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Essensmythen: Macht Schokolade wirklich glücklich? | BR24

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Nicht mehr als drei Eier pro Woche, Käse schließt den Magen und Schokolade macht glücklich!? Naja, nicht alle Mythen, die sich um's Essen ranken, sind falsch ... Und das mit dem Spinat, wissen Sie ja mittlerweile, oder?

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Essensmythen: Macht Schokolade wirklich glücklich?

Schokolade hebt die Stimmung, diese Volksweisheit hält sich hartnäckig. Denn in der Schokolade sollen Stoffe sein, die der Körper zum Glückshormon Serotonin abbaut. Stimmt! Aber ...

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Essensmythen werden oft von Generation zu Generation weitergegeben – mancher Mythos, wie der von der Schokolade, sind einfach zu verlockend - wir wollen sie glauben.

Produziert Schokolade Glückshormone?

Um alle Schokolade-Fans schon einmal vorab zu beruhigen: ja, es kann sein, dass Schokolade glücklich macht – das hat aber wenig mit angeblich in der Schokolade enthaltenen Glücksstoffen zu tun. Die Ernährungswissenschaftlerin Silvia Kolossa von der Technischen Universität in Weihenstephan erklärt den Effekt so:

"Aus ernährungsphysiologischer Sicht macht Schokolade tatsächlich glücklich, weil bestimmte Substanzen darin sind, die Hormone produzieren, die glücklich machen. Leider ist die Konzentration davon sehr gering. Der Schmelzprozess im Mund allerdings ist für den Menschen sehr angenehm und ist eben entsprechend mit Glückshormonen verbunden." Silvia Kolossa, Technische Universität in Weihenstephan

Enthält Spinat viel Eisen?

Aber Spinat enthält doch wenigstens viel Eisen? Stimmt – aber nicht mehr als manches andere Gemüse, zum Beispiel Bohnen oder Pfifferlinge. Der Mythos vom eisenhaltigen Spinat entstand durch einen Rechenfehler – ein Forscher hatte den Eisengehalt in Spinatpulver bestimmt, der wesentlich höher ist als in frischem Gemüse. Das wurde von Kollegen übersehen, und weil Spinat Kindern oft nicht schmeckt, schien es logisch, dass er gesund sein muss.

Sind Karotten gut für die Augen?

Nächster Mythos: Karotten sind gut für die Augen. Na ja – Karotten enthalten viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe, auch Vitamin A, das für die Funktion der Augen wichtig ist. Wer aber hofft, durch eine Karottendiät seine Sehkraft zu bessern, hofft vergebens. Oder: Kaffee entzieht dem Körper Wasser. Das ist einfach falsch.

Sind Zitronen gut bei Erkältung?

Aber Zitronen sind doch gut bei Erkältung, wegen des vielen Vitamin C, das sie enthalten? Kommt drauf an. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Vitamin C vor allem vor einer Erkältung hilft – es stärkt das Immunsystem. Und wer die Zitrone in heißen Tee wirft, zerstört die Wirkung – bei Hitze zerfällt das Vitamin.

"Generell ist Vitamin C schon sehr potent, um das Immunsystem anzuregen. Allerdings essen wir jeden Tag unglaublich viel Vitamin C, weil es als Antioxidans zu Lebensmitteln zugesetzt wird. Das heißt, wir haben sowieso ein Überangebot im Körper an Vitamin C, und deshalb macht es nicht so wahnsinnig viel Sinn, noch mehr Vitamin C in uns reinzustecken, weil wir es mit dem Urin wieder ausscheiden." Silvia Kolossa, Technische Universität in Weihenstephan

Schließt Käse den Magen?

Noch so eine Legende: Käse schließt den Magen. Sagen zumindest die Franzosen. Und es stimmt – wie das geht, erläutert die Ernährungsphysiologin:

"Per se ist es natürlich nicht so, dass sich ein Pfropfen Käse auf den Magenausgang draufsetzt und dann den Magen verschließt. Wenn man‘s im übertragenen Sinn betrachtet, ist es aber so, dass Käse sehr viel Fett enthält und auch Proteine, die dafür verantwortlich sind, dass die Magenentleerung verlangsamt wird. Am Ende einer Mahlzeit kann man tatsächlich sagen, dass, wenn man Käse zu sich nimmt, ein größeres Sättigungsgefühl einsetzt." Silvia Kolossa, Technische Universität in Weihenstephan

Dass in der Schale von Obst die meisten Vitamine enthalten sind, stimmt übrigens auch – deshalb lohnt es sich, Äpfel und Birnen mit Schale zu essen.