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Eu:CROPIS: Tomaten wachsen unter blauem Licht in einem Experiment des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

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Eu:CROPIS - Tomatenzucht im Weltraum

Eu:CROPIS ist ein Satellit mit besonderer Mission: 600 Kilometer über der Erde soll er Tomatenpflanzen sprießen lassen, um Astronauten mit frischer Nahrung zu versorgen. Nun ist der Satellit ins All gestartet.

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Von
  • Tanja Fieber

Eigentlich hätte Eu:CROPIS am 19. November 2018 starten sollen, doch der Start wurde kurzfristig verschoben. Nach Inspektionsarbeiten an der Trägerrakete war es am 3. Dezember soweit. Eu:CROPIS sei von der Vandenberg Air Force Base in den USA aus an Bord einer Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX losgeflogen, teilten SpaceX und das DLR mit. Der Satellit dient der Erprobung von Gewächshäusern im Weltraum, die Verpflegung für Mond- und Mars-Missionen liefern sollen.

Essen für Mond- und Mars-Missionen

Durch Experimente auf der Internationalen Raumstation (ISS) weiß man zwar schon, dass Pflanzen auch ohne Schwerkraft wachsen können. Neu ist allerdings, dass der Satellit ein Gewächshaus mit Tomatensamen an Bord hat und die Gravitation von Mond und Mars nachahmen wird - jeweils ein halbes Jahr lang. Bewerkstelligen soll er das mit einer neuen Technik: Der Satellit erzeugt Gravitation durch Rotation und ohne herkömmlichen Antrieb. Wenn alles planmäßig verläuft, wird sich Eu:CROPIS mithilfe einer elektromagnetischen Spule vom Magnetfeld der Erde abstoßen.

Bakterien und Augentierchen

Das Ökosystem im Innern des Satelliten ist ein geschlossener Kreislauf. Das ist eine Grundvoraussetzung für Missionen zu Mond und Mars. Lieferungen von der Erde sind zu aufwendig und zu teuer. Wasser, Luft und Nährstoffe müssen ständig recycelt werden.

Fleißige Helferlein vor Ort sind Bakterien und Augentierchen. Bakterien sollen aus künstlichem Urin Dünger machen. Augentierchen, also bewegliche Einzeller, sollen den Sauerstoff liefern, der die Bakterien und die Tomatenpflanzen am Leben hält. Ob das klappt, kontrollieren 16 Kameras an Bord, die die Tomatenzucht 24/7 aufzeichnen. Prallgefüllte Tomaten sind übrigens nicht zu erwarten: Die Wissenschaftler sind schon froh, wenn die Pflanzen keimen und wenigstens ein bisschen wachsen.

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Auch Astronauten müssen sich auf ihren langen Reisen gesund ernähren. Forscher der Universität Erlangen untersuchen derzeit, ob Tomaten-Samen bei geringer Schwerelosigkeit wachsen können. Für die Tests soll das Gemüse sogar ins All geschossen werden.