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Das müssen Sie über die Afrikanische Schweinepest wissen | BR24

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Sie kursiert schon länger in Polen, nun ist auch Deutschland betroffen: In Brandenburg ist bei einem Wildschweinkadaver die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Was hat es mit dieser Krankheit auf sich?

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Das müssen Sie über die Afrikanische Schweinepest wissen

Die Schweinepest hat Deutschland erreicht. Für wen ist sie gefährlich? Können auch Menschen erkranken? Was ist mit Haustieren? Und wie kann man die tödliche Tierseuche eindämmen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Erstmals wurde in Deutschland bei einem Wildschwein die Schweinepest nachgewiesen. Doch welche Auswirkungen hat das Virus? Und kann es auch auf den Menschen übertragen werden? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Schweinepest im Überblick.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Tierseuche, die fast immer tödlich endet. Betroffen sind von der Virusinfektion Schweine, sowohl Haus- als auch Wildschweine. Ursprünglich ist das Virus in Afrika ausgebrochen. Daher auch der Name.

Mittlerweile hat die Krankheit aber viele europäische, insbesondere osteuropäische Länder erreicht. Am 10. September 2020 wurde der erste Fall bei einem Wildschwein in Brandenburg festgestellt. Einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es bislang nicht.

Können auch Menschen erkranken?

Nein. Eine Übertragung des Virus auf den Menschen ist bisher nicht bekannt. Es gilt deshalb als ungefährlich für den Menschen. Auch der Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Tieren stammen, ist gesundheitlich unbedenklich.

Können Hunde oder Katzen erkranken?

Für Hund und andere Haustiere gilt das Virus ebenfalls als ungefährlich.

Wie wird das Virus übertragen?

Direkt, von Tier zu Tier oder durch den Kontakt mit Ausscheidungen wie Urin und Kot. Im Wald beispielsweise, aber auch im Stall oder bei Tiertransporten. Auch wenn Hausschweine draußen gehalten werden und sie mit erkrankten Wildschweinen Kontakt haben.

Welche Rolle spielt der Mensch bei der Übertragung?

Auch der Mensch kann das Virus übertragen, etwa, wenn er erst ein infiziertes Schwein bzw. einen Kadaver berührt und dann ein nicht-infiziertes Tier. Auch Spuren an Stiefeln und Kleidern bergen die Gefahr einer Weiterverbreitung des Virus. Das gilt übrigens auch für Hunde und andere Tiere, die in Kontakt mit infizierten Schweinen gekommen sind: Sie sind ebenfalls potenzielle Überträger, weswegen geraten wird, Hunden, die Kontakt hatten, die Pfoten mit Seifenlauge zu waschen.

Das Hauptproblem sind aber Lebensmittel, die aus infizierten Tieren hergestellt wurden. Wenn Wildschweine kontaminierte Lebensmittel fressen, können sie sich anstecken. Und die Gefahr hält lange an, etwa in Schinken aus infiziertem Tierfleisch: Hier bleibt das Virus über mehrere Monate infektiös, denn es ist extrem widerstandsfähig, und übersteht selbst große Temperaturschwankungen, wie etwa beim Einfrieren.

Was können wir Menschen tun, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet?

Am besten keine Küchenabfälle oder Essensreste an Schweine verfüttern, auch nicht unabsichtlich. Das heißt: Nach dem Picknick im Wald oder nach der Rast auf dem Parkplatz nichts liegen lassen oder wegwerfen, auch nicht in für Tiere zugängliche Mülleimer.

Ganz wichtig: Schweinefleisch, Wurst oder Schinken erst gar nicht aus betroffenen Ländern mitbringen. Wer ein totes Wildschwein im Wald findet, sollte unbedingt dem Förster oder Amtstierarzt Bescheid sagen.

Welche Auswirkungen hat der Schweinepest-Fall in Brandenburg?

Der Ausbruch der Schweinepest kann existenzbedrohende Folgen für Schweinehalter haben. Der Grund: Deutschland verliert seinen Status als "seuchenfrei", auch wenn es bislang nur ein bestätigter Schweinepest-Fall bei einem Wildschwein ist.

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium könnten Exporte in Nicht-EU-Staaten, vor allem nach Asien, weitgehend wegfallen, es drohen Milliardenverluste. Der Handel innerhalb der EU kann jedoch aufrechterhalten werden. Einschränkungen gibt es bislang nur für Betriebe in der Umgebung des Fundorts.

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