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Frankenstein-Forschung? Schwein-Mensch-Mischwesen erschaffen | BR24

© dpa / picture alliance

Schwein

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    Frankenstein-Forschung? Schwein-Mensch-Mischwesen erschaffen

    Forschern ist es gelungen, Schweine-Embryonen mit teilweise menschlichem Gewebe zu erzeugen, die immerhin vier Wochen in den Mutter-Schweinen heranreiften. Das Ziel dieser Experimente: Organe zu züchten, die bei Menschen eingesetzt werden können.

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    In einem ersten Schritt experimentierten die Forscher vom Salk Institute in La Jolla (USA) mit Maus-Ratten-Mischwesen. Die Idee: Gewebe einer Spezies in einer anderen Spezies zu herzustellen. Bei den Mäuseratten funktionierte dies, in den Mäusen wuchsen beispielsweise Bauchspeicheldrüsen von Ratten heran.

    „Pionierversuche bei Mäuse und Ratten haben gezeigt, dass das bei sich nahe stehenden Spezies funktionieren kann.“ Prof. Eckhard Wolf, Genzentrum, LMU

    Auch Versuche, zuckerkranke Rhesusaffen mit Schweinezellen aus der Bauchspeicheldrüse zu behandeln, verliefen viel versprechend.

    Der nun veröffentlichte neue Ansatz versucht, menschliches Gewebe im Schwein herzustellen. Dabei werden menschliche Stammzellen in Schweineembryos injiziert. Die so entstandenen Embryonen entwickelten sich über vier Wochen im Mutter-Schwein. Eckhard Wolf bezweifelt allerdings, dass die Experimente den Einsatz an Menschen rechtfertigen.

    Das ist nicht ausreichend, um eine Anwendung in der Klinik zu rechtfertigen. Prof. Eckhard Wolf, Genzentrum, LMU

    Ziel dieser Mischwesen aus Mensch und Schwein ist es, Ersatzgewebe zur Transplantation in Menschen zu gewinnen. Zum Beispiel Zellen herzustellen, die Insulin produzieren zur Behandlung von Insulin-abhängigen Diabetikern. Um diesem Schritt näher zu kommen, braucht es diese Forschung, sagt Tiergenetiker Eckhard Wolf.

    Forschung mit Gruselfaktor

    Besorgnis und Unbehagen, die diese Forschung bei vielen Menschen auslösen, könne er nachvollziehen. Aber:

    Einige wenige menschliche Zellen machen ein Schwein nicht zum Menschen. Prof. Eckhard Wolf, Genzentrum, LMU