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Experten halten E-Scooter für gefährlich | BR24

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E-Scooter können ein praktisches Fortbewegungsmittel sein, sind aber nicht ungefährlich.

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Experten halten E-Scooter für gefährlich

Lange wurde darüber debattiert, ob, wo und wie E-Scooter auf deutschen Straßen fahren dürfen. Nun rollen sie durch die Städte. Mediziner und Unfallforscher sorgen sich: Sie befürchten zusätzliche Verletzte im Straßenverkehr.

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Schürfwunden, Knochenbrüche, Kopfverletzungen: Mediziner und Unfallexperten rechnen nach der Zulassung von Elektro-Tretrollern in vielen deutschen Städten mit einer Zunahme von Unfällen und teils erheblichen Verletzungen bei Fahrern und anderen Verkehrsteilnehmern. Todesfälle sind aus anderen Ländern bereits bekannt. Aber wie gefährlich sind E-Scooter wirklich?

"Dass es massive Probleme geben wird zwischen E-Scooter-Fahrern und anderen Verkehrsteilnehmern, liegt auf der Hand. Die Frage ist nur: Wie schwerwiegend sind diese Probleme?" Siegfried Brockmann, Unfallforschung der Versicherer (UDV)

Hinweise zum Verletzungsrisiko geben Studien aus den USA. Dort sind die Elektro-Tretroller schon länger zugelassen. Anfang des Jahres hatten Wissenschaftler Daten aus Notfallambulanzen von zwei Kliniken in Südkalifornien ausgewertet. Innerhalb eines Jahres kamen in den beiden Kliniken 249 Patienten nach einem E-Scooter-Unfall in die Notaufnahme. Die meisten waren als Fahrer verunglückt. Die häufigsten Verletzungen waren Kopfverletzungen, gefolgt von Knochenbrüchen, Prellungen, Stauchungen und Platzwunden. 15 Patienten mussten stationär behandelt werden, zwei kamen mit schweren Kopfverletzungen auf die Intensivstation. "Diese Verletzungen werden wir auch haben", glaubt Brockmann.

Kurzes Brett mit kleinem Lenker

Die typischen Verletzungen bei Unfällen mit einem E-Scooter oder einem Fahrrad können sich unterscheiden. Das liegt unter anderem an der Position des Fahrers. Beim E-Scooter steht er aufrecht auf einem kurzen Brett und hat nur einen kleinen Lenker zum Festhalten. Diese relativ wacklige Position des Fahrers sieht Spering als Hauptrisiko für einen Unfall. Außerdem könne der Fahrer Richtungswechsel nicht anzeigen, weil einhändiges Fahren nicht möglich sei. Andere Verkehrsteilnehmer können daher nur schwer einschätzen, wohin der E-Scooter-Fahrer als nächstes fährt. Auch Bremsvorgänge und Beschleunigungen seien nicht ersichtlich.

E-Scooter als Katapult

Spering berichtet von zwei Fällen aus seiner Klinik, bei denen E-Scooter-Fahrer wegen eines Verrenkungsbruches im Bereich des Sprunggelenks behandelt wurden. Beide seien bei Stürzen mit dem Fuß unter das Trittbrett geraten. Der Mediziner rechnet nach Unfällen zudem mit Schädel-Hirn-Traumata, "weil der Kopf einfach so exponiert ist". Zudem dürfte es zu Brüchen und anderen Verletzungen an Händen und Armen kommen. Tretrollerfahrer könnten bei Kollisionen nicht auf dem Brett stehen bleiben, sagt auch Brockmann. Bei einem Zusammenprall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer würden sie vom Trittbrett katapultiert. Zum Verletzungsrisiko bei der Kollision käme dann dasjenige hinzu, dass durch den Aufprall auf dem Boden entsteht. Bei einer Kollision mit einem Fußgänger könne vor allem der Zusammenstoß der beiden Körper schwere Verletzungen zur Folge haben.

Größere Räder bieten mehr Sicherheit

Entscheidend für die Sicherheit der Tretroller ist deren Stabilität. Die hängt maßgeblich von der Größe der Räder ab: je größer, desto stabiler. Größere Räder sorgen auch dafür, dass E-Scooter besser über Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster rollen, ohne sich zu verkanten. Allerdings machen größere Räder die Roller weniger transportabel und schmälern damit einen der angepriesenen Vorteile: dass man sie problemlos in Bus und Bahn mitnehmen kann.

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Schon bald werden E-Scooter, Hoverboards und Co., die sich unter dem Begriff Mikromobilität zusammenfassen lassen, auf deutschen Straßen fahren. Was bedeutet das für unsere Städte? Und wie funktionieren diese neuen Fortbewegungsmittel überhaupt?

Prognose: Viele Unfälle in den ersten Monaten

Unfallforscher Brockmann rechnet vor allem in den ersten Monaten mit vielen Unfällen - auch nach eigenen Testfahrten mit einem E-Scooter. "Man glaubt ziemlich schnell, dass man sicher unterwegs ist." Allerdings fehlten Erfahrungen im Verkehr, etwa wie der Roller reagiere, wenn plötzlich Fußgänger auftauchten und man schnell ausweichen müsse. Zudem wolle man rasch die Geschwindigkeit austesten. Die Mitte Mai beschlossenen Zulassungsregeln sehen vor, dass E-Scooter maximal 20 Kilometer pro Stunde auf Radwegen fahren dürfen, eine Nutzung auf Fußwegen ist verboten.

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E-Scooter werden jetzt also im Verkehr auftauchen, so viel ist klar, unklar dürften aber vielen noch ein paar Punkte sein: Wo dürfen die kleinen Flitzer fahren? Und wie schnell? Braucht's Versicherung, Helm oder Führerschein? Wir haben die Antworten.

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