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Frauen sind medizinisch im Nachteil | BR24

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Frauen sind medizinisch gesehen benachteiligt, denn Medikamente werden überwiegend an Männern getestet. Obwohl sie bei Frauen anders wirken und anders dosiert werden müssten. Krankheiten kündigen sich zudem teils anders an und werden nicht erkannt.

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Frauen sind medizinisch im Nachteil

Frauen sind medizinisch gesehen benachteiligt, denn Medikamente werden überwiegend an Männern getestet. Obwohl sie bei Frauen anders wirken und anders dosiert werden müssten. Krankheiten kündigen sich zudem teils anders an und werden nicht erkannt.

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Zwei Beispiele:

Bluthochdruck

Eine Frau hat sechs Wochen lang starke Kopfschmerzen und einen viel zu niedrigen Puls. Bisher hatte sie nie Kopfschmerzen. Es folgen teure Untersuchungen bei diversen Ärzten. Keiner kann ihr helfen. Bis die Patientin an eine Ärztin gelangt, die sich mit Geschlechtermedizin auskennt. Diese stellt fest, dass die Patientin die falsche Medikation gegen Bluthochdruck erhalten hat, und dass die verschriebenen Betablocker sie krank machen. Der Grund: Manche Betablocker wirken bei Frauen stärker und werden vom Körper langsamer abgebaut. Dadurch kann es zu Überdosierungen kommen:

"Auf die Idee zu kommen, dass Medikamentennebenwirkungen und auch Überdosierungen die Ursache für die Symptome sein können, das ist selten und daher ist es so, dass die Frauen nicht richtig beraten werden, und dass diese Nebenwirkungen erst einmal ignoriert werden." Dr. Ute Seeland, Institut für Geschlechterforschung in der Medizin

Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt kündigt sich bei Frauen anders an als bei Männern: zum Beispiel mit starken Rückenschmerzen, Übelkeit oder Bauchschmerzen. Als klassische Symptome gelten aber Atemnot, Druckgefühl in der Brust und starke Brust-Schmerzen, die in die Arme oder andere Körperteile ausstrahlen. Symptome, die meist bei Männern auftreten. Frauen, die rauchen oder Typ-2-Diabetes haben, haben zudem ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden als Männer mit den gleichen Voraussetzungen. Bei einer Herzkatheter-Untersuchung, die beispielsweise aufgrund eines Herzinfarktes durchgeführt wird, haben Frauen ein höheres Verletzungsrisiko als Männer und mehr Probleme nach Stent-Operationen:

"Die Gefäße sind bei Frauen empfindlicher, also wir [Ärzte] haben ein höheres Risiko, dass wir das Gefäß verletzen können. Deshalb arbeiten wir auch mit besonders schonenden Drähten." Professor Dr. Ulf Landmesser, Direktor Kardiologie, Charité Berlin

Standard sind solche geschlechtsspezifischen Behandlungsmethoden noch nicht.