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Eis, Eiscreme oder Cremeeis: Wie erkennt man gute Qualität? | BR24

© picture-alliance/dpa

Frau isst ein Eis

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Eis, Eiscreme oder Cremeeis: Wie erkennt man gute Qualität?

Sommer ohne Eis? Undenkbar. Doch Eis ist nicht gleich Eis. Welche Sorten sind Kalorienbomben? Welche Speiseeis-Qualität versteckt sich hinter welcher Packungsaufschrift? Kurz: Worauf sollte man beim Kauf achten?

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Eis schmeckt himmlisch und ist ideal bei Hitze. Pro Nase schlecken Deutsche rund acht Liter Speiseeis jährlich. Allein im Lebensmittelhandel und in Drogeriemärkten gaben die Bundesbürger von Juni 2018 bis Mai 2019 rund 1,7 Milliarden Euro für ihre Lieblingseissorten aus. Das entspricht rund 21,25 Euro pro Kopf, wie aus einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervorgeht. Der heiße Sommer im vergangenen Jahr war auch ein Grund dafür, dass die Verbraucher fast 20 Millionen Liter mehr Eiscreme in Supermarkt und Co. gekauft haben.

Die Top Five der Saison 2018 waren Schokolade, Vanille, Erdbeere, Haselnuss und Stracciatella, so die Union der italienischen Speiseeishersteller Uniteis e.V.

Ist Eis eine Kalorienbombe?

Wer einen dicken Eisbecher mit Sahne bestellt, hat schnell ein paar Hundert Kalorien zusammen. Eine Kugel Fruchteis von etwa 75 Gramm aber hat nur 100 Kalorien. Die vergleichbare Kugel Milcheis hat schon rund 150 Kalorien. Wer am liebsten Schokolade isst, kommt auf ca. 170 Kalorien pro Kugel. Und ein großes Eis am Stiel mit Schokoladeüberzug und Mandelsplittern hat gut und gerne seine 300 Kalorien.

Ist Eis gleich Eis?

Nein. Es gibt viele Sorten und Qualitäten. Auf die Bezeichnung kommt es an.

  • Eiscreme muss mindestens 10 Prozent Milchfett enthalten.
  • Cremeeis enthält mindestens 50 Prozent Milch und auf einen Liter Milch mindestens 270 Gramm Vollei oder 90 Gramm Eigelb.
  • Hochwertiges Milcheis enthält sogar 70 Prozent Milch, dafür aber keine Eier.
  • Stammt das Milchfett vorwiegend aus Sahne, dann heißt es Sahneeis. Es muss mindestens 18 Prozent Milchfett enthalten.
  • Bei Fruchteis auf Wassereisbasis kommen mindestens 20 Prozent Früchte hinzu - bei sauren Fruchtsorten (Zitrusfrüchte, Johannisbeeren etc.) mindestens 10 Prozent.
  • Sorbeteis ist eigentlich ein Fruchteis mit erhöhtem Fruchtanteil. Es muss mindestens 25 Prozent Früchte enthalten, bei sauren Früchten reichen 15 Prozent.
  • Wassereis ist das "billigste" Eis: Die Grundlage ist Wasser, dazu kommen maximal 3 Prozent Fett und mindestens 12 Prozent Geschmack, das heißt süßende und/oder geschmacksgebende Trockenmasse.

Achtung bei der schlichten Aufschrift "Eis"

Bei industriell gefertigtem Eis ist Vorsicht geboten. Steht lediglich "Eis" auf der Packung, enthält es Kokosfett oder andere pflanzliche Fette. Das spart dem Hersteller Geld, denn Milchfett ist deutlich teurer. Heißt es aber Eiscreme, dann muss darin zumindest zehn Prozent Milchfett enthalten sein. Genau hinschauen lohnt sich also!

Ist Eis eine Keimschleuder?

Speiseeis ist ein sehr leicht verderbliches Lebensmittel. Es enthält Milch und Zucker. Wenn es nicht ausreichend gekühlt wird, ist es ein idealer Nährboden für Keime. Besonders kritisch sind die sogenannten Softeis-Maschinen, denn die kühlen das Eis nur auf eine Temperatur von etwa minus sechs Grad herunter. Hier ist es also besonders wichtig, dass hygienisch gearbeitet wird und die Maschinen regelmäßig gereinigt werden.

Auf das Gewicht kommt es an

Übrigens sollte man sich beim Kauf einer Eispackung im Laden nicht von der Größe der Packung blenden lassen. Auf das Gewicht kommt es an. Denn einige Eishersteller blasen ihr Eis förmlich mit Luft auf. Dadurch hat es ein größeres Volumen, aber trotzdem weniger Masse.

Der Geschmack liegt im Detail: Achtung bei der Bezeichnung

"Vanilleeis" darf sich nur ein Eis nennen, das Vanilleextrakt oder natürliches Vanillearoma enthält. "Eis mit Vanillegeschmack" kann auch künstliches Vanillearoma enthalten. Dieses Vanillin wird aus Nebenprodukten der Holz- und Papierindustrie hergestellt. Mit dem Original, der Vanillepflanze, hat das nicht mehr viel gemein.

Löst Eis Kopfweh aus?

Es gibt tatsächlich einen sogenannten Eis-Kopfschmerz - das "Frosthirn". Meistens handelt es sich um ein heftiges Stechen hinter den Schläfen oder der Stirn. Eine Theorie, was genau dieses auslöst, besagt, dass die starke Kälte des Speiseeises die Nerven irritieren kann. Diese senden dann an das Gehirn nicht nur die Information "kalt", sondern auch "Schmerz".

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