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© MEV/Claudia Masur

Berge in der Antarktis

Wissenschaftler haben mithilfe von Luftaufnahmen, Satellitenmessungen und Computermodellen erfasst, wie schnell das Eis seit 1979 an 176 Stellen in der Antarktis geschmolzen ist. Die Beschleunigung des Abschmelzens ist ein Indikator für den vom Menschen verursachten Klimawandel.

Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). In den Jahren 1979 bis 2017 hat demnach die Eisschmelze am Südpol bereits einen Meeresspiegelanstieg um rund anderthalb Zentimeter verursacht, heißt es in der Untersuchung. Da dieser Prozess durch die Erderwärmung weiter fortschreite, erwarte er "einen Meeresspiegelanstieg durch die Antarktis um mehrere Meter in den kommenden Jahrhunderten", erklärte Studienautor Eric Rignot, der den Fachbereich Erdsystemforschung an der University of California in Irvine leitet.

Auch im Osten der Antarktis taut es

Sorgen bereitet den Wissenschaftlern besonders, dass in Gebieten in der Ost-Antarktis ebenfalls eine Menge Eis abschmolz. Diese galten früher als immun gegenüber der Erderwärmung. "Diese Region ist wahrscheinlich empfindlicher gegenüber dem Klima als traditionell angenommen, und das ist wichtig zu wissen, weil sie sogar über mehr Eis verfügt als die Westantarktis und die Antarktishalbinsel zusammen", heißt es in der Studie.

Schmelzendes Eis, steigende Pegel

Bei weitem das meiste Eis in der Antarktis gibt es im Osten. Wenn dort das gesamte Eis schmölze, würde der Meeresspiegel um knapp 52 Meter steigen. Beim vollständigen Abschmelzen der Eisvorkommen in der Westantarktis läge der Anstieg hingegen bei rund 5,20 Meter. Daher müsse der Ostantarktis jetzt "größere Aufmerksamkeit" gewidmet werden.

Für die Studie hatten die Wissenschaftler die bislang längsten Untersuchungen zum Antarktis-Eis genutzt. Sie beruhen auf hochauflösenden Luftbildern der NASA sowie Satellitendaten weiterer Raumfahrtbehörden.