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Ernährungsreport 2019: Der Traum vom gesunden Leben | BR24

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Essen soll vor allem gut schmecken - das haben die meisten Deutschen im neuen Ernährungs-Report angegeben, als sie nach ihren Vorlieben befragt wurden. Außerdem soll es schnell und unkompliziert zuzubereiten sein.

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Ernährungsreport 2019: Der Traum vom gesunden Leben

Es gibt in Deutschland immer mehr Übergewichtige. Die Folgekosten sind enorm. Im Ernährungsreport geben sich die Deutschen dagegen gesundheitsbewusst. Und liefern der Ernährungsministerin ein Argument, die Lebensmittelindustrie zu nichts zu zwingen.

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71 Prozent der Deutschen essen täglich Obst und Gemüse. Nur noch 28 Prozent essen täglich Fleisch. Für 91 Prozent der Deutschen über 14 Jahre ist es beim Essen wichtig oder sehr wichtig, dass es gesund ist. Immerhin 40 Prozent kochen noch jeden Tag. 41 Prozent der Frauen achten darauf, dass ihr Essen wenig Kalorien enthält und 32 Prozent der Männer.

Die Zahlen hat das Umfrageinstitut forsa im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) erhoben. Heraus kam der Ernährungsreport 2019. Am Telefon wurden 1001 Bundesbürger befragt. Nähme man nur die Zahlen des Reports, wären die Deutschen gesundheitsbewusst. Das Problem dabei gibt Bundesernährungsministerin Klöckner (CDU) zu: Man könne diese Angaben ja nicht überprüfen. Aber was die Ministerin meint herauslesen zu können, ist der Wunsch nach einer guten Ernährung. Das sei schon mal der erste Schritt, sagt sie.

Bis zu 70 Milliarden Kosten durch Folgeerkrankungen schlechter Ernährung

An der Umsetzung vom Traum zu Wirklichkeit hapert es offensichtlich. In Deutschland sind 47 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer laut BMEL übergewichtig. Bei Kindern und Jugendlichen sind es bereits 15 Prozent. Tendenz steigend. Übergewicht und Adipositas, also krankhaftes Übergewicht, begünstigen Krankheiten wie Diabetes Typ 2. Schon heute kosten die Folgen schlechter Ernährung laut Krankenkassen bis zu 70 Milliarden Euro pro Jahr.

Das Ernährungsministerium scheut die gesetzliche Regelung

Der Spitzenwert in der Umfrage: 99 Prozent der Befragten kommt es darauf an, dass das Essen schmeckt. "Das mag vielleicht banal klingen", sagt Klöckner. Sie nutzt diesen Wert aber, um zu erklären, warum für sie keine gesetzlichen Vorgaben an die Lebensmittelindustrie infrage kommen, sondern nur gemeinsame Ziele mit den Herstellern. Konkret geht es um die Fertiggerichte: Die Umfrage zeigt, dass der Trend, zum Fertiggericht zu greifen, ungebrochen ist.

Weil in vielen Fertigprodukten zu viel Zucker und Salz stecken, hat sie mit den Herstellern freiwillige Reduktionsziele erarbeitet. Die Ministerin fürchtet, dass die Verbraucher streiken könnten, wenn Zucker- und Salzgehalt in Fertigprodukten plötzlich per Gesetz gekürzt würden. Man könne theoretisch einen Plan machen was gesund ist, sagt Klöckner. "Aber am Ende wird das alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt und dann Nahrungsmittel zu Ladenhütern werden."

Freiwillig gesünder produzieren: "zum Scheitern verurteilt"?

Das kritisiert Barbara Bitzer von der Deutschen Diabetes Gesellschaft: "Damit ignoriert Frau Klöckner ganz klar den Befund, dass 84 Prozent der Befragten den Zuckeranteil in Fertiggerichten reduzieren möchten." Auch die Organisation Foodwatch glaubt, dass eine freiwillige Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie, den Zucker zu reduzieren, "zum Scheitern verurteilt" sei.