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Ergebnisse der Münchner Kohorten-Studie werden bekannt gegeben | BR24

© BR/Johanna Schlüter

Ein Mitarbeiter der Corona-Teststelle am Tropeninstitut München nimmt einen Abstrich.

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Ergebnisse der Münchner Kohorten-Studie werden bekannt gegeben

Wie viele Menschen sind am Corona-Virus infiziert, ohne Symptome zu zeigen? Wie hoch ist die Dunkelziffer bei den Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2? Heute um 17 Uhr werden die ersten Ergebnisse der "Münchner-Kohortenstudie" verkündet.

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Vier Wochen im April 2020 haben Forscherinnen und Forscher des Tropeninstituts der LMU München Blutproben aus 3.000 zufällig ausgewählten Haushalten in München gesammelt. Diese wurden auf Antikörper gegen das SARS-Cov-2-Virus getestet. Die Haushalte wurden dabei zufällig ausgewählt, über ein Computerprogramm.

Ergebnisse werden heute vorgestellt

Damit sollte mehr über die Verbreitung des Virus und vor allem über die Dunkelziffer an Infizierten herausgefunden werden. Heute um 17 Uhr stellen die Verantwortlichen ihre Ergebnisse vor.

Was ist die Münchner Kohorte?

Bei einer epidemologischen Kohortenstudie wie dieser wird eine Bevölkerungsgruppe mit einer bestimmten gemeinsamen Eigenschaft - in diesem Fall "in München lebend" (in Abgrenzung etwa zur Kohortenstudie in Heinsberg) - über einen längeren Zeitraum hin beobachtet. Die Münchner Kohorte soll im Verlauf von einem Jahr immer wieder in regelmäßigen Abständen untersucht und befragt werden, um mehr über den Verlauf der Epidemie zu erfahren.

© BR

Wer hatte das Corona-Virus bereits? Diese Frage wollen Münchner Forscher beantworten. Deshalb sammeln sie im April 2020 Blutproben von zufällig ausgewählten Menschen. Eine Reportage von Jeanne Turczynski.

Antikörper-Tests zeigen auch immune Menschen

Etwa drei Milliliter Blut wurden bei der Probenentnahme jeweils abgenommen und dann auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 getestet. So wurden auch Personen gefunden, die vermutlich immun gegen das Coronavirus sind - entweder, weil sie die Krankheit überwunden haben, oder weil sie gar nicht erkrankten.

Um zu vermeiden, dass Betrüger die laufende Studie für Übergriffe auf die Bevölkerung ausnutzen, kommen die Mitarbeiter der Kohortenstudie immer in Begleitung der Polizei.

Mitmachen konnte nur, wen der Computer zufällig für die Studie ausgewählt hat. Also erst, wenn die Forscher an Ihrer Tür klingelten, hatten die Bewohner die Wahl. Das war wichtig, damit aus der Studie später auch allgemein gültige Aussagen abgeleitet werden können.

Unter genauer Beobachtung: infiziertes Krankenhauspersonal

Parallel zur Kohortenstudie in 3.000 Münchner Haushalten führt das Tropeninstitut seit dem 2. April noch eine zweite Studie in München durch: Dabei werden hundert Mitarbeitende aus Krankenhäusern, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind und in häuslicher Quarantäne sind, engmaschig untersucht. Regelmäßige Antikörper-Tests sowie fortlaufende Befragungen der Infizierten und ihres näheren Umfelds sollen vor allem Antwort auf die Frage geben, wie der menschliche Körper auf das neue Coronavirus reagiert: Wie schnell bilden sich Antikörper, welche Symptome stellen sich wann ein, wie infektiös ist das Virus?