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#fragBR24💡 Corona und das Problem mit den Zahlen | BR24

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Infektionszahl, Verdopplung, Reproduktionszahl, R-Wert. Corona und das Problem mit den Zahlen. Was genau bedeuten die ganzen Zahlen? Was sagen sie aus?

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#fragBR24💡 Corona und das Problem mit den Zahlen

Infektionszahl, Verdoppelung, Reproduktionszahl, R-Wert. Corona und das Problem mit den Zahlen. Was genau bedeuten die ganzen Zahlen? Was sagen sie aus?

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Fest steht: In dieser Pandemie sind alle Zahlen mit Vorsicht zu genießen: Die Dunkelziffer wird ĂŒberall auf der Welt als hoch eingeschĂ€tzt, von Land zu Land gibt es unterschiedliche Test- und Meldeverfahren, die immer wieder geĂ€ndert wurden – und so ist die Datenlage zur Zahl der aktuell Infizierten oder zur Sterblichkeitsrate eher dĂŒnn.

Unterschiedliche GrĂ¶ĂŸen fĂŒr unterschiedliche Infektionsphasen

Trotzdem brauchen Ärzte, Politiker, Unternehmer und nicht zuletzt wir alle Indikatoren und GrĂ¶ĂŸen, mit denen sich das Infektionsgeschehen einschĂ€tzen lĂ€sst, um Aussagen ĂŒber die weitere Entwicklung der Seuche machen zu können. Vor allem, was die Auslastung des Gesundheitswesens angeht, aber auch, wenn es wie jetzt um Lockerungen der verhĂ€ngten KontaktbeschrĂ€nkungen geht.

FrĂŒhe Phase: Die Verdopplungszeit

Zu Beginn der Epidemie ließen sich Trends am ehesten an der so genannten Verdopplungszeit ablesen. Sie sagt aus, wie viele Tage es dauert, bis sich die Zahl der nachweislich Infizierten verdoppelt hat. Je höher die Zahl, desto besser. Doch die Berechnung der Verdopplungszeit basiert darauf, dass die Zahl der bekannten Infektionen exponentiell wĂ€chst. Seit sie das – zum GlĂŒck – nicht mehr tut, hat die Verdopplungszeit auch ihre Aussagekraft zunehmend verloren.

Der R-Wert, seine Berechnung und Interpretation

An ihrer Stelle ist ĂŒberwiegend die so genannte Reproduktionsrate oder Reproduktionszahl getreten: Sie sagt aus, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Je niedriger der Wert, desto besser. Liegt R bei ĂŒber 1, steckt ein Infizierter im Mittel mehr als einen anderen Menschen an, so erhöht sich die Zahl der Neuinfektionen. Liegt die Rate unter 1, steckt ein Infizierter im Mittel weniger als einen anderen Menschen an – und die Epidemie lĂ€uft nach und nach aus. Klingt einleuchtend, wĂ€re die Berechnung von R nicht so komplex und die Ziffer nicht ein Ergebnis von Modellierungen: Wissenschaftler können verschiedene Modelle wĂ€hlen und mĂŒssen Parameter schĂ€tzen – und so kommen bei verschiedenen Methoden auch verschiedene Ergebnisse heraus. So berechnet etwa Bayern den R-Wert anders als etwa das Robert Koch-Institut. Dieses hat inzwischen seinen R-Wert auch noch um einen weiteren Wert ergĂ€nzt: das so genannte 7-Tages-R, das sich auf einen lĂ€ngeren Zeitraum bezieht und damit weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt. Fachleute warnen daher vor zu viel Interpretation der absoluten Werte, allenfalls lasse sich ein Trend daraus ablesen. Und auch das Robert Koch-Institut betont immer wieder, R sei eine wichtige GrĂ¶ĂŸe, aber bei weitem nicht die einzige. Mindestens ebenso wichtig sei die Zahl der bekannten Neuinfektionen.

Alle Zahlen und Werte sind ein Blick in die Vergangenheit

Egal ob gemeldete FĂ€lle, Verdopplungszeit oder Reproduktionswert - fĂŒr alle Corona-Zahlen gilt: Sie sind immer mit dem Makel des Zeitverzugs behaftet und zeigen einen Zustand aus der Vergangenheit: denn zwischen Ansteckung und ZĂ€hlung liegen oft bis zu zwei Wochen.

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