schräg, fällt das Licht gleichmäßiger auf alle Blätter. Wird sie andererseits im unteren Bereich zu schmal gehalten, kann sie leicht verkahlen.

    Wer sich für schnellwachsende Arten wie Thuja, Kirschlorbeer und Buche entscheidet, muss mit der Heckenschere öfter schneiden als wenn man Kornelkirsche oder gar Zaubernuss pflanzt. Diesen Strauch braucht man nur alle paar Jahre zu schneiden. Er eignet sich allerdings nicht für eine formale Schnitthecke.

    Kirschlorbeer und Thuja bieten den Tieren so gut wie nichts

    Viel wichtiger als der behutsame Schnitt ist allerdings das, was unters Messer kommt. Die Auswahl der Heckenpflanzen entscheidet darüber, ob ein Garten Lebensraum ist oder nicht. Der Schnitt ist da zweitrangig. Denn die beim Gartler beliebten Heckenpflanzen Kirschlorbeer (eigentlich Lorbeerkirsche), Thuja, Glanzmispel, Stachelberberitze und Scheinzypresse zum Beispiel bieten Vögeln und Insekten weder Nektar, noch Pollen und kaum Beeren. Und meistens auch keine Unterkunft.

    Sogar Schnitthecken können Pollen, Nektar und Früchte liefern

    Also lieber Kornelkirsche, Buche, Hasel, Schlehe, Weißdorn, Pfaffenhütchen und andere einheimische Sträucher als Wildhecke pflanzen. Wer eine formal geschnittene Hecke und Artenvielfalt unter einen Hut bringen will, hat die Auswahl unter Kornelkirsche, Weißdorn, Buche, Hainbuche. Kornelkirsche und Weißdorn blühen, bieten Insekten Nektar und Pollen. Die Kornelkirschen blüht im März, April, der Weißdorn im Mai, Juni.

    Lässt man sie mindestens einen Meter breit werden, kann man außen herum auch immer wieder einen Formschnitt machen, ohne dass man die Vögel, die darin nisten, übermäßig stört. So die Einschätzung von Prof. Wolfgang Weisser. Wenn man die Artenvielfalt fördern will, kann man mit einer Kirschlorbeerhecke also auch mit einem behutsamen Schnitt keinen Schmetterling retten. Und bei einer breiten Weißdornhecke kann man dagegen kaum was verkehrt machen.

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