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"Es wird schlimmer": Die Ozeane so warm wie noch nie | BR24

© picture alliance/chromorange

"Es wird schlimmer": Die Ozeane so warm wie noch nie

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    "Es wird schlimmer": Die Ozeane so warm wie noch nie

    Die Weltmeere waren im vergangenen Jahr so warm wie nie zuvor seit Beginn der globalen Erfassung. Die Erwärmung der Ozeane durch den Klimawandel beschleunigt sich zudem. Forscher schlagen mit ihrer aktuellen Analyse Alarm.

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    Ein Forscherteam von 14 Wissenschaftlern aus 11 Instituten verschiedener Länder warnen vor der Erwärmung der Ozeane. Die Folgen seien katastrophal: Steigende Meerestemperaturen führten zu Wetterextremen wie Wirbelstürmen und heftigen Niederschlägen. Auch seien sie einer der Hauptgründe dafür, dass es zu verheerenden Waldbränden wie gerade in Australien sowie in Kalifornien und im Amazonas-Gebiet komme. In den Meeren drohten Sauerstoffarmut, Schäden für Fische und andere Lebewesen. Thermische Ausdehnung lasse den Meeresspiegel ansteigen.

    Stetige Erwärmung der Weltmeere

    Die Meere wiesen in den vergangenen zehn Jahren die höchsten Temperaturen seit den 1950er-Jahren auf. Die jüngsten fünf Jahre waren die jeweils wärmsten. Das geht aus der Untersuchung hervor, die im Fachmagazin "Advances in Atmospheric Sciences" im Januar 2020 vorgestellt wird. Die Meerestemperatur bis in zwei Kilometer Tiefe habe im vergangenen Jahr um etwa 0,075 Grad über dem Durchschnitt von 1981 bis 2010 gelegen, heißt es in dem Papier, das führend von Cheng Lijing vom Institut für atmosphärische Physik (IAP) an Chinas Akademie der Wissenschaften (CAS) geschrieben wurde.

    90 Prozent der Erderwärmung betrifft die Ozeane

    Die Forscher nutzten relativ neue Methoden des Instituts, um die Daten für die Erwärmung bis in 2.000 Meter Meerestiefe zusammenzufassen. "Es ist wichtig zu verstehen, wie schnell sich die Dinge verändern", sagte John Abraham, Ko-Autor und Professor an der University of St. Thomas in den USA.

    Die Meere weltweit leiden besonders am Klimawandel, auch wenn das für uns nicht auf den ersten Blick zu sehen ist. Ozeane absorbieren einen großen Teil der globalen Erwärmung - buchstäblich: Das Wasser "schluckt" mehr von den höheren Temperaturen als Landmassen, es erwärmt sich stärker.

    "Wer die globale Erwärmung verstehen will, muss die Meeres-Erwärmung messen," so Abraham. So seien seit 1970 mehr als 90 Prozent der Erderwärmung in die Ozeane geflossen, während nur vier Prozent die Landfläche und die Atmosphäre erhitzt hätten.

    Wärmeenergie vergleichbar mit 3,6 Milliarden Atombombenexplosionen

    Die enorme Menge an Energie in Form von Wärme, die der Mensch über den Klimawandel in den vergangenen 25 Jahren in die Ozeane gesteckt habe, entspreche 3,6 Milliarden Atombombenexplosionen vom Ausmaß wie im japanischen Hiroshima. Die Wissenschaftler riefen zum Handeln auf, den Klimawandel zu stoppen.

    Erst die Spitze des Eisbergs: Handeln ist dringend notwendig

    "Die globale Erwärmung ist real, und es wird schlimmer", sagte Abraham. "Und das ist erst die Spitze des Eisbergs von dem, was noch kommt." Die Menschheit könne aber etwas tun: "Wir können unsere Energie klüger nutzen, und wir können unsere Energiequellen diversifizieren", sagte der Forscher. "Wir haben die Macht, dieses Problem zu verkleinern."

    Ozeane reagieren auf Klimaveränderungen langsamer als die Erde

    Die Meere werden nach Angaben der Forscher allerdings lange brauchen, um auf Veränderungen zu reagieren. "Es ist wichtig festzustellen, dass die Meereserwärmung voranschreitet, selbst wenn die weltweite Lufttemperatur an der Oberfläche bei oder unter zwei Grad stabilisiert werden kann", heißt es in dem Beitrag unter Hinweis auf die angestrebten Ziele des Pariser Klimaabkommens. Die Ozeane reagierten wesentlich langsamer. "Aber das Tempo und das Ausmaß der Meereserwärmung und die damit verbundenen Risiken nehmen mit weniger Treibhausgasemissionen zumindest ab."

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