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Fake-News-Ticker: Falschmeldungen zu Corona im Faktencheck | BR24

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Unter anderem um den PCR-Test ranken sich viele Mythen und Gerüchte.

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    Fake-News-Ticker: Falschmeldungen zu Corona im Faktencheck

    Gerüchte und Falschmeldungen zu Corona verbreiten sich so schnell wie das Virus selbst. Der #Faktenfuchs überprüft laufend Behauptungen.

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    Von
    • Patrizia Kramliczek
    • Sophie Rohrmeier
    • Bernd Oswald
    • Elisabeth Kagermeier
    • Jana Heigl

    Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hat Deutschland im Januar erreicht. Seither steigen die Zahlen der Infizierten. Viele Menschen sind verunsichert. Gerade im Internet und in den sozialen Netzwerken verbreiten sich Gerüchte, Verschwörungstheorien und Mutmaßungen. Dafür braucht es nicht viel: Ein einzelner Nutzer kann eine Falschbehauptung in die Welt setzen – wenn andere sie aufgreifen, verbreitet sie sich schnell weiter. Der #Faktenfuchs sammelt die Gerüchte hier und klärt auf, was wirklich stimmt.

    09.04.2021: Unsauberer Zahlenvergleich durch Söder

    Ein Nutzer hat den Faktenfuchs auf einen Zahlenvergleich von Markus Söder aufmerksam gemacht. Der bayerische Ministerpräsident sagte nach dem Corona-Gipfel am 10. Februar vor der Presse: „"Wir in Bayern haben die Zahlen der Infizierten um 90 Prozent gesenkt seit dem Höhepunkt der Maßnahmen." Der Nutzer sah hier eine Falschaussage, denn der Inzidenzwert für ganz Bayern lag am 10. Februar bei 69,1, während der höchste vermeldete Inzidenzwert im Dezember bei 227,8 lag. Das entspricht lediglich einer Abnahme von rund 70 Prozent.

    Auf Anfrage des BR antwortete eine Sprecherin der Bayerischen Staatskanzlei, die Aussage habe sich auf die Anzahl der täglichen Neuinfektionen bezogen. Verglichen worden seien die vom Robert Koch-Institut vermeldeten Werte vom vorangegangenen Dienstag, den 9. Februar, mit den Werten vom 31. Dezember, dem Tag mit den meisten gemeldeten Neuinfektionen in Bayern.

    Der Faktenfuchs hat nachgerechnet: Nach dem Datenstand des RKI vom 10. Februar waren das am 9. Februar 436 Neuinfektionen, am 31. Dezember 5.720. Das entspricht einer Abnahme von 92,4 Prozent.

    Allerdings hat ein solcher Vergleich einzelner Tageswerte nur eine begrenzte Aussagekraft. Am 10. Februar selbst waren es bayernweit 1.095 Neuinfektionen – das entspricht im Vergleich mit dem 31. Dezember nach damaligem Datenstand einer Abnahme von 80,9 Prozent. Zu Beginn der Woche fallen die Fallzahlen im Allgemeinen niedriger aus.

    31.03.2021: Keine Parasiten auf Schnelltest-Stäbchen

    Kleine schwarze Fäden, die sich angeblich auf den Teststäbchen von Corona-Schnelltests befinden, sorgen momentan im Netz für Aufregung. Die Videos, in denen Menschen die Stäbchen unter dem Mikroskop “untersuchen”, verbreiteten sich stark im Netz - und mit ihnen die Behauptung, bei den schwarzen Fäden handele es sich um Parasiten oder gar “Morgellons”.

    Die Behauptung ist falsch, die schwarzen Fäden sind nichts anderes als ungefährliche Textilfasern, wie verschiedene Experten bestätigten. Für die vermeintliche Bewegung der Fasern können antistatische Kräfte oder ein Luftzug verantwortlich sein.

    Im Zusammenhang mit den Teststäbchen wurden auch die sogenannten Morgellons genannt. Morgellons gibt es nicht. Bei der Morgellons-Krankheit glauben Betroffene, ihnen würden unbelebte Fasern aus der Haut wachsen. Mediziner sprechen von Wahnvorstellungen, da “Morgellons” nie medizinisch nachgewiesen werden konnten.

    Mehr dazu gibt es in diesem #Faktenfuchs.

    29.03.2021: Kein Rückruf von FFP2-Masken für Münchner Lehrer

    Ein User behauptet auf Twitter, Lehrer an städtischen Schulen in München hätten FFP2-Masken, die sie bereits im November von der Stadt München bekommen hatten, wieder zurückgeben müssen. Angeblich, weil Qualitätsmängel festgestellt worden waren. Das ist falsch.

    Dem #Faktenfuchs wurde von der Stadt und dem Bayerischen Kultusministerium bestätigt, dass es diese Rückrufaktion nie gegeben hat. Die Qualität der Masken wurde durch das Bayerische Gesundheitsministerium und die Bayerische Prüfstelle für Schutzgüter am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bestätigt.

    An Münchner Schulen mussten also keine Masken zurückgerufen werden. Grundsätzlich sind solche Rückrufe seit Beginn der Corona-Pandemie allerdings häufig. Weitere Details dazu hat der #Faktenfuchs hier recherchiert.

    28.03.2021: Kaum Belege für Schadstoffe in Masken

    In einem Blog-Artikel wird behauptet, FFP2- und OP-Masken enthielten Schadstoffe und Mikroplastik, das in die tiefen Atemwege gelangen und dort gesundheitlich Probleme verursachen könnte. Die Aussage stammt von Michael Braungart, dem wissenschaftlichen Leiter des Vereins Hamburger Umweltinstitut, und basiert nicht auf einer wissenschaftlichen Untersuchung, wie Braungart selbst zugibt. Auch auf Nachfrage liefert er weder Beweise noch macht er genaue Angaben zu den untersuchten Masken.

    Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat laut eigenen Aussagen bislang zwei FFP2-Masken und eine medizinische Maske auf Schadstoffe untersucht und dabei bei den FFP2-Masken Schadstoffe festgestellt. In welchem Ausmaß ist unklar. In Produkttests der Stiftung Warentest wurden dagegen keine Schadstoffe in FFP2-Masken nachgewiesen.

    Alle weiteren Details sind in diesem #Faktenfuchs zusammengefasst.

    19.03.2021: Regierung kann Zahl der Corona-Tests nicht willkürlich steuern

    Die Anzahl der durchgeführten Corona-Tests lieferte in der Vergangenheit immer wieder Diskussionsstoff. Zuletzt überprüfte der #Faktenfuchs die Behauptung, die Regierung wolle mit der Testanzahl die öffentliche Meinung in ihrem Sinne beeinflussen. Das ist falsch. Die Regierung kann nur indirekt steuern, wie viele sich testen lassen - zum Beispiel durch Empfehlungen. Am Ende entscheidet aber in der Regel der Bürger, ob er einen Test macht.

    Darüber hinaus gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der Tests und der Anzahl der Corona-Fälle. Anders als behauptet gibt es keine statistischen Belege dafür, dass die Testzahlen nach der Einführung der Corona-Beschränkungen sinken und nach Lockerungen steigen würden.

    19.03.2021: Ist eine Testpflicht in Betrieben rechtlich möglich?

    Auf einer Pressekonferenz hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder behauptet, für eine Testpflicht in Betrieben fehle die rechtliche Grundlage. Als Beleg nannte er einen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH). Die Mitarbeiterin eines Seniorenzentrums hatte geklagt, die drei wöchentlichen Corona-Tests seien ein Eingriff in ihre Grundrechte, zumal mittlerweile die Bewohner ihrer Einrichtung alle geimpft waren. Das Gericht gab ihr Recht.

    Söder argumentiert, wenn die Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen nicht zulässig ist, könne man sie auf andere Bereiche - wie Betriebe und Unternehmen - auch nicht anwenden. Juristen widersprechen: Der VGH habe lediglich die Begründung der Bayerischen Regierung für die Testpflicht als unzulässig erklärt, es gebe aber noch eine weitere Möglichkeit im Infektionsschutzgesetz. Mehr Infos dazu, wie eine Testpflicht in Betrieben begründet werden könnte, gibt es in diesem #Faktenfuchs.

    17.03.2021: Impfstopp: Irreführender Vergleich von Thrombosen

    Nachdem Astrazeneca in Deutschland zeitweise ausgesetzt wurde, kursierte ein Vergleich zwischen den mutmaßlichen Nebenwirkungen des Impfstoffs mit denen der Anti-Baby-Pille.

    Die Hirnvenenthrombosen, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Astrazeneca-Impfung aufgetreten sind, lassen sich aber nicht mit häufigeren Thrombosen, die sich etwa in den Beinen bilden, vergleichen. Solche tiefen Beinvenenthrombosen sind eine bekannte Nebenwirkung der Anti-Baby-Pille.

    Weitere Details zu diesem irreführenden Vergleich von Hirnvenenthrombosen und normalen Thrombosen hat der #Faktenfuchs hier gesammelt.

    12.03.2021: Keine Mehrfachzählung von Corona-Infizierten

    Über Whatsapp und Twitter verbreitet sich ein Video mit folgender Behauptung: Wenn sich eine positiv auf Corona getestete Person erneut testen lässt, um etwa wieder arbeiten gehen zu können, und dieser Test abermals positiv ausfällt, werde er als Neuinfizierter gezählt. Angeblich könne der erneute positive Test nicht zugeordnet werden. Dadurch, so die Behauptung, entspreche die Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) nicht den tatsächlichen Zahlen.

    Die Behauptung in dem selbstgedrehten Video stellt eine Allgemeinmedizinerin auf, die bereits auf Querdenken-Veranstaltungen aufgetreten ist. Als Beleg nennt sie eigene Recherchen sowie einen angeblichen Mailverkehr mit dem RKI. Doch ihre Behauptung ist falsch, wie dieser #Faktenfuchs zeigt.

    Im Infektionsschutzgesetz ist geregelt, welche Informationen an wen übermittelt werden - die Anonymisierung der Daten durch das Gesundheitsamt erfolgt erst nach der Feststellung, ob es sich um eine Neuinfektion handelt. Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) schreibt auf #Faktenfuchs-Anfrage: "Es kommt vor, dass Personen mehrfach (positiv) getestet werden. Es erfolgt dann eine Bewertung, ob es sich um eine Neuinfektion handelt oder ob es sich um den Nachweis einer bestehenden Infektion handelt." Der Nachweis einer bestehenden Infektion wird laut LGL zwar erfasst, aber nicht als neuer Fall gewertet.

    11.03.2021: Neurologin fällt mir irreführender Kritik zur Maskenpflicht auf

    Ein Video der Ärztin Margareta Griesz-Brisson mit Falschbehauptungen zur Maskenpflicht verbreitet sich im Netz. Darin behauptet sie, die Vorschriften für die Anwendung von FFP2-Masken könnten im Alltag nicht erfüllt werden. Arbeitsschutz-Vorschriften müssen allerdings bei der Verwendung von FFP2-Masken im Alltag auch gar nicht eingehalten werden. Sie können aber eine Orientierungshilfe für den alltäglichen Gebrauch sein.

    Griesz-Brisson bezeichnet die Maskenpflicht in ihrem Video außerdem als “medizinische Zwangsmaßnahme” und sagt, sie sei medizinethisch und rechtlich problematisch. Das ist falsch. Zwei vom #Faktenfuchs befragte Medizinethiker widersprechen dieser Behauptung mit Argumenten, die wir in diesem #Faktenfuchs darlegen - ebenso wie die restliche Einordnung der Aussagen von Griesz-Brisson.

    05.03.2021: Gelten die Corona-Regeln für Fußballer nicht?

    Die Frage, warum die Teamkollegen eines infizierten Fußballers nicht in Quarantäne müssen, die Teamkollegen eines infizierten Sportlers in einer anderen Sportart aber schon, wurde immer wieder an den #Faktenfuchs herangetragen.

    Ob und für wen Gesundheitsämter eine Quarantäne verhängen, hängt vom Ergebnis einer Einzelfallprüfung ab. Die Gesundheitsämter prüfen dabei, wer, wie oft, wie lange, wo, in welchem Abstand und mit oder ohne Mundschutz mit einem Infizierten Kontakt gehabt hat. Dabei kommen die Gesundheitsämter oft zu unterschiedlichen Ergebnissen: Beim FC Bayern hat das Gesundheitsamt München bislang jeweils nur den infizierten Spieler in Quarantäne geschickt. Richtig ist auch, dass in Hallensportarten wie Handball oder Basketball nach einem Corona-Fall die ganze Mannschaft in Quarantäne geschickt wurde.

    Die Gesundheitsämter geben keine Informationen zu den Einzelfällen heraus. Der zuständige Mannschaftsarzt des FC Bayern sagt, der Verein setze das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga, das darauf abzielt, Kontakte zu vermeiden, genau um. Das Hygienekonzept verfolge den Zweck, dass nach einem positiven Corona-Fall die anderen Spieler keine sogenannten Kontaktpersonen eins seien.

    Viele BR24-Nutzer fragen sich auch, warum Fußballer in Risikogebiete reisen dürfen – ohne nach der Rückkehr in Quarantäne zu müssen.

    Wer nach einer Rückreise aus Risikogebieten gegebenenfalls in Quarantäne muss und für wie lange, ist in den Einreise-Quarantäneverordnungen der Bundesländer geregelt. Normalerweise müssen Rückreisende danach in häusliche Quarantäne, es gibt jedoch auch eine Reihe von Ausnahmen. In der bayerischen Einreise-Quarantäneverordnung ist auch die Teilnahme an internationalen Sportveranstaltungen als eine solche Ausnahme aufgeführt. Deswegen musste zum Beispiel das Team des FC Bayern nach seinen Europacup-Reisen oder der Weltpokal-Reise nicht in Quarantäne.

    03.03.2021: Sind die Krankenhaus-Zahlen der Jahre 2020 und 2019 vergleichbar?

    Im Netz verbreitet sich eine Statistik, die angeblich belegt, dass Krankenhäuser von der Pandemie kaum betroffen seien. Sie besagt, dass die absolute Anzahl an Patienten in Krankenhäusern 2020 im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Auch die Zahl der SARI-Patienten, also der Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen (serious acute respiratory infections), ist demnach um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Ebenso war Zahl der Intensiv- und der beatmeten Patienten geringer als im Vorjahr.

    Die Zahlen stimmen, aber über die tatsächliche Belastung der Krankenhäuser sagen sie wenig aus. Dieser #Faktenfuchs zeigt, dass sich die Krankenhaus-Zahlen von 2020 aufgrund mehrerer Faktoren nicht ohne Weiteres mit denen von 2019 oder anderen Vorjahren vergleichen lassen. Eine angeblich nicht vorhandene Überlastung lässt sich aus ihnen nicht ableiten.

    02.03.2021: Wann ist eine Studie aussagekräftig?

    Während der Corona-Pandemie werden in einem noch nie dagewesenen Tempo wissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlicht. Doch wann sind die Aussagen einer Studie eigentlich belastbar, fragt dieser #Faktenfuchs.

    Innerhalb der Wissenschaft gibt es klare Kriterien, was eine aussagekräftige Studie ausmacht und was nicht - wenngleich der Begriff selbst nicht geschützt ist. Je höher eine Studie auf der sogenannten Evidenz-Pyramide angesiedelt ist, desto glaubwürdiger ist sie. Auch das Fachmagazin, in dem eine Studie veröffentlicht wurde, kann ein Hinweis darauf sein, wie gut sie ist. Darüber hinaus sollte der Autor oder die Autorin vom Fach sein und im besten Fall auch schon häufiger zu diesem Thema veröffentlicht haben.

    Für Laien ist das alles aber nicht auf den ersten Blick erkenntlich. Das nutzen manche Gruppen aus, um mit "Studien" zu beeindrucken oder die öffentliche Meinung zu manipulieren, auch wenn die Erkenntnisse solcher Veröffentlichungen im wissenschaftlichen Sinne nicht belastbar sind.

    27.02.2021: Sind Aerosole im Freien ein Ansteckungsrisiko?

    Viele fragen sich, ob sie sich auch im Freien über Aerosole mit Corona anstecken könnten. Zum Beispiel, wenn sie Joggern, Rauchern oder Fahrradfahrern begegnen. Doch wie groß ist die Ansteckungsgefahr draußen wirklich?

    Das ist bisher nicht ganz klar zu beantworten, bilanziert dieser #Faktenfuchs. Denn die Forschungslage zu Ansteckungen im Freien ist dünn. Trotzdem sind Forscher sicher: Sich im Freien über Aerosole mit Sars-Cov-2 zu infizieren ist nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich. Dafür sorgen die stete Luftbewegung und der meist nur kurze Kontakt zu Passanten – egal, ob Jogger, Radfahrer oder Raucher. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen möchte, kann zusätzlich Abstand halten und eine Maske tragen.

    26.02.2021: Wer sind die Corona-Infektionstreiber?

    Im Zuge der Diskussion um eine Exit-Strategie aus dem Corona-Lockdown wird immer wieder behauptet, bestimmte Geschäfte oder auch Schulen seien keine Infektionstreiber. Doch lässt sich das tatsächlich so genau sagen? Dieser #Faktenfuchs hat das geprüft und kommt zu dem Ergebnis:

    Wer die sogenannten Corona-Infektionstreiber sind, lässt sich abschließend nicht sagen. Die Studienlage ist nicht eindeutig und lässt nach Aussage des Medizinstatistikers Gerd Antes Spielraum für Interpretationen. Fest steht, dass ein Großteil der Infektionsorte nicht ermittelt werden kann. Laut RKI kann nur in einem Sechstel der Fälle nachvollzogen werden, wo die Ansteckung stattgefunden hat. Sofern bekannt, finden die meisten Ansteckungen in privaten Haushalten sowie in Alten- und Pflegeheimen statt.

    Ob bestimmte Orte wie Einzelhandel oder Gastronomie "Infektionstreiber" sind, lässt sich weder verifizieren noch falsifizieren. Letztlich fehlen belastbare empirische Belege - weil, so Antes, "nicht messbar ist, wann und wo die Infektion erfolgt".

    23.02.2021: MERS-Coronavirus: Warum gab es 2012/13 keine Pandemie?

    2012 brach das MERS-Coronavirus aus – zu einer Pandemie kam es damals nicht. Im Netz verbreiten sich viele Fragen dazu: Warum brauchte es damals keine Ausgangsbeschränkungen oder Maskenpflicht? Und könnte eine MERS-Pandemie noch drohen?

    Der #Faktenfuchs klärt: Dass es 2012/13 nicht zu einer Pandemie kam, liegt daran, dass das Virus weniger ansteckend ist, als zunächst befürchtet wurde. Viele Infizierte hatten damals Kontakt zu Dromedaren, dem eigentlichen Wirt des Virus. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten. Bis zum ersten Februar 2021 gab es weltweit über 2.500 laborbestätigte Fälle, davon endeten 936 tödlich. Eine künftige Pandemie ist aber nicht auszuschließen: Das MERS-Virus könnte mutieren und dadurch ansteckender werden. Generell halten Experten die Wahrscheinlichkeit, dass es in Zukunft weitere Pandemien geben wird, für relativ hoch – ob durch MERS-, SARS- oder andere Viren.

    19.02.2021: Friseure im Lockdown: Von Selbstschneiden bis Sonderregelung

    Friseur-Salons sind wegen Corona über Monate geschlossen gewesen. Wenn in dieser Zeit Politiker oder Promis frisiert auftreten, ist die Empörung groß. Gibt es Ausnahmen oder Privilegien, wer sich wie frisieren lassen darf, fragt dieser #Faktenfuchs.

    Nicht jede oder jeder, der sich frisiert in der Öffentlichkeit zeigt, hat sich verbotenerweise die Haare schneiden lassen. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele. Zugleich gibt es Personen des öffentlichen Lebens, die im Rahmen ihrer Berufsausübung gestylt oder denen die Haare geschnitten werden. Eine pauschale Sonderregel gibt es aber nicht: Es gelten jeweils die Einschätzungen der Landes- und Kommunalbehörden.

    18.02.2021: Braucht es in Klassenzimmern technische Hilfe beim Lüften?

    Um das Corona-Infektionsrisiko in Schulen niedrig zu halten, müssen die Klassenzimmer gut belüftet werden. München setzt dabei aufs Fensteröffnen. Doch Physiker sagen: Ein ausreichender Luftaustausch geht nur mit technischer Hilfe, wie dieser #Faktenfuchs zeigt.

    Luftreinigungsgeräte mit guten Filtern entfernen SARS-Cov-2-haltige Aerosolpartikel zu fast 100 Prozent aus der Luft. Verschiedene Wissenschaftler sind sich einig, dass sich das indirekte Infektionsrisiko (umherschwebende Viren) durch sie deutlich verringern lässt - insbesondere, wenn Lehrer und Schüler Masken tragen. Und: Das bayerische Kultusministerium fördert die Anschaffung solcher Luftreinigungsgeräte.

    München greift nicht auf diese Förderung zurück, weil es den Nutzen solcher Anlagen noch nicht für erwiesen hält. München setzt stattdessen weiter aufs regelmäßige Stoßlüften. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft empfiehlt hingegen den Einsatz technischer Geräte zur Lüftung, weil nur so der nötige Luftaustausch erfolgen könne - unabhängig von Außentemperatur, Wetter und Raumbeschaffenheit.

    17.02.2021: Ja, Polizeieinsätze dürfen gefilmt werden

    Polizeikontrollen sind momentan ein gängiges Bild. Immer mehr Menschen halten mit dem Handy drauf, wenn sie selbst oder Umstehende in eine Kontrolle geraten. Manchmal fordert die Polizei, solche Aufnahmen zu löschen. Zu Unrecht, wie dieser #Faktenfuchs klärt.

    Das bloße Filmen von Polizeieinsätzen ist zur Beweissicherung erlaubt, um eine Kritik an staatlichem Handeln zu ermöglichen. Das bestätigt ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2015. Schwierig wird der Sachverhalt, wenn die Clips im Netz veröffentlicht werden. Dann kommt es auf den Einzelfall an: Gelten die Persönlichkeitsrechte der Polizeibeamten oder handelt es sich etwa um ein Ereignis der Zeitgeschichte und des öffentlichen Interesses? Das muss ein Gericht beurteilen. Und: Ein besonderes Augenmerk liegt auf Tonaufnahmen, falls Vertrauliches zwischen den Beamten oder einem Polizisten und einer weiteren Person gesprochen wird. Dann ist bereits das Aufnehmen rechtswidrig.

    12.02.2021: Warum RKI-Chef Wieler nicht "nur ein Tierarzt" ist

    RKI-Präsident Lothar Wieler ist Veterinärmediziner. Wenn Kritiker, auch in BR24-Kommentaren, den renommierten Wissenschaftler ausschließlich als "Tierarzt" bezeichnen, dann ist das auch rhetorische Strategie, um ihn abzuwerten, wie dieser #Faktenfuchs klärt.

    Tatsächlich hat Lothar Wieler, derzeitiger Präsident des Robert-Koch-Instituts, seine Laufbahn mit dem Studium der Tiermedizin begonnen und die Prüfung zum Fachtierarzt für Mikrobiologie abgelegt. Dazu kommen jedoch viele weitere Qualifikationen in Wissenschaft, Forschung und Gesundheitsmanagement. Für die derzeitigen Aufgaben bei der Pandemiebewältigung ist er damit durchaus qualifiziert: Denn beim SARS-CoV-2-Virus, Auslöser der Pandemie, handelt es sich nach dem heutigem Wissensstand um eine sogenannte "Zoonose" - also eine Infektionskrankheit, die aus dem Tierreich auf den Menschen übertragen wurde. Der RKI-Präsident ist als anerkannter Wissenschaftler Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und in internationalen Gruppierungen und Gremien tätig, die an der Vorbeugung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten arbeiten.

    12.02.2021: Wie tschechische Pendler die Infektionszahlen beeinflussen

    Weil besonders die bayerischen Landkreise nahe der tschechischen Grenze hohe Infektionszahlen aufweisen, mutmaßen einige, Pendler aus dem benachbarten Tschechien seien der Grund dafür. So einfach ist es aber nicht, wie dieser #Faktenfuchs klärt.

    In bayerischen Testzentren nahe der Grenze, wo viele tschechische Pendler getestet werden, sind etwa fünf bis sieben Prozent der Corona-Tests positiv. Die Positivrate liegt damit im bayerischen Durchschnitt oder sogar darunter. Sie liefert also keinen Hinweis darauf, dass die tschechischen Pendler das Infektionsgeschehen in der bayerischen Grenzregion nach oben treiben würden.

    Und: Tschechische Pendler, die in solchen Testzentren positiv getestet werden, zählen nicht in die Infektionsstatistik des Landkreises, in dem der Test durchgeführt wurde. In dieser Statistik werden nur Personen mit Erstwohnsitz im jeweiligen Landkreis geführt. Positive PCR-Tests tschechischer Pendler werden von den Gesundheitsämtern direkt an die zuständigen tschechischen Behörden übermittelt, wo sie dann auch in die Statistik einfließen.

    Die Landkreise in der Grenzregion gehen trotzdem davon aus, dass der Grenzverkehr einen gewissen Einfluss auf das Infektionsgeschehen hat. Das bayerische Gesundheitsministerium weist aber darauf hin, dass die Entwicklung der Infektionszahlen vor allem von der Einhaltung der lokalen Maßnahmen abhänge.

    07.02.2021: Querdenker: Wer sie sind - und wie sich die Bewegung entwickelt

    Die Demos der "Querdenker" gegen die Corona-Maßnahmen sorgten bundesweit für Aufsehen. Zum Jahreswechsel gab es eine Demo-Pause, doch jetzt wird die Bewegung wieder aktiv. Der #Faktenfuchs klärt, wer dahinter steckt und wen der Protest anzieht: Die im April 2020 vom Stuttgarter IT-Unternehmer Michael Ballweg gegründete Initiative "Querdenken 711" lehnt Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern ab und fordert die Rücknahme aller Grundrechtseinschränkungen. Inzwischen haben sich mehr als 60 lokale Querdenker-Gruppen gegründet, die Corona-Demonstrationen abhalten.

    Querdenken bezeichnet sich als "überparteilich": Man schließe keine Meinung aus und stehe auf dem Boden des Grundgesetzes. Die Querdenker-Bewegung ist sehr heterogen, das Spektrum reicht von Impfgegnern über Esoteriker, generellen Staatsskeptikern und Verschwörungstheoretikern bis hin zu Rechtsextremisten sowie Reichsbürgern. Weil es gerade in der Führungsebene von "Querdenken 711" sowohl personell als auch ideologisch Überschneidungen zu Rechtsextremisten und Reichsbürgern gebe, wird diese seit Dezember 2020 vom baden-württembergischen Verfassungsschutz beobachtet. Mehr Infos gibt es in diesem #Faktenfuchs.

    05.02.2021: #Faktenfuchs: Lufens Zahlen belegen ihre Schlussfolgerung nicht

    Ein Video, in dem die Sat-1-Moderatorin Marlene Lufen über die "Nebenwirkungen" des Lockdowns spricht, geht viral. Auch Gegner der Corona-Maßnahmen machen es sich zu eigen. Warum ihr Appell zwar viele richtige Zahlen enthält, sie diese aber irreführend einsetzt, klärt dieser #Faktenfuchs.

    Die Moderatorin beklagt in dem Video, dass die Politik die Folgen der Corona-Maßnahmen (etwa Gewalt an Frauen und Kindern oder die psychische Belastung) nicht ausreichend mitdenke. Lufen impliziert, dass die negativen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen schlimmer seien als die Infektions- und Todesfallzahlen wären, wenn man auf die Maßnahmen verzichten würde. Die Zahlen, die Moderatorin Marlene Lufen in ihrem Video nennt, stimmen zwar. Es fehlen aber Vergleichszahlen aus den Jahren ohne Lockdown - sodass ein direkter Zusammenhang zwischen vielen der genannten Zahlen und dem Lockdown nicht belegt ist.

    04.02.2021: BKA-Bericht: Linke nicht größte Gefahr bei "Querdenken"-Demos

    In Telegram-Chatgruppen wird behauptet, ein internes Papier des Bundeskriminalamts belege: Die Gewalt auf Querdenken-Demonstrationen gehe hauptsächlich von Links aus. Das ist aus dem Zusammenhang gerissen, wie dieser #Faktenfuchs klärt. Denn: Das BKA beschreibt in der als Verschlusssache eingestuften Gefährdungsbewertung zwar die Gefahr, die von linksradikalen Demonstranten der Gegenproteste ausgeht. Allerdings beschreibt der Bericht ebenfalls, wie die rechte Szene Teilnehmer für Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen mobilisiert. Das Dokument spricht also die "Querdenker"-Bewegung nicht davon frei, extremistisch zu sein, wie User behaupten.

    03.02.2021: Gesetz oder Verordnung? Die Begriffe der Pandemiebekämpfung

    In der Debatte um Corona-Maßnahmen werden Begriffe wie "Infektionsschutzgesetz" und "Infektionsschutzmaßnahmenverordnung" häufig synonym verwendet. Das sorgt für Verwirrung. Dieser #Faktenfuchs klärt die juristischen Unterschiede.

    29.01.2021: "Fake-Impfung" des Tirschenreuther Landrats ist aus dem Kontext gerissen

    Ein Fernsehbeitrag des regionalen Fernsehsenders Oberpfalz TV kursiert im Netz gerade als vermeintlicher Beweis für eine "Fake Impfung". Man sieht den Tirschenreuther Landrat Roland Grillmeier, wie er eine Spritze mit Schutzkappe auf den Arm gedrückt bekommt. Doch das Video ist aus dem Kontext gerissen: Im Beitrag wurde über den Probedurchlauf in einem Impfzentrum berichtet, an dem auch Grillmeier teilgenommen hat. Keiner der Teilnehmer wurde an diesem Tag geimpft; der Impfstoff war zum Zeitpunkt des Beitrags noch nicht einmal von der EU zugelassen.

    Inhalte aus ihrem Zusammenhang zu reißen, ist eine beliebte Strategie der Ersteller von Desinformation. Dabei sind sie sich ihrer Lüge oft bewusst. Mehr dazu lesen Sie in diesem #Faktenfuchs.

    23.01.2021: Corona-Impfung: Desinformation durch Ärzte und Apotheker

    Einige Ärzte, Apotheker und Psychotherapeuten wollen sich nicht an der Unterstützungsaktion für eine Corona-Impfung beteiligen. Das begründen sie in einem offenen Brief an Apotheker- und Ärztekammern mit vielen Falschbehauptungen. Die meisten davon hat der #Faktenfuchs bereits gecheckt. Neu ist etwa die Behauptung, eine Impfung könne schwerwiegende Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Schizophrenie auslösen. Dafür gibt es keinerlei Hinweise, wie verschiedene Experten dem #Faktenfuchs bestätigen.

    22.01.2021: Warum viele FFP2-Masken die Nummer derselben Prüfstelle tragen

    CE 2163: Viele FFP2-Masken, die jetzt in Deutschland erhältlich sind, tragen diese Nummer einer türkischen Prüfstelle. Manche Nutzer in sozialen Medien fragen sich, ob es wirklich sein kann, dass eine einzige Prüfstelle in Istanbul so viele Masken prüft. Und wie gut kann diese Prüfung dann sein? Tatsächlich sind in Deutschland derzeit eine Reihe von FFP2-Masken erhältlich, die von derselben türkischen Prüfstelle "Universal Certification" zertifiziert wurden. Diese Prüfstelle bescheinigt also, dass die Maske die Sicherheitsanforderungen der EU-Verordnung für persönliche Schutzausrüstung erfüllt.

    "Universal Certification" zertifizierte nach eigener Aussage bislang 60 Maskenmodelle, die in der EU auf dem Markt sind. Mit den dazu notwendigen Qualitäts- und Sicherheitstests beauftragt die Prüfstelle teilweise spezialisierte Test-Labore, unter anderem aus China. Dieses Outsourcen ist rechtlich zulässig. Dabei gelten für die Subunternehmer die gleichen Qualitätsanforderungen wie für die Prüfstellen selbst.

    "Bei den Tests, die ein von uns beauftragtes Labor durchführt, nehmen wir die abschließende Bewertung selbst vor", schreibt "Universal Certification" dem #Faktenfuchs. Weitere Teststufen würden in anderen Laboren oder durch "Universal Certification" selbst durchgeführt. So sei eine Gegenprobe gewährleistet. Die notifizierte Stelle trägt laut PSA-Verordnung die Verantwortung dafür, dass auch diese Subunternehmer die gleichen Qualitätsanforderungen erfüllen wie die notifizierte Stelle selbst. Alle Details lesen Sie hier.

    21.01.2021: Beweist die Ioannidis-Studie aus Stanford die Nutzlosigkeit von "Lockdowns"?

    Anfang Januar 2021 veröffentlichte John Ioannidis mit Kollegen eine Studie zur angeblich fehlenden Wirkung von härteren Corona-Maßnahmen. Wir analysieren die Studie in diesem #Faktenfuchs. Die Arbeit weist nach Ansicht mehrerer Wissenschaftler aus Deutschland, aber auch international deutliche Mängel auf. Sie erlaubt demnach die Schlussfolgerung, dass die Bewertung einzelner Maßnahmen sehr schwierig ist, aber die Aussage, dass starke Maßnahmen nichts bringen, ist so auf Grundlage dieser Veröffentlichung nicht haltbar.

    21.01.2021: Sind Kitas nun zu oder nicht?

    Auf Twitter beschweren sich User, dass die Kitas nicht "wirklich geschlossen" seien. In München seien Kitas zu "50 oder 75 % belegt". Für einzelne Kitas mag das stimmen, doch insgesamt sind in Bayern nur etwa 22 Prozent der Kinder in Notbetreuung. Alle Details finden Sie in diesem #Faktenfuchs.

    20.01.2021: Stimmt es, dass FFP2-Masken gar nicht vor Viren schützen?

    Das suggerieren Fotos von FFP2-Gebrauchsanweisungen, die derzeit viel im Netz geteilt werden. Darauf zu sehen ist der Hinweis: „Nicht gegen Viren“. FFP2-Masken bieten – bei korrekter Handhabe – dennoch einen guten Schutz vor Viren, wie mehrere Experten dem #Faktenfuchs versichern. Denn um sich FFP2-Masken nennen zu dürfen, müssen sie gesetzliche Anforderungen und technische Normen erfüllen. Im Rahmen der Normprüfung wird unter anderem geprüft, wie gut sie zwei verschiedene Testaerosole abhalten. Und diese Testaerosole sind teils deutlich kleiner als die kleinsten SARS-Cov-2-haltigen Aerosole.

    Dass manche Hersteller FFP2-Masken dennoch mit einem Hinweis „nicht gegen Viren“ versehen, hat Haftungsgründe: Da FFP2-Masken ursprünglich als „Staubschutzmasken“ für Handwerker entwickelt wurden, werden sie während der Prüfung nicht eigens darauf getestet, wie gut sie Viren und Bakterien abhalten. Den ganzen Text finden Sie hier.

    20.01.2021: Nein, Norwegen hat die Impfung nicht verboten

    Eine Meldung aus Norwegen sorgte in der vergangenen Woche für Aufregung: 23 Menschen sind laut einem Bericht der Norwegischen Arzneimittelbehörde gestorben, nachdem sie den Impfstoff von Biontec und Pfizer bekommen haben. Mittlerweile ist die Zahl noch gestiegen. Im Netz bezeichneten viele User die Verstorbenen als „Impftote“ und behaupteten, dass Norwegen nun die Impfung gegen Covid-19 ausgesetzt habe oder sogar verbieten würde. Das stimmt jedoch nicht.

    Tatsächlich sind bis zum 17. Januar 33 ältere Menschen gestorben, nachdem sie gegen Covid-19 geimpft wurden. Ein Zusammenhang zwischen Tod und Impfung ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen. 13 Fälle wurden seitdem näher untersucht.

    Impfungen in Norwegen wurden weder ausgesetzt noch verboten. Allerdings hat die zuständige Behörde ihre Leitlinien zum Impfen aktualisiert: Künftig sollen Ärzte bei besonders gebrechlichen oder unheilbar kranken Menschen die Risiken und Vorteile einer Impfung abwägen. Mehr Details finden Sie in diesem #Faktenfuchs.

    18.01.2021: Corona-Fake-News im Briefkasten

    Seit Herbst verbreiten sich Falschinformationen zum Coronavirus nicht mehr nur im Netz - sondern auch auf analogem Wege. In Bayern fanden viele Menschen Flyer und Broschüren in ihren Briefkästen, die Urheber sind meist bekannte Corona-Leugner. Das Problem: Auf den ersten Blick wirken die Flyer seriös, verweisen zum Teil auf seriöse Quellen. Doch die Thesen darauf unterscheiden sich nicht wesentlich von den Falschinformationen, die auch im Netz verbreitet werden.

    Mit den Druckprodukten ließen sich auch Zielgruppen ansprechen, die online nicht oder nur sehr schwer erreichbar sind - insbesondere ältere Menschen, sagt Pia Lamberty. Sie ist Sozialpsychologin und forscht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu Verschwörungserzählungen. Außerdem wirkten Flyer auf viele Menschen womöglich überzeugender als digitale Falschinformationen, so Lamberty. Ausführlichere Informationen gibt es in diesem Faktenfuchs.

    16.01.2021: Sind 2020 weniger Menschen gestorben als in den Jahren davor?

    Die Zahl der Covid-19-Toten gibt im Netz immer wieder Anlass zu Gerüchten. Momentan kursiert die Behauptung, es seien im vergangenen Jahr weniger Menschen gestorben, als man während einer Pandemie erwarten würde. Das stimmt nicht. Blickt man auf die Sterbefallstatistik des Statistischen Bundesamtes, lassen sich die angestiegenen Todeszahlen eindeutig mit den Covid-19-Toten erklären.

    Die Experten sind sich einig, dass 2020 saisonal eine Übersterblichkeit zu beobachten war - besonders im Frühjahr und im Dezember, also während der ersten und zweiten Corona-Welle. Dmitri Jdanov vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung geht sogar davon aus, dass es 2020 insgesamt eine Übersterblichkeit gegeben hat. Eine finale Antwort darauf kann es laut Statistischem Bundesamt allerdings erst Mitte 2021 geben, wenn alle Daten ausgewertet sind. Mehr dazu in diesem #Faktenfuchs.

    15.01.2021: Viele falsche Berichte über Impftote im Netz

    In Deutschland werden die ersten Menschen gegen Corona geimpft. Im Netz führt das zu mehreren falschen Berichten über Impftote. Als in der Nähe von Wasserburg am Inn ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz zusammenbricht und später stirbt, verbreitet sich im Netz das Gerücht, er wäre an der Covid-19-Impfung gestorben, die er drei Tage zuvor bekommen hatte. Laut des Polizeipräsidiums Oberbayern ist der Tod des Feuerwehrmanns aber auf einen Herzinfarkt zurückzuführen, nicht auf die Folgen der Impfung.

    Im Netz wird außerdem behauptet, die amerikanische Krankenpflegerin Tiffany Dover sei nach einer Impfung gestorben. Das stimmt nicht. Dover wurde lediglich kurz ohnmächtig, war aber schnell wieder auf den Beinen. Mehr Infos in diesem #Faktenfuchs.

    14.01.2021: Maskenpflicht befeuert alte Falschbehauptung über Söders Frau

    Seit in Bayern die FFP2-Maskenpflicht beschlossen wurde, wird Söder bzw. seiner Frau Karin Baumüller-Söder im Netz unterstellt, sie würden Geld mit der Maskenpflicht verdienen. Die Behauptung ist falsch. Die Baumüller-Gruppe, die Karin Baumüller-Söder und ihrem Bruder gehört, stellt keine Masken oder Mund-Nasen-Bedeckungen her. Sie hat nach eigenen Angaben lediglich im April 2020 210 Face-Shields hergestellt und an ein Nürnberger Krankenhaus gespendet.

    Die Verschwörungserzählung lässt sich bis in den Mai 2020 zurückverfolgen. Damals wurde sie durch einen Tweet der bayerischen AfD-Landesvorsitzenden Corinna Miazga öffentlich bekannt. Söder ging dagegen juristisch vor, das Narrativ "die Firma von Söders Frau verdient an der Maskenpflicht" taucht seitdem aber immer wieder auf. Mehr dazu in diesem #Faktenfuchs.

    07.01.2021: Nein, der Lockdown wurde nicht schon bis Juni 2021 beschlossen

    Zwei Infografiken des Bundesfinanzministeriums sollten eigentlich dazu dienen, die staatlichen Coronahilfen für Unternehmen zu erklären. Im Netz sorgten sie allerdings für Verwirrung - auch, weil die Gruppe "Querdenken 711" die Grafik falsch interpretierte und als Beweis dafür anführte, dass der Lockdown bereits bis Juni 2021 geplant sei. Das ist falsch.

    Tatsächlich gibt es in der Infografik die Formulierung "Schließung Januar bis Juni 2021". Damit bezieht sich das Bundesfinanzministerium laut einem Sprecher aber auf Umsatzeinbußen - nicht auf eine Lockdown-bedingte Schließung. Die Details können Sie in diesem #Faktenfuchs nachlesen.

    04.01.2021: Nein, Söder war Silvester nicht auf Borkum

    Falschbehauptungen, Söder sei an Silvester und den Feiertagen mit seiner Familie im Urlaub auf der Insel Borkum oder im Hotel Kempinski in Berchtesgaden gewesen, kursierten in den ersten Tagen des neuen Jahres. Weder das Kempinski noch die Hotels auf Borkum hatten aufgrund des Beherberungsverbotes für Touristen geöffnet. Ein Sprecher der Staatskanzlei bezeichnete dies als "abstruse Verschwörungstheorie". Ministerpräsident Söder sei an Silvester zu Hause in Nürnberg gewesen. Genaueres steht in diesem #Faktenfuchs.

    22.12.20: Kein Hinweis, dass Covid-Impfung unfruchtbar macht

    Um das Thema "Impfen" ranken sich viele Gerüchte. Derzeit kursiert im Internet der Verdacht, dass eine Impfung gegen das Coronavirus Frauen unfruchtbar machen könnte. Grundlage dafür ist die falsche Annahme, dass ein mRNS-Impfstoff gegen das Coronavirus auch eine Abwehrreaktion gegen ein Plazenta-Protein auslösen könnte. Dies wird sowohl von der Wissenschaftlerin Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik der TU München, als auch vom Hersteller Biontech als Falschbehauptung zurückgewiesen. Die Gemeinsamkeiten zwischen den zwei Proteinen seien zu gering, um die Abwehrreaktion zu verursachen. Wenn es zu der unerwünschten Abwehrreaktion kommen würde, müssten coronapositive Schwangere große Probleme während der Schwangerschaft haben und Fehlgeburten erleiden. Klinische Studien hätten gezeigt, dass dies eben nicht der Fall ist. Der Mythos, dass Impfen unfruchtbar macht, ist in verschiedenen Kulturen seit langem verbreitet und kursiert nun auch während der Corona-Pandemie. Mehr dazu in diesem #Faktenfuchs.

    18.12.20: Werden Verstorbene zu Corona-Toten umdeklariert?

    Im Internet verbreiten sich Gerüchte, mit Corona-Toten ließe sich Geld verdienen: die Angehörigen müssten dann nicht für Bestattungskosten aufkommen. Aber so ist es nicht. Für die Bestattung müssen entweder die Auftraggeber oder die Erben zahlen. Nur in Ausnahmefällen, wenn diesen die Kosten nicht zugemutet werden können, springt der Sozialhilfeträger ein. Daran ändert auch eine Corona-Diagnose nichts. Allerdings können die Bestattungskosten im Fall einer Sars-CoV-2-Infektion höher ausfallen als üblich: Aufgrund der Ansteckungsgefahr, die von Corona-Toten noch ausgehen könnte, können die Bestatter mehr Materialkosten und einen höheren Arbeitsaufwand in Rechnung stellen.

    Auch an der Todesursache "Covid-19" lässt sich für Angehörige oder Krankenhäuser kein Geld sparen bzw. verdienen. Im Todesfall muss ein herbeigerufener Arzt die Leichenschau vornehmen und dabei die Todesursache feststellen. Dies tut er anhand einer Untersuchung, nicht auf Weisung der Angehörigen. Die vorgenommene Leistung (Leichenschau) kann ein Arzt entsprechend der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abrechnen. Die Höhe berechnet sich dabei nach dem Zeitaufwand, nicht nach der Todesursache. Im Krankenhaus stellt einer der dort beschäftigten Ärzte die Todesursache fest. Sondervergütungen für Covid-19 als Todesursache gibt es nicht. Wie die Behandlungskosten für lebende Covid-19-Patienten vergütet werden, entscheidet sich anhand der sogenannten DRG-Fallpauschalen. Die Vergütung für die Kosten der Leichenschau kann das Krankenhaus den Angehörigen oder den Bestattern in Rechnung stellen, sie orientieren sich an der GOÄ. Auch hier hat die Todesursache keinen Einfluss auf die Höhe der Kosten. Mehr dazu in diesem #Faktenfuchs

    18.12.20: Corona - Brauchen Hunde eine "Maulkorb-Maske"?

    Manche Haustiere können an Covid-19 erkranken - aber können sie auch den Menschen anstecken? Seit Mitte Juli wurde in Deutschland bei einer Katze und drei Hunden eine Infektion mit dem Corona-Virus nachgewiesen. Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Hund und Katze oder andere Haustiere das Virus an den Menschen weitergeben. In den Körpern von Hund und Katze wird das SARS-CoV-2-Virus nicht ausreichend vermehrt, um einen Menschen anstecken zu können. Eine "Maulkorb-Maske" ist deshalb für Hunde nicht nötig. Mehr Infos in diesem #Faktenfuchs

    17.12.20: Warum Allergiker beim Corona-Impfstoff vorsichtig sein sollten

    In Großbritannien haben zwei Personen, die als Allergiker bekannt sind, mit schweren allergischen Reaktionen auf den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer reagiert. Die britische Arzneimittelbehörde warnt nun Menschen mit einer Vorgeschichte allergischer Reaktionen auf Arzneimittel und Impfstoffe vor einer Impfung mit diesem Corona-Impfstoff. Damit ist aber keine generelle Warnung verbunden und es heißt nicht, dass der Impfstoff per se unsicher ist. Der Biontech und Pfizer-Impfstoff wird weiter verwendet. Die deutschen Behörden bewerten den Fall bisher nicht und verweisen auf das laufende Zulassungsverfahren für den Impfstoff bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Mehr dazu in diesem #Faktenfuchs

    15.12.20: Wie wirksam sind die Corona-Impfstoffe?

    Bis zu 94,5 Prozent wirksam sollen Corona-Impfstoffe von drei Unternehmen sein. Das wurde in den vergangenen Wochen veröffentlicht. Erkranken also neun von zehn Geimpften nicht an Corona? Leider nein. Die Studienergebnisse der drei großen Impfstoffhersteller BioNtech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca sagen vielmehr aus, dass von allen Personen, die im Rahmen der Studie positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, 90 Prozent in der Placebogruppe waren - den Impfstoff also gar nicht bekommen hatten. Doch insgesamt ist die Zahl der Infizierten in beiden Gruppen sehr gering.

    Wie groß der Impfschutz tatsächlich ist, wird sich jedoch erst in den kommenden Monaten und Jahren herausstellen. Dennoch bewerten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Werte von über 90 Prozent "efficacy" für eine klinische Studie (Phase drei) als erfreulich; sie seien eine gute Grundlage für eine hohe absolute Wirksamkeit in der Realität ("efficiency"), wenn der Impfstoff für alle ausgegeben wird. Ausführlichere Informationen in diesem #Faktenfuchs.

    8.12.20: Corona-Impfstoffe: Behauptungen im Faktencheck

    Die Zulassung eines Corona-Impfstoffs steht auch in Deutschland unmittelbar bevor. Viele Menschen hoffen, dass das der Anfang vom Ende der Corona-Pandemie ist. Andere befürchten, dass ihnen der Impfstoff schaden könnte. In alternativen Medien zirkulieren allerlei Fehlinformationen und Gerüchte, die gefährliche Nebenwirkungen suggerieren. Wir haben fünf davon überprüft, hier die Kurzfassung:

    1. Kann der Impfstoff eine Covid-19-Erkrankung verschlimmern, statt vor ihr zu schützen?

    In seltenen Fällen kann es bei Impfstoffen nach der ersten Impfung zur Bildung sogenannter "infektionsverstärkender Antikörper" (auf Englisch "antibody dependent enhancement“ oder ADE) kommen. Diese können die Krankheit verschlimmern, wenn der Körper das zweite Mal mit dem Virus in Kontakt kommt - sei es durch eine zweite nötige Dosis oder durch eine Infektion. In den groß angelegten Phase-III-Studien zur Zulassung für die SARS-Cov-2-Impfstoffe, in denen jeweils mehr als 30.000 Freiwillige den Impfstoff bekommen haben, ist dieser Effekt bisher nicht aufgetreten.

    2. Stimmt es, dass die neuen mRNA-Impfstoffe gefährliche Inhaltsstoffe enthalten, die im schlimmsten Fall tödliche Nebenwirkungen haben können?

    Ja, aber ein schwerer allergischer Schock ("Anaphylaxie") mit - im schlimmsten Fall - Todesfolge ist bei keiner Impfung ganz auszuschließen. Er tritt aber selten auf und auf diese Gefahr wird bei der Impfung explizit hingewiesen. In diesem Fall geht die Gefahr, so die Behauptung, vor allem von dem Inhaltsstoff Polyethylenglycol (PEG) aus, einer Verbindung von Makromolekülen, die in den mRNA-Impfstoffen enthalten ist. PEG kann allergische Reaktionen auslösen, seine gesundheitliche Verträglichkeit wird bis heute kontrovers diskutiert. Allerdings steckt in den mRNA-Impfstoffen viel weniger PEG als in vielen anderen Dingen, die wir bedenkenlos konsumieren. PEG findet sich zum Beispiel in Salben, Kosmetika, in Abführmitteln – und in vielen Medikamenten, darunter auch solche, die als Spritze (oder Infusion) verabreicht werden.

    3. Können Wirkverstärker in den mRNA-Impfstoffen, sogenannten Adjuvantien, schwere Nebenwirkungen hervorrufen – so wie damals bei der Schweinegrippe-Impfung?

    Nein. Schon bei der Schweinegrippe kamen schwere Nebenwirkungen nur äußerst selten vor. Und ob diese tatsächlich auf die Adjuvantien zurückzuführen sind, ist nicht abschließend geklärt. Bei vielen SARS-Cov-2-Impfstoffen werden gar keine Adjuvantien verwendet, bei anderen schon. Doch auch, wo diese zum Einsatz kommen, dürfte die Gefahr inzwischen gering sein: Sie sind mittlerweile seit Jahren im Einsatz und entsprechend gut erforscht.

    4. Kann die mRNA, auf der die Impfstoffe basieren, meine DNA verändern?

    Nein. Die mRNA befindet sich außerhalb des Zellkerns. Sie hat eine andere Struktur als DNA und kann daher nicht von dieser integriert werden.

    5. Stimmt es, dass zur Herstellung des Corona-Impfstoffes Föten abgetrieben wurden?

    Nein. Allerdings wird in der Forschung zu manchen Impfstoffen auf Zellkulturen zurückgegriffen, die in den 60er-Jahren zwei menschlichen Föten entnommen wurden. Diese werden seither reproduziert und immer wieder eingefroren. Es werden keine Föten für Impfstoffe getötet.

    8.12.20: Pilotstudie: Umstrittene Klarsichtmaske bietet keinen Schutz

    Die Klarsichtmaske, über die wir am 3.12. berichtet haben, bietet keinen Schutz gegen das Coronavirus. Eine Pilotstudie der Hochschule München kam zu dem Ergebnis, dass durch den Spalt zwischen Gesicht und Maske Aerosole - das sind Partikel, die das Coronavirus enthalten - im Raum verbreiten. Schon beim normalen Atmen und noch stärker beim Husten. Andere Personen sind also einer hohen Aerosolkonzentration ausgesetzt. "Aus meiner Sicht besteht deshalb dringender Handlungsbedarf seitens der zuständigen Behörden und Ministerien", schrieb Christian Schwarzbauer, Professor für Medizintechnik und Medizininformatik an der Fakultät für angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik der Hochschule München dem #Faktenfuchs.

    3.12.20: Warum Klarsichtmasken umstritten sind

    Angesichts noch immer hoher Infektionszahlen machen sich einige Menschen Sorgen, dass Behörden unzulängliche Mund-Nasen-Bedeckungen zulassen. In unserem Social Listening fiel uns auf, dass es besonders um ein Produkt aus Plastik Aufregung gibt, das zwar einen deutlichen Spalt zwischen Haut und Maske frei lässt, aber dennoch den - vagen - Vorgaben in Bayern entspricht.

    Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) stuft die Klarsichtmasken als "Mund-Nasen-Bedeckung" (MNB) ein. Das Gesundheitsministerium (StMGP) folgt dieser Einschätzung. Auch im Arbeitsschutz könne die Klarsichtmaske verwendet werden.

    Die Landeshauptstadt München aber hält diese Masken für ungeeignet. Plastikmasken haben keine Filterfunktion und verhindern nicht, dass die Aerosoldosis in den Raum dringt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Plastikmasken, die einen Spalt zwischen Haut und Maske frei lassen, umstritten sind. Ihre Wirksamkeit für den Bevölkerungsschutz in Corona-Pandemie-Zeiten ist nicht belegt. Mehr dazu in diesem #Faktenfuchs

    30.11.20: Irreführende Meldungen über PCR-Urteil in Portugal

    In Portugal haben Richterinnen in einem Urteil zu einer Quarantäne-Maßnahme auch Corona-PCR-Tests bewertet - und damit nach Ansicht der Obersten Justizbehörde des Landes ihre Kompetenzen überschritten. Bei dem Fall ging es um eine Zwangsquarantäne für deutsche Touristen. Es stellte sich heraus, dass sie rechtlich gesehen in diesem Fall nicht in Ordnung war - die Berufungsrichterinnen aber mit ihren Aussagen über die Eignung des PCR-Tests für eine Diagnose ihre Befugnisse überschritten haben. Die Details lesen Sie in diesem #Faktenfuchs.

    24.11.2020: Sind Schulen Infektionstreiber?

    Erklärtes Ziel des Teil-Lockdowns zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist: Kontakte reduzieren, um wieder auf einen Inzidenzwert von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und sieben Tagen zu gelangen - und das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bekommen. Was untersagt oder eingeschränkt wird, ist letztlich eine politische Entscheidung. Schulen sollen unter Hygieneregeln und Präventionsmaßnahmen möglichst lange geöffnet bleiben. Aber welche Rolle spielen Schulen im Infektionsgeschehen? Sind sie Infektionstreiber?

    Die Frage lässt sich nicht mit einem pauschalen Ja oder Nein beantworten, weil es etliche Unsicherheiten gibt. Die Forschung hat zu Ansteckungen innerhalb der Schule und von dort aus in die Haushalte noch keine belastbaren Antworten. Infektionsketten sind zudem nicht immer nachvollziehbar. Die Antwort bewegt sich also eher in einem Feld von "Mehr" oder "Weniger". Warum, das erklärt dieser #Faktenfuchs.

    20.11.2020: Kann man nach Erkältungen immun gegen Corona sein?

    Der "Querdenker" Bodo Schiffmann behauptet, die meisten Menschen hätten einen natürlichen Schutz gegen das SARS-2-Virus. Außerdem empfiehlt er eine frühzeitige Behandlung statt Isolation. Aber: In die Therapieempfehlungen der Fachgesellschaften haben es bisher nur die Mittel Remdesivir, das Kortison-Präparat Dexamethason und eine Blutverdünnung etwa mit Heparin geschafft. Ob eine vorbeugende Therapie bzw. eine Frühbehandlung mit den von Schiffmann empfohlenen Präparaten wirksam ist, ist nicht ausreichend bewiesen. Keinesfalls ersetzt das vorgeschlagene "Behandlungsprotokoll" die Hygienemaßnahmen bzw. Kontakteinschränkungen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Warum die Aussagen, die Bodo Schiffmann verbreitet, stark vereinfacht und in Teilen falsch sind, lesen Sie in diesem #Faktenfuchs.

    In diesem Artikel sammelt das #Faktenfuchs-Team die neuesten Fakes und Desinformation rund um das Thema Corona. Unser Archiv mit allen gesammelten Fakes rund um das Thema Corona finden Sie hier.