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Fragen zur Organspende: Wer kommt als Spender infrage? | BR24

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Ein Organspendeausweis erleichtert den Umgang mit der Organspende im Todesfall.

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    Fragen zur Organspende: Wer kommt als Spender infrage?

    Der Bundestag hat die Widerspruchslösung für Organspenden abgelehnt. Unabhängig davon stellen sich potenzielle Spender aber eine Reihe von Fragen: Wie sind die Voraussetzungen, um als Spender infrage zu kommen? Gibt es eine Altersgrenze?

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    Für eine Organspende kommen Menschen infrage, deren Hirntod ärztlich festgestellt wurde und die einer Organ- und/oder Gewebeentnahme zugestimmt haben. Der Wille wird mithilfe des Organspendeausweises dokumentiert. Tritt bei einem Patienten der Hirntod ein und es liegt kein Spenderausweis vor, müssen Angehörige die schwierige Entscheidung fällen. Eine Organspende nach dem Tod verläuft anonym.

    Wenige Organspender

    Ganz abgesehen davon, dass immer noch zu wenig Menschen einen Organspendeausweis haben, gibt es noch eine andere Einschränkung: Der Hirntod eines Menschen ist selten. Nur bei ein bis zwei Prozent der Sterbefälle im Krankenhaus tritt der Hirntod ein und macht eine Organspende erst möglich, wenn ein Organspendeausweis vorliegt.

    Gibt es eine Altersgrenze bei Organspenden?

    Es gibt keine Altersbegrenzung bei Organspenden. Auch Säuglinge können schon spenden. Es gibt auch kein Höchstalter, denn das biologische Alter der Organe vor einer Spende ist entscheidend. Grundsätzlich gilt: Je jünger der Verstorbene ist, desto besser sind die Organe in der Regel für eine Transplantation geeignet.

    Ab welchem Alter kann man sich einen Ausweis ausstellen?

    In Deutschland kann man sich ab dem Alter von 16 Jahren für oder gegen eine Organ-/Gewebespende entscheiden. Ab dem vollendeten 14. Lebensjahr können Minderjährige sich ohne Zustimmung eines Erziehungsberechtigten gegen eine Organ-/Gewebespende im Todesfall entscheiden.

    Bestimmte Krankheiten schließen eine Organspende aus

    Organspender werden zu Lebzeiten nicht untersucht. Es zählt der Organzustand kurz vor der Organspende. Zu diesem Zeitpunkt werden Organe genau kontrolliert. In der Regel ausgeschlossen ist eine Organspende bei Krebserkrankungen, HIV und speziellen Nervenleiden. Infektionskrankheiten und chronische Erkrankungen wie Diabetes können eine Organspende einschränken. Gewebespenden sind nicht möglich, wenn die Todesursache unklar ist. Raucher werden nicht generell als Organspender ausgeschlossen.

    Welche Organe können gespendet werden?

    Im Todesfall können Organe und Gewebe gespendet werden: Niere, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm sowie Haut, Hornhaut der Augen, Herzklappen, Teile der Blutgefäße, des Knochengewebes, des Knorpelgewebes und der Sehnen.

    Auch Lebendspenden möglich

    Auch lebende Menschen können Organe spenden, aber nur Teile der Leber und Niere, äußerst selten auch einen Teil der Lunge oder der Bauchspeicheldrüse. Rechtliche Voraussetzung für eine Lebendspende ist, dass Spender und Empfänger nah verwandt sind oder laut Organspende-Info "eine besondere persönliche Verbundenheit zueinander haben", zum Beispiel verheiratet sind.

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