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Acht von neun Schnelltests bei Omikron weniger zuverlässig

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"Ernüchternd": Viele Schnelltests bei Omikron unzuverlässig

Handelsübliche Corona-Schnelltests erkennen eine Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus oft nicht, warnt der Münchner Virologe Oliver Keppler. Im BR-Interview verweist er auf eine neue Untersuchung, deren Ergebnis "ernüchternd" sei.

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Prisca StraubPrisca StraubBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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Oliver Keppler, Virologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, hat sich in der BR24 Rundschau besorgt über die Unzuverlässigkeit von Corona-Schnelltests bei der Omikron-Variante geäußert. Keppler berichtete, dass jüngste Daten aus seinem Institut ergeben hätten, dass acht von neun sehr häufig verwendeten Schnelltests eine Omikron-Infektion schlechter nachweisen als eine Delta-Infektion. Die Studie wird derzeit noch begutachtet und in der kommenden Woche online gestellt.

Negativer Schnelltest kein "Freifahrtschein"

Nur zwei der Tests waren in der Untersuchung laut Keppler in einem "vernünftigen Rahmen" gerade für den höheren Viruslast-Bereich. Aber schon in der zweithöchsten Viruslast-Kategorie hätten selbst diese vermeintlich guten Tests nur noch zehn Prozent der Infektionen erkannt. Das sei "ernüchternd", so Keppler.

Deshalb sei es riskant, einen negativen Schnelltest als "Freifahrtschein" anzusehen: Gerade in der Frühphase der Infektion versagten diese Tests häufig versagen und man könne sich nicht sicher sein, andere nicht anzustecken.

Nur PCR-Test weist Omikron sicher nach

Keppler rät deshalb vor allem in Innenräumen zum Tragen von Masken und häufigem Lüften. Wer Gewissheit haben möchte, solle einen PCR-Test machen. Die deutschen Großlabore hätten ausreichende Kapazitäten, um innerhalb von einem Tag Rückmeldung zu geben.

Am Wochenende traten allerdings neue Regeln für Corona-Tests in Kraft: Kostenfreie PCR-Tests gibt es künftig nur noch nach einem positivem Antigen-Schnelltest. Eine rote Warnmeldung auf der App reicht dafür nicht mehr. Ziel der Neuregelung ist es, eine Überlastung der Labore zu vermeiden.

Keppler warnt vor Omikron

Keppler warnte in dem Interview davor, leichtfertig eine Infektion mit Omikron in Kauf zu nehmen. Besonders ältere ungeimpfte Menschen bekämen laut Zahlen aus den USA und Israel "sehr viele schwere Verläufe" und es gebe auch viele Todesfälle. Deshalb solle man in den nächsten Wochen noch vorsichtig sein, um dann in einen entspannteren Sommer zu gehen.

Selbsttests: Schnell und sicher?

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