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Private FFP2-Maske wiederverwenden: Das müssen Sie beachten | BR24

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FFP2-Masken schützen nicht nur andere sondern vor allem auch den Träger selbst. Ab Montag gilt für Bayern im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen FFP2-Pflicht.

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Private FFP2-Maske wiederverwenden: Das müssen Sie beachten

Ab Montag muss in Bayern verpflichtend eine FFP2-Maske beim Einkaufen und im Öffentlichen Nahverkehr getragen werden. Die Spezialmasken sind teuer und stehen auch nicht unbegrenzt zu Verfügung. Zur Not kann man sie desinfizieren und wiederverwenden.

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Von
  • Yvonne Maier

FFP2-Masken sind eigentlich als Einmalprodukt gedacht und sollten nach Gebrauch weggeworfen werden. Doch wenn man die Masken im privaten Bereich nutzt, also nicht im beruflichen Zusammenhang, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit vielen Erregern kontaminiert sind, eher gering. Man könnte sie also wiederverwenden - notfalls: Ein interdisziplinäres Team rund um die Fachhochschule Münster hat mehrere Varianten untersucht, wie man sie desinfizieren kann. Gefördert wurde die Studie durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Wichtig: Diese Tipps sind nur für den Privatgebrauch gedacht. Im beruflichen Zusammenhang sind derartige Maßnahmen nicht zulässig, ein Arbeitgeber kann das seinen Mitarbeitern so also nicht erlauben oder gar anweisen. Die Hersteller übernehmen die Filtergarantie für die Masken nur nach vorschriftsmäßiger Handhabung, auch kann eine FFP2-Maske durch eine solche Behandlung ihre Zulassung verlieren.

Wenn man die privat genutzten FFP2-Masken wie unten angegeben desinfiziert, funktionieren sie aber immer noch, so Prof. Christopher Niehues von der FH Münster zum BR. Gefährlich sei das nicht, aber für den Arbeitsplatz eben nicht zugelassen.

Nur die eigene Maske wiederverwenden

Wenn man FFP2-Masken für den Eigengebrauch wiederverwendet, ist laut der FH Münster die erste Regel: keine Masken tauschen, auch nicht innerhalb einer Familie. Jeder Träger hinterlässt Erreger der eigenen Nasen-, Rachen- und Hautflora auf der Maske. Die lässt sich auch durch die folgenden Maßnahmen nur bedingt vernichten. Auch werden die Masken durch die Maßnahmen nicht gereinigt, Schmutz oder Körperflüssigkeiten werden nicht entfernt.

Im Backofen bei 80 Grad

Wenn man die FFP2-Maske eine Stunde lang in einem Backofen mit 80 Grad Celsius erhitzt, sind SARS-CoV-2-Erreger vollständig inaktiv, auch andere Erreger leiden unter der Hitze. Bevor die Maske im Backofen erhitzt werden kann, muss sie mindestens einen Tag lang an der Luft trocknen. Wichtig dabei: Man sollte darauf achten, dass die 80 Grad auch durchgehend eingehalten werden, zum Beispiel mit einem guten Backofentherometer. Unter 80 Grad oder gar nur 30 oder 40 Grad auf der Heizung machen dem Coronavirus nichts aus. Auch andere Bakterien oder Pilze können bei niedrigen Temperaturen nicht unschädlich gemacht werden.

Der Backofen sollte aber auch nicht die 80 Grad deutlich überschreiten. Viele FFP2-Masken verformen sich schon ab 90 Grad und erleiden nicht sichtbare Materialschäden. Die Forscherinnen und Forscher der FH Münster empfehlen, den Backofen auf Ober- und Unterhitze einzustellen. Bei Umluft könnten sich die SARS-CoV-2-Erreger im Ofen im Luftzug verbreiten. Nach jedem Erhitzen im Ofen sollten Sie die FFP2-Masken danach auf Schäden kontrollieren. Diese Art der Desinfektion eignet sich übrigens nicht für FFP2-Masken mit Atemventil oder formstabile FFP2-Masken ("Körbchenmodell").

Masken sollten insgesamt nur fünf Mal im Ofen erhitzt werden, bevor sie entsorgt werden müssen, so die Forscherinnen und Forscher der FH Münster.

Sieben Tage bei Raumluft trocknen

Das Coronavirus SARS-CoV-2 hält sich auch bei Raumtemperatur erstaunlich lang auf Oberflächen, auf auch einer FFP2-Maske. Frühestens nach dem siebten Tag sollten getrocknete Masken wieder getragen werden. Dabei kann man folgendermaßen vorgehen, so die FH Münster:

Die FFP2-Masken zum Beispiel an einem Haken oder Nagel an der Wand aufhängen, streng getrennt nach Maskenträger. Dabei die Tage auszeichnen und abzählen. Nicht in Küche oder Bad aufhängen, dort ist die Raumluft in der Regel zu feucht. Man kann auch eine Wäscheleine spannen.

Kinder sollten sich von den trocknenden FFP2-Masken fern halten. Insgesamt soll man so getrocknete Masken auch insgesamt nur fünf Mal so behandeln und sie dann wegwerfen.

Andere Methoden eignen sich nicht

Andere Methoden sind bei der FH Münster durchgefallen: Die FFP2-Masken können nicht im Kochtopf desinfiziert werden, weil das die Materialien schädigt. Auch die Mikrowelle eignet sich nicht, denn das Ergebnis hängt davon ab, wie feucht die Maske ist und ob das gleichmäßig ist. In der Waschmaschine können Sie eine FFP2-Maske auch nicht desinfizieren, weil sie dabei mechanisch belastet wird und das Waschmittel ihre Filterleistung beeinträchtigt. Die Spülmaschine ist auch nicht geeignet. UV-Licht inaktiviert den SARS-CoV-2-Erreger, aber er wirkt nur bei direkter Lichteinstrahlung und damit nur auf der Maskenoberfläche.

Verschiedene stark filternden Masken

Neben den FFP2-Masken gibt es noch weitere stark filternde Masken, die eine andere Bezeichnung tragen: KN95- und N95-Masken. Die KN95-Masken stammen aus China und werden ursprünglich eher im industriellen Kontext gebraucht. N95-Masken werden in den USA zugelassen. Alle drei, FFFP2, KN95 und N95 haben eine ähnliche Filterwirkung und bieten damit einen vergleichbaren Schutz.

Fazit

Eine FFP2-Maske ist eigentlich nur für den einmaligen Gebrauch für acht Stunden gedacht (außer der Hersteller weist es anders aus). Dennoch kann man so eine Maske, die man privat nur für das Einkaufen oder den ÖPNV nutzt, im Ofen oder innerhalb von sieben Tagen desinfizieren, so die FH Münster.

Das bedeutet aber nicht, dass sie damit völlig frei vom Coronavirus SARS-CoV-2 ist. Bei Risikopatienten oder wenn man angehustet wird und sich Sorgen macht, mit Coronavirus in Kontakt gekommen zu sein, sollte man die FFP2-Maske entsorgen. Ebenso wenn man Schäden an der Maske entdeckt oder sie im beruflichen Umfeld nutzt.

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