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FAQ zu Corona: Wann muss ich einen Test machen? | BR24

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Test: Covid-19

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    FAQ zu Corona: Wann muss ich einen Test machen?

    Die Corona-Pandemie begleitet uns schon seit einem Dreivierteljahr. Seit Montag gelten neue Maßnahmen. Aber: Wann soll ich mich testen lassen und welche Symptome treten bei einer Infektion auf? Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

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    Die Corona-Fallzahlen steigen, gerade wurde erstmals die Zahl von 20.000 Neuinfektionen am Tag überschritten. Welche Symptome deuten auf eine Corona-Infektion hin, wann soll ich einen Test machen, was ist zu tun, wenn ich Kontakt zu einem Infizierten hatte und was ist in Quarantäne erlaubt? Ein Corona-FAQ.

    Welche Symptome treten bei einer Corona-Infektion auf? 

    Insbesondere jüngere Infizierte haben einen milden Verlauf. Häufige Symptome sind Husten und Fieber, außerdem Halsschmerzen, Atemnot sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Viele Patienten berichten auch von Störungen des Geschmacks- und des Geruchssinns. Manche haben auch gar keine Symptome. Das Problem ist aber: Sie können das Virus an Risikogruppen weitergeben, auch schon ein, zwei Tage, bevor die ersten Symptome auftreten.

    Je älter die Patienten sind und je mehr Vorerkrankungen etwa an Herz und Lunge sie haben, desto häufiger ist ein schwerer Verlauf, bei dem es zu einer tödlichen Lungenentzündung kommen kann. In Deutschland leben rund 22 Millionen Menschen mit relevanten Vorerkrankungen. Infizieren sich viele von ihnen auf einmal, könnte das die Krankenhäuser überlasten.

    Von den Patienten, die auf der Intensivstation beatmet werden mussten, sind je nach Alter zwischen 30 und 60 Prozent verstorben. Männer müssen im Schnitt doppelt so häufig beatmet werden wie Frauen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass einer von 167 Infizierten an Covid-19 verstirbt.

    Wann soll ich einen Corona-Test machen?

    Ob und wann ein Test sinnvoll ist, sollten Sie zunächst mit Ihrem (Haus-)Arzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117) besprechen. Gehen Sie nicht ohne Ankündigung ins Testzentrum oder zum Arzt. Sie sollten sich dann testen lassen, wenn Covid-19-Symptome auftreten, und zwar möglichst unmittelbar nach deren erstem Auftreten.

    Das ist insbesondere deshalb wichtig, damit bei einem positiven Ergebnis mögliche Kontaktpersonen ausfindig gemacht und Infektionsketten unterbrochen werden können. Die Kosten werden übernommen. Testen lassen sollten Sie sich auch, wenn Sie aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkommen.

    Solange das Testergebnis aussteht (in der Regel bekommen Sie es nach 48 Stunden), bleiben Sie in Quarantäne. Ist das Testergebnis positiv, bleiben Sie in Quarantäne und sollten möglichst auch den Kontakt zu Personen innerhalb Ihres Haushalts vermeiden. Lüften Sie regelmäßig, waschen Sie sich immer wieder gründlich die Hände, und verwenden Sie unterschiedliche Handtücher, Bettwäsche und Geschirr. Nehmen Sie Mahlzeiten möglichst getrennt von anderen ein. Lieferungen sollten vor dem Haus- oder Wohnungseingang abgelegt werden. Niesen Sie in ein Taschentuch oder in die Ellenbeuge, und nicht in die Hand. Zudem sollten Türklinken, Lichtschalter und andere Oberflächen regelmäßig gereinigt werden.

    Nicht sinnvoll sind Corona-Tests einfach so, etwa, wenn man Angehörige besuchen will. Vermeiden Sie im Zweifel lieber den Kontakt. Viele Labore sind an ihrer Belastungsgrenze, und es ist wichtig, dass die Tests den wirklich notwendigen Fällen vorbehalten bleiben. Massentests haben bereits dazu geführt, dass Labore fehlerhaft arbeiteten, weil die Chemikalien knapp geworden sind.

    Was bringen Corona-Schnelltests?

    Schnelltests weisen im Gegensatz zu den PCR-Tests kein Erbmaterial des Virus nach, sondern andere Bestandteile. Wie beim PCR-Test wird ein Abstrich aus dem Nasen-Rachenraum gemacht. Der große Vorteil: Die Tests liefern innerhalb von einer Viertelstunde ein Ergebnis. Das ist allerdings ungenauer als bei den PCR-Tests. Trotzdem kann ein Schnelltest sinnvoll sein, etwa bei einem akuten Ausbruch an einer Schule, oder wenn es um den Schutz von älteren Personen geht, zum Beispiel beim Besuch im Altenheim.

    Auch für eine schnelle Kontrolle beim Betreten einer Arztpraxis können die Schnelltests sinnvoll sein. Ein negatives Testergebnis bedeutet aber nicht, dass man auf keinen Fall infiziert ist. Für einen Test daheim sind die Schnelltests nicht geeignet. Auch sie müssen von medizinischen Fachkräften durchgeführt werden.

    Ich hatte Kontakt zu einem Corona-Infizierten - was soll ich tun?

    Hatten Sie Kontakt zu einer infizierten Person, dann könnten Sie in den nächsten vierzehn Tagen ansteckend sein, auch wenn Sie keine Symptome haben. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie mindestens 15 Minuten direkten Kontakt mit der infizierten Person hatten, etwa im Rahmen eines Gesprächs, oder wenn Sie gemeinsam gefeiert, gesungen oder sich geküsst haben (Kontaktperson Kategorie 1 = höheres Infektionsrisiko).

    Sie sollten sich zu Hause für vierzehn Tage in Quarantäne begeben und unnötige Kontakte vermeiden, insbesondere zu Personen, die zur Risikogruppe zählen (ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen).

    Informieren Sie das örtliche Gesundheitsamt telefonisch. Halten Sie sich an die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) und beobachten Sie ihren Gesundheitszustand: Treten Symptome auf, die auf eine Infektion schließen lassen? Nehmen Sie im Zweifel Kontakt zu ihrem (Haus-)Arzt oder zum ärztlichen Bereitschaftsdienst auf (Tel. 116 117), um das weitere Vorgehen zu besprechen. Hier können Sie auch besprechen, ob ein Test sinnvoll ist und wo Sie diesen am besten durchführen können. Bleiben Sie in Quarantäne, solange kein Testergebnis da ist bzw. bevor nicht die vierzehn Tage verstrichen sind. In Notfällen, etwa bei akuter Atemnot, rufen Sie den Notdienst an (Tel. 112).

    Was mache ich, wenn ein Angehöriger in Quarantäne muss, und was darf ich in der Quarantäne tun?

    Handelt es sich bei den möglicherweise Infizierten um Angehörige desselben Haushalts, wie Kinder oder Partner? Dann sollten Sie sich selbst mit in Quarantäne begeben. Denn vielleicht haben Sie sich selbst bereits angesteckt. Eventuelle Verdienstausfälle übernimmt übrigens der Arbeitgeber, wenn Sie das örtliche Gesundheitsamt informieren und das die Isolation anordnet.

    Solange Sie vom Homeoffice aus arbeiten können und dazu körperlich in der Lage sind, sollten Sie das tun. Sie dürfen auch sonst alles tun, wonach Ihnen der Sinn steht (wie etwa daheim Sport machen etc.). Halten Sie jedoch Abstand zu den möglicherweise Infizierten in Ihrem Haushalt (siehe unten).

    Wenn es sich bei den möglicherweise Infizierten um Angehörige handelt, die in einem anderen Haushalt leben, und zu denen Sie noch keinen längeren Kontakt hatten, müssen Sie nicht in Quarantäne. Meiden Sie den Kontakt zu den Angehörigen, solange diese kein negatives Testergebnis haben bzw. die Quarantänezeit noch nicht abgelaufen ist. 

    Welche Behandlungsmöglichkeiten für Corona gibt es? 

    Bisher gibt es keinen Durchbruch. Schwer Erkrankte bekommen das Kortison-Präparat Dexamethason. Das kann die Sterblichkeit senken. Zugelassen ist auch das Ebola-Mittel Remdesivir. Es soll den Aufenthalt im Krankenhaus verkürzen. Ob das funktioniert, ist allerdings umstritten. Wichtig ist bei Intensivpatienten eine Blutverdünnung, weil sich häufig Thrombosen und Lungenembolien bilden.

    Schwer Erkrankte werden künstlich beatmet, im Schnitt für zwei Wochen oder die Lungenfunktion wird vorübergehend komplett maschinell ersetzt.

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