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Raupen des Eichenprozessionsspinners gefährden Eichen und können allergische Reaktionen auslösen

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Gefahr durch Eichenprozessionsspinner

Juckender Ausschlag nach dem Spaziergang? Grund dafür können die Raupen des Eichenprozessionsspinners sein. Diese Brennhaare können schwere allergische Reaktionen auslösen. Obwohl die Raupen sich bald verpuppen werden, ist die Gefahr nicht vorüber.

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Von
  • Marlene Riederer

Die Eichenprozessionsspinner sind kleine, gefräßige Schmetterlingsraupen, die nicht nur die Eichenbäume kahlfressen, sondern auch beim Menschen schmerzende Hautausschläge und allergische Reaktionen auslösen. Denn die Haare enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Voll ausgebildete Raupen besitzen etwa eine halbe Million dieser giftigen Brennhaare, die leicht abbrechen und vom Wind bis zu 200 Meter weit getragen werden können.

Die Raupen sind geschlüpft, dann erfolgt die Verpuppung

Normalerweise schlüpfen die Raupen des Eichenprozessionsspinners Ende April, Anfang Mai - je nach Witterung. Im dritten Larvenstadium - Ende Mai bis Anfang Juni - entwickeln sie dabei die sogenannten Brennhaare. Ende Juni oder Anfang Juli erfolgt die Verpuppung der Raupen. Allerdings können die Nester der Eichenprozessionsspinner mehrere Jahre lang erhalten bleiben. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) bleibt die Gefahr einer allergischen Reaktion beim Menschen daher weiterhin bestehen.

Die Symptome einer allergischen Reaktion

  • lokale Hautausschläge mit punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, Juckreiz und Brennen
  • Quaddelbildung am ganzen Körper
  • Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut
  • Bronchitis, Husten, Asthma durch das Einatmen der Haare
  • allgemeine Symptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung
  • allergische Schockreaktionen bei sehr empfindlichen Personen

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner vor?

Eichenprozessionsspinner bevorzugen warm-trockene Regionen und lichte Eichenwälder. In trockenen Jahren vermehren und verbreiten sie sich massenhaft, so die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

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Lockeres Gespinst der Eichenprozessionsspinner in den Blättern eines Baumes.

Die Tiere leben von Anfang an in Gruppen zusammen in eine Art Nest in Blättern und Zweigen, die locker zusammengesponnen sind. Mitte Juni dann fangen die älteren Raupen an, sich in sogenannte Gespinstnester am Stamm oder in Astgabeln zurückzuziehen und sich zu häuten.

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Gespinstnest des Eichenprozessionsspinners an einem Eichenstamm

Von den Gespinstnestern aus machen sich die Eichenprozessionsspinner auf den Weg, um Nahrung zu suchen. Die Raupen "prozessieren" nachts in bis zu zehn Meter langen Reihen zu bis zu 30 Tieren nebeneinander zum Fressen in die Baumkrone. Morgens kriechen sie im Gänsemarsch wieder zurück ins Nest.

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Eichenprozessionsspinner marschieren in langen Prozessionen in die Äste der Eiche, um zu fressen.

Gefahr nach dem Raupenstadium nicht vorüber

Die meisten Raupen schlüpfen normalerweise Ende April, Anfang Mai und durchlaufen dann bis zur Verpuppung fünf bis sechs verschiedene Larvenstadien. Dabei entwickeln sie im dritten die für den Menschen gefährlichen Härchen. Diese sogenannten Brennhaare wachsen auf dem Hinterleib der Falter. Ihr Giftstoff soll sie vor Vögeln und anderen Fressfeinden schützen.

Die Allergie-Gefahr für den Menschen überdauert aber die Raupenzeit, weil auch die Raupenhüllen und die Gespinstnester Allergie-Auslöser sind. Die Brennhaare bleiben über mehrere Jahre giftig - und lauern im Unterholz. Sie haften an Kleidung und Schuhen und können immer neue allergische Reaktionen hervorrufen.

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Eichenprozessionsspinner

Bei Kontakt: Sofort duschen

Sammelt man die Haare beim Wandern auf (Schuhe, Kleidung), können sie also immer neue allergische Reaktionen auslösen. Experten raten daher, Eichen mit Raupennestern zu meiden. Kommt es doch zu einem Kontakt mit Raupenhaaren, sollte man sich umziehen, duschen und die Haare waschen. Die Kleidung muss in die Waschmaschine. Bei Ausschlag oder Atemnot sollte man sofort zum Facharzt gehen.

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Warnschild vor Eichenprozessionsspinnern

Kinder warnen und schützen:

Kinder sollte man unbedingt auf die Gefahr durch die langhaarigen Raupen hinweisen. Sie sollten in Eichenwäldern nicht durchs Unterholz streifen und auch nicht auf Eichen klettern.

  • Befallene Bäume erkennt man an den abgefressenen Blättern und am weiß-gräulichen Gespinst in den Ästen.
  • Raupen und Gespinsthüllen auf keinen Fall berühren.
  • Bei befallenen Bäumen keine Holzarbeiten vornehmen.
  • Bei Kontakt mit Raupenhaaren: Duschen und Haare waschen, Kleidung in die Waschmaschine. Gegebenenfalls auch die Bettwäsche waschen.
  • Bei Ausschlag nicht kratzen: So geraten die Haare nur tiefer in die Haut.
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Von Franken aus verbreitet sich der Eichenprozessionsspinner. Mittlerweile ist er an der Donau angekommen, in Kelheim versuchen sie dem lästigen Tier Herr zu werden. Seine feinen, leichten Brennhaare führen zu schweren Gesundheitsschäden.