Maulwurf schaut aus seinem Bau heraus
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Europäischer Maulwurf

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Energie-Sparprogramm: Maulwürfe verkleinern im Winter ihr Gehirn

Energie-Sparprogramm: Maulwürfe verkleinern im Winter ihr Gehirn

Das Gehirn verbraucht Unmengen an Kalorien. Das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie hat nun herausgefunden: Maulwürfe steuern bei Kälte mit einer interessanten Methode dagegen. Sie machen es einfach kleiner und sparen so Energie.

Kälte kann anstrengend sein, denn der Körper braucht mehr Energie, um sich warm zu halten. Eine originellen Methode, um sparsam durch den Winter zu kommen: einfach das Gehirn verkleinern. Denn das Denkorgan braucht extrem viele Kalorien.

Einige Tierarten: Weniger Energieverbrauch durch verkleinertes Gehirn

Dina Dechmann, Biologin vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, sagt: "Wenn man es verkleinert, dann braucht man weniger Energie und deshalb weniger Futter." Sie meint damit natürlich nicht den Menschen, sondern hat diese Strategie bei einigen Tierarten dokumentiert wie etwa bei der Spitzmaus oder dem Maulwurf. Bei ihnen wird sogar der Schädel im Winter etwa um zehn Prozent kleiner, und auch andere Organe.

Kleineres Gehirn bedeutet schlechtere Leistung

Natürlich hat diese Sparmaßnahme Folgen für die Tiere. Die Forscherin konnte zeigen, "dass die Spitzmaus im Winter, wenn das Hirn klein ist, wirklich viele Aufgaben schlechter löst. Und wir glauben, dass sie sich das leisten kann, weil ihre Umwelt auch einfacher wird im Winter."

Im Sommer verändere sich die Vegetation schnell und die Mäuse bewegten sich großräumiger und müssten sich mehr merken, so Dechmann. "Und im Winter leben sie in Wühlmaushöhlen, müssen sich nicht so gut orientieren und können es sich leisten, ein kleineres Hirn zu haben. Und beim Maulwurf wird das ähnlich sein."

Forscherin: Funktionsweise noch unklar

Wie die Tiere so schnell ihr Gehirn und den Schädel schrumpfen und im Frühjahr wieder wachsen lassen, das weiß die Verhaltensbiologin noch nicht. Bei den meisten anderen Tierarten scheint das jedenfalls nicht zu klappen. Im Winter einfach weniger essen und nicht so viel denken – dafür müsste man schon Maulwurf sein.

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