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Festtagsvöllerei: So schlägt Weihnachten nicht auf den Magen | BR24

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Die Gans kann schwer im Magen liegen.

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    Festtagsvöllerei: So schlägt Weihnachten nicht auf den Magen

    Weihnachtszeit - Zeit der üppigen Mahlzeiten. Man haut kräftig rein und lässt nichts übrig. Das hat Folgen. Die können ziemlich unangenehm sein: Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen. Wie kann man die Verdauung unterstützen?

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    Weihnachtsgans, Knödel und Blaukraut - unserem Magen stehen harte Zeiten bevor. Gerade in der Weihnachtszeit wird geschlemmt, was das Zeug hält, und unser Magen muss Schwerstarbeit leisten. Die Speisen, die wir an diesen Tagen zu uns nehmen, enthalten viel Fett, Eiweiß, Zucker – und meist wenig Ballaststoffe. Die Folgen sind Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen, Magendrücken, Verstopfung. Doch man kann den Verdauungstrakt mit natürlichen Mitteln unterstützen, damit Weihnachten nicht auf den Magen schlägt:

    Nickerchen oder Spaziergang?

    Wer kennt ihn nicht den Spruch: "Nach dem Essen sollst du ruhen oder tausend Schritte tun!" Die Gefahr ist groß, dass man an den Feiertagen dem Nickerchen den Vorzug gibt. Doch das ist genau das Falsche, denn durch (moderate) Bewegung kann man das Völlegefühl tatsächlich verringern.

    Ein Espresso nach dem Essen

    Am häufigsten wird nach dem Essen zu einem Espresso oder einem Schnaps gegriffen, denn beides soll gut für die Verdauung sein. Das eine ist eine gute, das andere eine schlechte Idee:

    Das Koffein im Espresso stimuliert bestimmte Bitter-Rezeptoren auf der Zunge und im Magen. Die Reaktion: Es wird mehr Magensäure ausgeschüttet, was Einfluss auf die Verdauung hat. Filterkaffee wirkt noch besser als Espresso, ist aber nicht so gut verträglich. Espressobohnen werden länger geröstet, sodass mehr Säuren abgebaut werden. Das macht den Espresso magenschonender. Was viele sicherlich kennen: Zumindest die Darmaktivität wird durch Kaffee angeregt, die Entleerung des Darms wird beschleunigt.

    © picture alliance/Bildagentur-online

    Espresso

    Und was ist mit dem klassischen Schnäpschen?

    Schnaps steht in dem Ruf, die Verdauung anzukurbeln. Da ist aber wohl mehr der Wunsch Vater des Gedankens, denn eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Schnaps wird vor dem Fett verdaut, das heißt, das Käsefondue liegt noch länger im Magen.

    Bestätigt wurde das vor Jahren auch durch einen kleinen Versuch des Universitätsspitals Zürich. An 20 Teilnehmern testeten die Schweizer Forscher, wie schnell Käsefondue mit Brot im Magen abgebaut wird. Die Versuchsteilnehmer mussten dazu entweder Alkohol, Schwarztee und Wasser trinken. Das Ergebnis: Die Probanden, die zum Essen Wein und danach einen Schnaps tranken, hatten am längsten was von ihrem Essen. Die Verdauung arbeitete am langsamsten, auch wenn sich die Magenmuskulatur entspannte. Die Schwarztee- und Wassertrinker verdauten die fettreiche Mahlzeit am schnellsten.

    © picture alliance/chromorange

    Ein Stamperl Schnaps

    Wermut räumt den Magen auf

    Der hohe Anteil an Bitterstoffen macht Wermut zu einem beliebten Mittel bei Blähungen und Verdauungsstörungen. Außerdem wirken die ätherischen Öle beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt. Auch hier gilt: Schnaps ist eher kontraproduktiv, aber Wermutwein in moderaten Mengen ist hilfreich. Sie können ihn selber herstellen: Einen Liter Weißwein mit 40 Milliliter Wermutsaft sieden, mit 150 g Honig süßen. Den Wein vom Herd nehmen, abseihen und noch heiß in Flaschen abfüllen. Das Ganze geht natürlich auch alkoholfrei: Übergießen Sie Wermutblätter mit heißem Wasser und seihen Sie das Ganze nach zehn Minuten ab.

    © picture alliance / Arco Images GmbH

    Wermut-Tee

    Wacholder hilft gegen Völlegefühl

    Die Wacholderbeeren enthalten ätherisches Öl, Gerbstoffe und Bitterstoffe, die gegen das Völlegefühl nach dem Essen helfen: Sie regen den Stoffwechsel an, weshalb sie auch bei der Zubereitung schwer verdaulicher Speisen verwendet werden. Nierenkranke und Schwangere allerdings sollten auf den Wacholder verzichten! Zwei Teelöffel getrockneter Wacholderbeeren in einen Topf mit Wasser füllen und aufkochen lassen. Den Tee eine Viertelstunde ziehen lassen und dann abseihen. Nicht davon abschrecken lassen, dass der Tee bitter schmeckt. Bei Verdauungsbeschwerden helfen zwei bis drei Tassen pro Tag.

    © picture alliance/imageBROKER

    Wacholderbeeren

    Feigen führen ab

    Feigen helfen gegen Verstopfung. Sie enthalten zahlreiche Enzyme, Ballaststoffe sowie Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren, die die Verdauung ankurbeln und auf natürliche Weise abführend wirken. Außerdem neutralisieren sie überschüssige Magensäure. Und: Feigen haben einen hohen Fruchtzuckeranteil – dieser wirkt belebend auf Nerven und Gehirn. Legen Sie Feigen über Nacht in ein Glas Wasser. Trinken Sie das Feigenwasser und essen Sie auch die Feigen am nächsten Tag, am besten auf nüchternen Magen.

    © picture alliance/WILDLIFE

    Feigen

    Fencheltee und Fenchelmilch

    Fenchel hat sich schon bei Babys Bauchschmerzen bewährt. Durch unvollständig verdaute Nahrung entstehen Blähungen und Bauchweh. Die ätherischen Öle im Fenchel helfen dagegen. Pro Tasse Tee reicht ein Teelöffel Fenchelsamen. Am besten ist: Vorbeugend trinken, denn dann wirkt er am besten. Man kann aber auch Milch mit einer Prise Fenchel aufkochen lassen (5 bis 10 Minuten). Die Milch wirkt zudem auf den Säurehaushalt des Magens ausgleichend.

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    Fenchelsamen und Tee

    Anistee - hilft auch bei Erkältungen

    Bei Blähungen helfen neben Fenchel auch Anis oder Kümmel. Neben dem Teetrinken kann man auch die Speisen damit würzen. Überbrühen Sie 1 TL Anis mit 1 Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen. Der Tee empfiehlt sich bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Krämpfen. Das ätherische Öl des Anis macht den Tee auch bei Hustenbeschwerden empfehlenswert.

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    Tee: Anissamen, Fenchelsamen, Kümmelsamen und Koriandersamen

    Salbei gegen Sodbrennen

    Sodbrennen entsteht durch einen überhöhten Säuregehalt im Magen. Die im Salbei enthaltenen Gerbstoffe, Bitterstoffe und das ätherische Öl bringen den Magen-Darm-Trakt wieder auf Touren, den Magensäurehaushalt ins Gleichgewicht und wirken beruhigend. Nehmen Sie eine Handvoll frische Salbeiblätter. Zerkleinern Sie die Blätter und geben Sie sie zusammen mit einem Liter Rotwein in einen Topf, kochen Sie den Wein eine Minute lang auf und lassen ihn dann einen ganzen Tag stehen. Danach können Sie ihn abseihen. Trinken Sie zwei Mal am Tag ein Likörglas von diesem Wein.

    © picture alliance / dpa Themendienst

    Salbei

    Wunderwaffe Ingwer

    Mit Ingwer kann man Essen würzen, Weihnachtsgebäck verfeinern und kandierte süß-scharfe Bonbons herstellen. Nur übertreiben sollte man es beim Essen nicht: Wird Ingwer zu hoch dosiert, kann sich seine Wirkung ins Gegenteil verkehren und Sodbrennen sowie Magenschmerzen verursachen. In moderaten Dosen hilft Ingwer nicht nur gegen Verdauungsbeschwerden, sondern regt auch das Immunsystem an. Daher setzt man die Knolle in ganz Asien gerne als Erkältungstee ein. In kleinen Scheiben wird der Ingwer beispielsweise in heißes Wasser geworfen und sein aromatischer Duft eingeatmet. Für unterwegs gibt es auch Ingwertropfen.

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    Ingwer

    Weniger ist mehr

    Wer grundsätzlich zu Blähungen neigt, sollte auch an den Festtagen zum Beispiel auf das Blaukraut verzichten, denn Kohl bläht bekanntlich – ebenso wie Hülsenfrüchte und zu viel Zwiebeln oder Lauch.

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