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Es klebe hoch! Das Post-it feiert 50. Geburtstag | BR24

© picture-alliance/chromorange

Auch aus einer eigentlich missglückten Erfindung kann man was machen. Etwa aus schlecht klebendem Klebstoff und Papier. Unsinn? Das kommt sehr darauf an. Nämlich auf das, was man auf das Post-it draufschreibt!

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Es klebe hoch! Das Post-it feiert 50. Geburtstag

So viel Glück muss man haben! Eine eigentlich missglückte Erfindung führt zu dem Büro-Gadget schlechthin: den Post-its! Die grundlegende Erfindung, der Kleber, wurde heute vor 50 Jahren zum Patent angemeldet.

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Eigentlich sollte der Chemiker Spencer Ferguson Silver 1968 einen Klebstoff entwickeln, der zäher und stärker sein sollte als alles bisher dagewesene. Das ging allerdings gründlich schief. Anstatt einen durchgehenden Klebefilm zu bilden, verklumpte sein Kleber, den er am 9. März 1970 zum Patent anmeldete, in mikroskopisch kleine Kügelchen und ließ sich leicht wieder entfernen. Alles andere als ein Superkleber - dachte Silver zumindest. Er war ratlos, was er mit solch einem schwachen Kleber anfangen sollte, der sich so leicht und ohne Rückstände wieder entfernen ließ. Eine erste Idee - eine Pinwand ohne Pins - bei der Zettel auf die mit Kleber bestrichene Wand aufgepappt werden sollten, floppte. Der Kleber geriet in Vergessenheit.

Erst sein Arbeitskollege Arthur Fry hatte Jahre später eine zündende Idee: Er wollte damit haftbare Lesezeichen machen. Er ärgerte sich immer darüber, dass er als fleißiges Mitglied des Kirchenchors Probleme damit hatte, die Lieder, die gesungen werden sollten, vorab im Liederbuch zu markieren. Lose Einmerker segelten ihm beim Blättern immer heraus.

Die Geburtsstunde des Post-its in einem Gesangbuch

Fry erinnerte sich an die Erfindung seines Kollegen Silver - einen Klebstoff, der nicht richtig funktionierte - und organisierte sich eine Probe davon. Er testete ihn gleich am nächsten Sonntag und strich einen Streifen Kleber auf seine Einmerker, die so problemlos an Ort und Stelle blieben. Danach konnte er sie lösen, ohne die Notenblätter zu beschädigen: die eigentliche Geburtsstunde des Post-it.

Siegeszug mithilfe der Sekretärin

Arthur Fry entwickelte seine Lesezeichen weiter und fing auch an, darauf kleine Notizen an seinen Chef zu schreiben. Frey war von der Anwendungsmöglichkeit als Notizzettel begeistert - eine Begeisterung, die die Geschäftsleitung jedoch nicht teilte. Der Legende nach überließ Frey den Rest der Prototypen seiner Sekretärin. Und die wusste sie zu verwenden: Denn sie gebrauchte sie so, wie sie auch heute aus den Büros und im Alltag nicht mehr wegzudenken sind: Sie beschriftet Schriftsätze und Gegenstände damit.

Post-its - ein Milliardengeschäft

Auch alle anderen Sekretärinnen in der Verwaltung der Firma 3M waren begeistert von den hilfreichen Zettelchen. Das überzeugt irgendwann dann doch die Geschäftsleitung und im Jahr 1980 gingen die Post-its in Serienproduktion. Eine kluge Entscheidung, denn die Firma macht damit inzwischen Milliardenumsätze im dreistelligen Bereich.