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BUND fordert: Plastikkonsum muss weniger werden! | BR24

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Wie viel Plastik nach wie vor in den Meeren landet, zeigt ganz dramatisch der Fall eines Pottwals, der gerade vor Sardinien angespült wurde: In seinem Magen hat man über 20 Kilogramm Plastikmüll gefunden.

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BUND fordert: Plastikkonsum muss weniger werden!

Über 20 Kilogramm Plastikmüll - so viel hatte ein Pottwal im Magen, der gerade vor Sardinien angespült wurde. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt fordert Dorothea Seeger vom BUND: "Wir müssen weg vom Einwegplastik".

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Bayern 2-radioWelt: Es gibt schon ein Verbot kostenloser Plastiktüten und Gurken ohne Plastikfolie. Hat das noch gar nichts genutzt?

Dorothea Seeger, Meeresschutzbüro der Umweltorganisation BUND: Das, was man merkt, ist, dass es in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Das ist auf jeden Fall schon mal ein Fortschritt, denn wir müssen alle aktiv werden - sowohl politisch als auch in unserem Alltag. Ich glaube, es ist gut, dass es so massiv im Bewusstsein der Leute angekommen ist. Dann kann sich auch noch etwas ändern.

Bayern 2-radioWelt: Wie kommt so viel Plastik überhaupt ins Meer?

Dorothea Seeger: Einerseits gibt es in manchen Ländern, wo es keine gute Müllentsorgung gibt, viele Müllkippen - und manchmal wird tatsächlich auch Müll ins Meer entsorgt. Aber auch bei uns, wo wir eine relativ gut funktionierende Müllentsorgung haben, landet trotzdem noch ziemlich viel Müll in der Umwelt. Entweder, weil Müll dort abgeladen wird, aber auch durch überquellende Mülleimer, durch Winde. Auch hier in Bremen sieht man, dass nach einem sonnigen Wochenende am Weser-Ufer sehr viel Müll liegen bleibt. Das sind Beispiele, wo natürlich der Fluss in der Nähe ist und der Weg bis ins Meer nicht weit ist. Alle Flüsse führen ins Meer und letztendlich kann jedes Stück Plastik, das in die Umwelt gelangt, dann eben auch im Meer landen.

Bayern 2-radioWelt: Es gibt auch Versuche, Plastikverpackungen wieder aus den Meeren zu sammeln. Gibt es denn da Ansätze, die Erfolg versprechend sind?

Dorothea Seeger: Das ist angesichts der schieren Menge eigentlich ziemlich aussichtslos. Nach derzeitigem Technikstand auch. Man denkt, ja, es sei einfach, den Müll einfach wieder herauszufischen, aber das Meer ist ein Lebensraum. Da leben sehr viele Tier- und Pflanzenarten. Selbst wenn man da mit großem Gerät durchgeht und die großen Plastikteile rausholt, holt man eben unter Umständen auch die Tiere mit raus. Und das Problem ist natürlich auch, dass ein Großteil des Mülls auch in die Tiefen des Meeres absinkt. Das ist ein unglaublich großer Lebensraum, unglaublich tief. Es zerfällt zu Mikroplastik, das heißt das sind Dimensionen, da ist es wirklich sehr, sehr schwierig, technisch etwas zu machen.

Bayern 2-radioWelt: Was müsste jetzt passieren? Was verlangen Sie von der Politik konkret?

Dorothea Seeger: Es muss ganz klar sein, dass wir unseren Plastikkonsum ändern müssen. Wir müssen weg vom Einwegplastik, wir müssen Plastik wirklich als Rohstoff sehen, als einen teuren Rohstoff. Wir müssen Sachen wiederverwenden, anstatt sie nur einmal kurz zu benutzen für wenige Minuten und sie dann wegzuwerfen. Und da muss auch die Politik aktiv werden und tatsächlich auch Dinge vorgeben.