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Ein Befall mit dem Buchsbaumzünsler muss früh erkannt werden. Je früher das geschieht, desto leichter lässt er sich bekämpfen.

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    Es wird warm: Jetzt aktiv werden und Buchsbaumzünsler bekämpfen

    Nächste Woche wird es warm: Spätestens dann schlüpfen die Raupen des Buchsbaumzünslers aus ihren Kokons und fressen Buchsbäume kahl. Ein Befall ist anfangs schwer zu erkennen, aber es gibt Anzeichen. So können Sie den Buchsbaumzünsler bekämpfen.

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    Von
    • Marlene Riederer

    In vielen Gärten ist der Buchs zuhause - ob als Hecke oder Ziergewächs. Sein schlimmster Feind ist der Buchsbaumzünsler. Die Raupen des ostasiatischen Kleinschmetterlings können in ihrer Fressgier den Buchs kahlfressen, wenn sie nicht rechtzeitig gestoppt werden. Werden keine Maßnahmen ergriffen, kann der Schädling den Buchsbaum unumkehrbar schädigen. Zurück bleibt nur ein toter Busch.

    Jetzt den Buchs auf Kokons kontrollieren

    Gartenbesitzer müssen deshalb spätestens jetzt wieder sehr aufmerksam sein und aktiv werden. Denn noch hat die Raupe des Buchsbaumzünslers ihren Kokon, in dem sie als kleine Raupe überwintert hat, aufgrund der kühlen Temperaturen nicht verlassen. Eine gute Gelegenheit, die Kokons zu suchen und zu entfernen. Denn sobald es ein bisschen wärmer wird, beginnen die Raupen das große Fressen.

    Der Buchsbaumzünsler zerstört den Buchs von innen heraus

    Das Tückische: Anfangs bemerkt man die Vielfraße gar nicht, denn sie fressen sich vom Inneren des dichten Buchsbaumgewächses nach draußen. Um unentdeckt zu bleiben, hilft ihnen auch ihre grün-braune Färbung. Haben Gartenbesitzer den Feind nicht auf der Agenda, bemerken sie einen Befall häufig erst, wenn die Schäden schon massiv sind.

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    Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

    Das Werk des Buchsbaumzünslers: Die Blätter sind abgestorben.

    Woran erkennt man einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler?

    Richten Sie Ihr Augenmerk auf zusammengesponnene Blätter. Feine Gespinste und braune Blätter im Buchs können ein Anzeichen sein. Auch kleine, dunkle Kotflecken auf den Blättern können ein Hinweis auf einen Befall sein. Und schauen Sie nicht nur von außen auf den Buchs. Denn der Fraß beginnt vom Inneren heraus.

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    Feine Gespinste und braune Blätter sind Hinweis auf einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler.

    Wie kann man den Buchsbaumzünsler bekämpfen?

    Früh erkannt, können befallene Stellen herausgeschnitten werden. Je nach Größe des Buchsbaums ist auch Handarbeit gefragt. Sammeln Sie die Raupen mit der Hand ab - und zwar regelmäßig! Das ist aber nur praktikabel, wenn der Befall nicht allzu groß ist. Ein Tipp, um es sich einfacher zu machen: Halten Sie ein Blatt Papier unter den Buchsbaum und schlagen mit der anderen Hand gegen den Buchs. Sie können auch einen Besen zu Hilfe nehmen. Dann fallen viele der Raupen aufs Papier und können im Plastikbeutel im Hausmüll entsorgt werden.

    Was tun bei starken Zünslerbefall?

    Ist der Befall stärker, schneiden Sie den Buchs zurück. Und zwar gründlich. Das kann ein Buchs vertragen. Auch hier sollten Sie Papier, Folie oder ein Laken unterlegen, damit Sie keine heruntergefallenen Raupen übersehen. Zusätzlich kann man den Buchsbaum mit einem Hochdruckreiniger abspritzen. Damit dabei Raupen, Eier und Larven nicht durch den ganzen Garten verteilt werden, sollte man in Spritzrichtung ein am Boden beschwertes Vlies hochhalten, um all das, was der Wasserstrahl herausspritzt, auffangen zu können. Ähnliche Effekte haben ein Laubbläser oder - in anderer Richtung - ein starker Staubsauger. Um den Buchs nach der radikalen Behandlung beim erneuten Austreiben zu unterstützen, können Sie ihn mit Hornmehl düngen.

    Gartenabfälle in Plastikbeuteln im Hausmüll entsorgen

    Auf keinen Fall sollten Sie den Pflanzenabfall einfach auf den Kompost werfen, es sei denn, Sie wollen die Verbreitung des Schädlings befeuern. Packen Sie die abgeschnittenen Zweige in einen Plastiksack, verschließen ihn sorgfältig und geben das Ganze in den Hausmüll.

    Den Raupen einheizen: Packen Sie den Buchs in dunkle Folie ein

    Eine weitere Methode ist, den Buchs in dunkle Folie einzuwickeln. Das ist allerdings nur bei sonnigem und warmen Wetter sinnvoll. Unter der Folie wird es dann so richtig heiß. Das vertragen die Larven und Raupen des Buchsbaumzünslers nicht. Dem Buchs macht das gar nichts aus. Wenn Sie ihn zuvor noch wässern, übersteht er die Prozedur klaglos. Problem allerdings: Den Eiern macht die Sauna nichts aus. Deswegen müssen Sie die Prozedur wiederholen, um auch die nachfolgenden Generationen abzutöten.

    Biologische Mittel bei der Schädlingsbekämpfung

    Ist der Befall schwerwiegender, kann man auch zu biologischen Mittel wie Neem oder dem Bakterium Bacillus thuringiensis greifen. Lassen Sie sich beim Kauf beraten. Bei der Anwendung müssen einige Dinge beachtet werden.

    Das Bakterium Bacillus thuringiensis im Kampf gegen den Zünsler

    Das Bakterium Bacillus thuringiensis wird auf den Buchs gesprüht. Ideale Bedingungen dafür sind ein bedeckter Himmel und Temperaturen um die 18 Grad. Wichtig ist, dass das Mittel die Raupen auch im Inneren des Busches erreicht. Also nicht zu sparsam beim Besprühen sein und das Ganze mit ausreichend Druck ausüben. Alle Blätter und Äste sollten tropfnass sein.

    Neem - Natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel

    Neem ist ein Mittel, das aus dem Neembaum gewonnen wird. Es wird in seinen Ursprungsländern Indien und Burma schon seit Jahrhunderten als Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet. Neem sorgt dafür, dass die Schädlinge nicht mehr fressen und sich infolgedessen auch nicht mehr vermehren. Die Pflanze an sich bleibt unbeschadet.

    Noch biologischer: Bieten Sie natürlichen Feinden eine Heimat

    Lange Zeit hatte der Buchsbaumzünsler, der aus Asien eingeschleppt wurde, hierzulande keine natürlichen Feinde. Vögel, die sich an den Raupen versucht haben, haben sie zum Teil wieder ausgewürgt. Offensichtlich ist ihnen der Snack nicht bekommen. Doch langsam scheinen heimische Tiere wie Spinnen, Wespen, Spatzen und Rotschwänzchen auf den Geschmack zu kommen. Je naturnaher und einladender Ihr Garten mithilfe von zum Beispiel Nistplätzen und Vogeltränken gestaltet ist, desto besser. Wunder darf man sich von dieser Maßnahme allerdings nicht erhoffen, so das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Aber einen Versuch ist es allemal wert.

    Bekämpfung des Buchsbaumzünslers das ganze Jahr über

    Mit einer einmaligen "Entraupungsaktion" ist es leider nicht getan, denn die Falter, die sich aus den Raupen entwickeln, legen mehrfach im Jahr Eier, aus denen nach kurzer Zeit neue Raupen schlüpfen. Entspannung ist da für den Gärtner nicht angezeigt. Er sollte - am besten wöchentlich - den Buchsbaum gründlich auch im Inneren der Pflanze auf Raupenbefall kontrollieren. Auf ein und derselben Pflanze können verschiedene Entwicklungsstadien des Zünslers - Eier, Larven, Puppen und Raupen - gefunden werden. Erst im Herbst ist der Spuk - zumindest für das Jahr - vorbei.

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    Der Buchsbaumzünsler legt mehrmals im Jahr Eier.

    Kann der Buchsbaumzünsler auch andere Pflanzen befallen?

    Schon im Gartencenter sollten Sie beim Kauf eines neuen Buchsbaums darauf achten, ob Anzeichen eines Befalls zu erkennen sind. Denn wenn Sie erst einmal den Schädling in ihren Garten gebracht haben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Buchsbaumzünsler auch andere Buchse befällt. Im Übrigen verschmäht der Schädling auch Stechpalmen und Spindelsträucher nicht. Alle anderen Pflanzen sind vor ihm aber sicher.

    Alternativen zum Buchs

    Wenn alles nichts geholfen hat oder Sie weder Zeit noch Lust haben, den immerwährenden Kampf gegen den Buchsbaumzünsler aufzunehmen, denken Sie doch mal über eine Alternative zum Buchs nach. Das könnten zum Beispiel unter anderem Zwergliguster oder Zwerg-Eiben sein, die man ebenso in Formgehölze modellieren oder als Hecken stehen lassen kann.

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