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Ebola: Lebensgefährliche Seuche im Kongo schwer zu kontrollieren | BR24

© dpa-Bildfunk/Al-Hadji Kudra Maliro

Ausbruch des Ebola-Virus im Kongo

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    Ebola: Lebensgefährliche Seuche im Kongo schwer zu kontrollieren

    Im Osten Kongos gelingt es nicht, die Ebola-Epidemie in den Griff zu bekommen. Inzwischen sind mehr als 1.400 Menschen gestorben. Durchlässige Grenzen zum Nachbarland Uganda erschweren den Kampf gegen den tödlichen Erreger.

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    Das Ebola-Virus wurde 1976 zum ersten Mal identifiziert und nach dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) benannt. Das Virus ist hoch ansteckend und die Krankheit verläuft unbehandelt meist tödlich. Bei dem aktuellen Ausbruch im Kongo sind seit August 2018 inzwischen mehr als 1.400 Menschen an dem tödlichen Erreger gestorben. Es ist der zweitgrößte Ausbruch nach der schweren Epidemie, die Westafrika - vor allem Guinea, Sierra Leone und Liberia - Ende 2013 getroffen und mehr als 11.000 Menschen getötet hatte.

    Durchlässige Grenze ermöglicht Verbreitung des Virus

    Die Grenze zwischen Kongo und Uganda ist von zahlreichen Trampelpfaden durchzogen. Die meisten Bewohner der Gegend haben Verwandte auf beiden Seiten der Grenze und wechseln so auf die jeweils andere Seite der Grenze, um Familie, Freunde oder einen der belebten Märkte zu besuchen. Doch das bereitet den Ärzten und örtlichen Behörden Sorge, denn so werden die Bemühungen erschwert, den Ausbruch der Seuche im Osten Kongos einzudämmen. In der vergangenen Woche breitete sich die Seuche ins Nachbarland Uganda aus, zwei Menschen starben daran.

    Was ist Ebola?

    Nach einer Inkubationszeit von zwei bis längstens 21 Tagen bricht das Ebola-Fieber aus und beginnt wie ein grippaler Infekt mit Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen, aber auch Durchfall und Übelkeit. Einige Infizierte entwickeln Hautausschläge. Ab dem fünften bis siebten Tag nach Ausbruch der Krankheit setzen äußere und innere Blutungen ein, berichtet das Robert-Koch-Institut. Daher ist Ebola ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber, also eine Erkrankungsart, die mit hohem Fieber und Blutungen verbunden ist. Im Verlauf der Krankheit kommt es häufig zu Leber- und Nierenversagen. Das Ebola-Fieber ist nicht nur hochansteckend, sondern endet meist tödlich: 50 bis 90 Prozent der infizierten Patienten sterben an der Krankheit.

    Wie wird der Ebola-Erreger übertragen?

    Die Übertragung des Virus auf den Menschen erfolgt vermutlich entweder über Affen, die sich an Fledermäusen oder Flughunden anstecken, sterben und von Jägern als "Buschfleisch" verzehrt werden, oder direkt von der Fledermaus auf den Menschen. Denn neben Ebola können Fledermäuse auch andere gefährliche Viren wie Tollwut oder das Nipah-Virus übertragen. Die Ansteckung erfolgt über den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Auch eine Tröpfcheninfektion ist bei den hochansteckenden Viren in seltenen Fällen möglich.

    Warnung vor Fledermaus-Verzehr

    In Fledertieren Zentralafrikas - Fledermäusen und Flughunden - wurde der Ebola-Virus bereits vor Jahren nachgewiesen. Experten haben Anfang 2019 erstmals als Virusträger eine Fledermaus in Westafrika, eine Langflügelfledermaus der Art Miniopterus inflatus, die in Höhlen lebt und sich von Insekten ernährt, nachweisen können. Das Gesundheitsministerium in Liberia forderte daraufhin die Bevölkerung auf, auf das Töten und den Verzehr von Fledertieren zu verzichten. Denn Fledertiere dienen in Liberia, das einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt gehört, häufig als Nahrung.

    Ebola-Virus in Fledermaus nachgewiesen

    Ein Konsortium, zu dem unter anderem die liberianische Gesundheitsbehörde und die New Yorker Columbia University gehört, wollte herausfinden, was der Ursprung der westafrikanischen Epidemie ist. Dafür untersuchten der Virologe Simon Anthony und seine Kollegen bislang die DNA von 4.000 Tieren aus Liberia. Nur die eine Probe, die Ende 2016 an der Grenze zu Guinea genommen wurde, fiel positiv aus. Hier konnten die Virologen einen Teil des Erbguts des Ebola-Virus nachweisen, der für die Epidemie in Westafrika 2014 und 2015 gesorgt hatte. Noch dauern die Untersuchungen an, darum gibt es auch bislang keine Veröffentlichung in einer wissenschaftlichen Publikation. Doch die Behörden in Liberia wollten die Bevölkerung sogleich vor dem Verzehr von Fledermäusen warnen.

    © Frederick Murphy/CDC/AP/dpa

    Unter dem Mikroskop sieht das Ebola-Virus aus wie ein Faden mit Schlaufen, einem Regenwurm ähnlich.

    Wie lässt sich Ebola behandeln?

    Bei einer Erkrankung mit Ebola müssen die Kranken schnellstmöglich auf einer Intensivstation isoliert werden. Es können lediglich die Symptome des Ebola-Fiebers behandelt werden mit Infusionen von Flüssigkeit und Elektrolyten. Ein nach der Westafrika-Epidemie entwickelter experimenteller Impfstoff, mit dem bisher 60.000 Menschen gegen die Fieberkrankheit geimpft wurden, hat die Ausbreitung der Krankheit im Kongo wohl verlangsamen, aber nicht stoppen können.