BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Eat Just
Bildrechte: Eat Just

Im Labor hergestellte Chicken Nuggets werden in einem Restaurant in Singapur bereits serviert.

36
Per Mail sharen

    Fleisch aus dem Labor: Schon bald eine echte Option?

    Im Labor gezüchtetes Fleisch verspricht echtes Fleisch auf dem Teller, ohne dass dafür ein Tier sterben musste. In einem Restaurant in Singapur ist es schon zugelassen. Bald auch bei uns?

    36
    Per Mail sharen
    Von
    • Thomas Becht

    Chicken Nuggets aus dem Labor auf der Speisekarte eines Restaurants: Diese Nachricht hat im Dezember des letzten Jahres Aufsehen erregt. Denn zum ersten Mal überhaupt wurde das echte Fleisch, das aus tierischen Stammzellen hergestellt wird, in einem Land zugelassen. Das Fleisch stammt von einem Start-Up in den USA, auf der Karte steht es seitdem in einem Restaurant in Singapur.

    Das Versprechen: Echter Geschmack, mehr Tierwohl und Klimaschutz

    Auch in Deutschland wird schon intensiv an Laborfleisch geforscht, denn das Versprechen ist groß: Echter Fleischgeschmack auf dem Teller, dabei mehr Tierwohl und Klimaschutz. Aktuell hängen 14,5 Prozent der weltweiten klimaschädlichen Gase mit der Fleischproduktion zusammen, denn weltweit wird heute dreimal so viel Fleisch gegessen wie noch vor 50 Jahren. Für die Herstellung von Laborfleisch bräuchte es weniger Energie, Wasser und Land. Das zumindest ist die Hoffnung der Erfinder.

    Für die breite Masse erst in einigen Jahren verfügbar

    Wird es das gezüchtete Fleisch aus dem Labor also bald auch in deutschen Restaurants geben? In Ausnahmefällen womöglich schon, für eine breite Masse wird es aber "sicherlich noch zehn Jahre dauern", sagt Prof. Petra Kluger, Biologin an der Hochschule Reutlingen, die dort an Laborfleisch forscht.

    Das Steak klappt noch nicht

    Denn es gibt noch ein paar Hürden: Zum einen hat Fleisch vom Tier eine ganz charakteristische Textur. Das Verhältnis von Fett- und Muskelgewebe bestimmt nicht nur den Geschmack, sondern vor allem auch den Eindruck, den ein Stück Fleisch im Mund macht. Hackfleisch für Burger oder Fleischmasse für Chicken Nuggets - das schaffen die Start-Ups in ihren Laboren schon heute. Ein Stück Steak aber noch nicht. Eine Lösung könnte in Zukunft 3D-Druck sein.

    Kritik an der Herstellung von Laborfleisch

    Zum anderen kritisieren Gegner von "Cultured Meat", dass für das Laborfleisch ja doch Tiere sterben würden, weil es unter anderem aus Kälberserum herangezüchtet wird. Die meisten Start-Ups sagen, sie hätten allerdings schon Alternativen zum Kälberserum gefunden.

    Auch die Konsumenten entscheiden

    Die größte Frage ist allerdings, wie schnell das Fleisch aus dem Labor in großen Mengen produziert werden kann. Denn nur dann wird es bei den Verkaufspreisen mit Fleisch vom Tier mithalten können und auch gekauft werden. Am Ende entscheiden also auch die Konsumenten, ob und wann Laborfleisch eine echte Option wird.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!