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Dietrich Grönemeyer, Mediziner: Herzklopfen & Herzschmerz | BR24

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Es ist die Pumpe, die uns am Leben erhält: Das Herz reagiert prompt auf körperliche Anstrengung, aber auch auf jede Art von Emotion. Der Mediziner Dietrich Grönemeyer hat sich mit der kulturellen Bedeutung des Herzens beschäftigt.

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Dietrich Grönemeyer, Mediziner: Herzklopfen & Herzschmerz

Es ist die Pumpe, die uns am Leben erhält: Das Herz reagiert prompt auf körperliche Anstrengung, aber auch auf jede Art von Emotion. Der Mediziner Dietrich Grönemeyer hat sich mit der kulturellen Bedeutung des Herzens beschäftigt.

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Bayern 2-radioWelt: Das Herz ist das Symbol für die Liebe - woher kommt das?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Mediziner: Schon seit Menschheitsgedenken ist das Herz der Mittelpunkt in den Kulturen. Im alten Mesopotamien, im Gilgamesch-Epos wird erzählt, dass ein Halbgott von einem jungen Menschen lernt, wie wichtig die Liebe ist und dass das Herz die Liebe fühlt. Augustinus sagte, dass die Liebe Gottes im Herzen des Menschen das Feuer entfacht.

Bayern 2-radioWelt: Aus dem 16. Jahrhundert stammt das Gedicht 'Geh aus mein Herz und suche Freud' - wofür steht da das Herz?

Dietrich Grönemeyer: Das hat mich schon beim Mitsingen in der Kirche als junger Mensch so berührt. Daran kann man wohl erkennen, dass die Künstler, Literaten und Musiker dasselbe wollen wie die Mediziner: Sie wollen heilen, sie wollen den Menschen Kraft geben. Es ist das glückliche Herz, das schlägt, das berührt wird durch die Dankbarkeit, leben zu dürfen – das aber auch stärkstens ergriffen wird, traurig wird, wenn Menschen, die man liebt, von einem gehen.

Bayern 2-radioWelt: Redewendungen wie 'Herzlich Willkommen', 'Herzliches Beileid' - woher kommen die?

Dietrich Grönemeyer: Die kommen, glaube ich, ganz ursprünglich von uns selbst. Nicht aus der Medizin, nicht aus der Literatur, sondern wirklich von uns, weil wir uns freuen, wenn wir einem anderen Menschen begegnen. Dann geht das Herz auf und wir freuen uns! Wir sind einfach so angelegt, dass wir unsere Seele tagtäglich spüren, auch wenn wir glauben, sie nicht zu spüren. Kant hat so schön gesagt: Der Verstand regelt zwar die Welt, aber das Herz gibt dem Verstand die Vorschrift.