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Fluorkohlenwasserstoffe sollen verboten werden | BR24

© pa/dpa

Klimaanlagen werden häufig mit klimaschädlichen Kühlmitteln betrieben

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    Fluorkohlenwasserstoffe sollen verboten werden

    Sie schlummern in Klimaanlagen und Kühlgeräten auf der ganze Welt: klimaschädliche Fluorkohlenwasserstoffe. Nun sollen sie verboten werden, wie eine UN-Konferenz in Kigali beschlossen hat. Ein Meilenstein für den Klimaschutz? Von Miriam Stumpfe

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    Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) sind meistens als Ersatz für die berüchtigten FCKW im Einsatz. Die wurden in den 80er Jahren im sogenannten Montreal-Protokoll verboten, weil sie die Ozonschicht schädigen. Um Kühltheken und Klimaanlagen weiter mit herkömmlicher Technik zu betreiben, produzierte man FKW als Ersatzstoffe.

    Doch die Fluorkohlenwasserstoffe sind wie CO2 ein Treibhausgas, zudem wirken sie um ein vielfaches stärker, manche bis zu 10.000-mal so stark. Bis 2050, so schätzen Experten, könnten FKW für acht Prozent des menschengemachten Treibhauseffekts verantwortlich sein.

    Fortschreibung fürs Montreal-Protokoll

    Das soll eine ergänzte Vereinbarung nun verhindern: Ab 2019 sollen FKW schrittweise aus dem Verkehr gezogen werden. Die Industrieländer müssen beginnen, die Entwicklungs- und Schwellenländer ziehen ab 2024 nach. Bis Mitte des Jahrhunderts sollen Fluorkohlenwasserstoffe nur noch in wenigen Ausnahmefällen erlaubt sein.

    Umweltministerin Barbara Hendriks lobt das Abkommen als "wichtigsten Erfolg seit dem Pariser Klimaabkommen", die menschengemachte Klimaerwärmung könne damit um 0,5 Grad gebremst werden. Tatsächlich, so haben Forscher errechnet, kann der Verzicht auf FKW einen wichtigen Beitrag leisten.

    Am Ende zählt die Gesamtbilanz

    Allerdings ist die Vereinbarung kein zusätzlicher Gewinn fürs Klima: Schon jetzt regulieren internationale Abkommen wie das Kyoto-Protokoll die Fluorkohlenwasserstoffe. Als Treibhausgase fließen sie in das allgemeine CO2-Budget der Vertragsstaaten mit ein. D.h. wer weniger FKW produziert, kann theoretisch mehr Kohlekraftwerke betreiben.

    Trotzdem macht die Vereinbarung von Kigali Mut in Sachen Klimapolitik: Selten haben sich so viele Länder in Klimafragen auf so klare Ziele und einen so strengen Zeitplan geeinigt. In der Europäischen Union sind in vielen Geräten schon alternative Kühlmittel im Einsatz, eine EU-Richtlinie schreibt die Reduktion von FKW seit 2015 vor.