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Musk hat Computer-Chip fürs Gehirn entwickelt | BR24

© dap-Bildfunk/Susan Walsh

Elon Musk präsentierte am Freitag den Prototypen seiner Firma Neuralink, das Informationen zwischen Neuronen und dem Smartphone übermitteln kann.

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    Musk hat Computer-Chip fürs Gehirn entwickelt

    Es klingt zunächst wie Science-Fiction: Ein Chip im Kopf, der mit dem Smartphone kommuniziert und Nervenschäden überbrücken kann. Doch das Gerät funktioniert, betont Milliardär Elon Musk. An Schweinen wurde nun ein Prototyp vorgeführt.

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    Menschen ins All schicken, E-Autos bauen - der Tech-Milliardär Elon Musk hat viele visionäre Projekte. Seinem Plan eine elektronische Verbindung zum menschlichen Gehirn zu schaffen, ist er nun ein Stück näher gekommen.

    Chip soll verletztes Nervengewebe überbrücken

    Musk präsentierte am Freitag den Prototypen eines Geräts seiner Firma Neuralink, das Informationen zwischen Neuronen und einem Smartphone übermitteln kann. Er hat einen Durchmesser von 23 Millimetern, ist acht Millimeter dick und soll im Schädel positioniert werden.

    Musk und Neuralink sehen potenzielle Anwendungsbereiche für die Technologie beim Menschen zum Beispiel bei der Behandlung von Schmerzen, Sehstörungen, Hörverlust, Schlaflosigkeit oder Gehirnschäden sowie bei Rückenmarksverletzungen. In der Zukunft wäre es denkbar, verletztes Nervengewebe mit Hilfe der Technologie zu überbrücken, etwa damit Menschen wieder laufen könnten, sagte Musk. Zum Zeithorizont machte er keine Angaben. "Die Neuronen sind wie eine Verkabelung. Und man braucht ein elektronisches Gerät, um ein elektronisches Problem zu lösen."

    Mini-Computer soll mit Smartphone interagieren

    Der aktuelle Neuralink-Prototyp ist unter anderem mit Temperatur-, Druck- und Bewegungssensoren ausgestattet. "Das Gerät könnte also die Gesundheit überwachen und zum Beispiel bei Gefahr vor Herzinfarkt oder Schlaganfall warnen", sagte Musk. Der Mini-Computer im Kopf soll per Bluetooth-Funk mit einer App auf dem Smartphone kommunizieren. Die Batterie hält etwa einen Tag - aufgeladen wird drahtlos. "Es ist wie ein Fitbit mit feinen Drähten in ihrem Kopf", versuchte Musk es über einen Vergleich mit den Fitnesstrackern zu erklären, die meist in einem Armband stecken.

    Neuralink implantiert die Geräte bereits bei Schweinen. Musk zeigte im Firmenhauptquartier im kalifornischen Fremont eines der Tiere, bei dem Impulse vom Rüssel übermittelt wurden. Jedes Mal, wenn das Schwein mit dem Namen Gertrude damit etwas berührte, waren auf einem Bildschirm elektrische Signale zu sehen. Bei einem Schwein auf dem Laufband konnte mit Informationen aus dem Gerät per Software ziemlich genau vorhergesagt werden, wann welches Gelenk aktiviert wird.

    Roboter setzt Chip im Gehirn ein

    Zur Implantation in das Gehirn entwickelte Neuralink einen Roboter. Die Maschine verbindet die feinen Leitungen des Mini-Computers mit dem menschlichen Gewebe. Außer einer kleinen Narbe unter den Haaren blieben keine Spuren, sagte Musk. "Ich könnte direkt jetzt einen Neuralink haben - und Sie würden es nicht erkennen. Vielleicht habe ich ja auch einen", scherzte Musk.

    Die ersten Neuralink-Geräte würden noch sehr teuer sein. Er gehe aber davon aus, dass die Kosten mit der Zeit inklusive Operation auf einige tausend Dollar gesenkt werden könnten. Einen Zeitraum zum Erreichen dieses Ziels nannte Musk nicht.

    Im medizinischen Bereich wird bereits seit Jahren viel mit neuronalen Implantaten experimentiert - zum Beispiel damit gelähmte Menschen Nachrichten verfassen können. Musk sagt, das von Neuralink entwickelte Verbindungsgewebe sei viel effizienter als heutige Lösungen mit Elektroden im Gehirn.

    Tesla über Gedanken steuern

    Ob man dann auch irgendwann ein Tesla-Fahrzeug nur per Gedankensteuerung vorfahren lassen könnte, lautete eine der ersten Fragen an Musk während des online übertragenen Events. "Definitiv. Natürlich", sagte dieser sofort - doch es blieb unklar, ob Musk scherzte oder es ernst meinte.

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