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Fischkauf: Worauf muss ich achten? | BR24

© BR/ORF/Huismann & Dreyer Filmproduktion

Fangschiffe für Thunfische

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    Fischkauf: Worauf muss ich achten?

    Beim Fisch-Einkauf sollte man auf einige Dinge achten - denn ein Drittel der Bestände sind überfischt. Welche Fischart ist unbedenklich, sind Aquakulturen in Ordnung und welchen Wert haben Siegel? Wir klären die wichtigsten Fragen.

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    Fische und Meeresfrüchte sind für mehr als drei Milliarden Menschen auf der Erde wichtige Nahrungs- und Eiweißquellen. Unter anderem deswegen und weil die Nachfrage weiter steigt, gelten unzählige Fischarten als überfischt – weltweit betrifft das gut ein Drittel der Bestände.

    Deutsche sorgen sich um den Fisch

    Nicht nur an den Küsten, in ganz Deutschland machen sich Menschen deswegen Sorgen. Laut einer repräsentativen Studie des Marine Stewardship Council (MSC), denkt jeder Dritte, dass "sein" Lieblingsspeisefisch in 20 Jahren nicht mehr erhältlich sein wird. Die Mehrheit der Befragten sagt: Ich habe meinen Fischkonsum im letzten Jahr geändert. Es wird mehr auf den Einkaufsort oder das Siegel geachtet oder der Konsum reduziert.

    Aquakulturen mit fragwürdigen Folgen

    Beispiel Lachs: Rund 90 Prozent dieses beliebten Fisches kommen aus norwegischen Aquakulturen. Dort werden riesige Mengen an Fischen gezüchtet – mit teilweise unangenehmen Begleitumständen. Die Quote an Tieren, die während der Aufzucht verenden, ist hoch. In dieser Massentierhaltung findet etwa die Lachslaus, ein Parasit, gute Bedingungen vor.

    Im Frischeparadies in München wird deswegen beim Lachseinkauf darauf geachtet, wie und unter welchen Bedingungen die Aufzucht abgelaufen ist. Zum Beispiel beim schottischen Lachs, wie Mitarbeiter Robert Benra erklärt: "Die geniale Sache daran ist, dass die Fischzucht sauber arbeitet, das Wasser filtriert, wieder zurückgibt. Und dass sie speziell ohne Antibiotika arbeiten kann aufgrund der Zugabe von Lippfischen, die die Lachslaus bearbeiten."

    ASC- und MSC-Siegel

    Schnelle Orientierung versprechen Zertifikate wie das ASC- und das MSC-Siegel. ASC steht für umweltverträgliche Aquakulturen. Das MSC-Siegel verpflichtet die Hersteller auf eine nachhaltige Fischerei. Diskussionen um die Siegel gibt es immer wieder, manche Verbände fordern Nachbesserungen. Unbestritten ist aber, dass ASC und MSC dem Verbraucher zumindest gewisse Standards garantieren. Das findet auch Benra: "Es hat sich viel getan, mit den Netzen, es hat sich viel getan mit der Aquakultur. Es hat sich viel getan mit der MSC-Besiegelung. Wenn man das hinterfragt und da dran bleibt, ist es in jedem Fall eine gute Sache."

    Was hilft noch beim Kauf?

    Apps wie der "WWF-Fischratgeber" geben Hinweise auf den aktuellen Zustand der Fischart. Außerdem kann man sich darüber informieren, auf welche Herkunftsregion man beim Kauf verzichten sollte. Frischen und nachhaltig gefangenen Fisch und gute Aquakulturen erkennt man an der leuchtenden Farbe, an den intakten Flossen - und: je schleimiger, desto besser.

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