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Die Rostrote Mauerbiene ist das Insekt des Jahres 2019 | BR24

© picture alliance / blickwinkel/ H. Schmidbauer

Die Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019

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    Die Rostrote Mauerbiene ist das Insekt des Jahres 2019

    Bislang ist die Rostrote Mauerbiene in ihrem Bestand noch nicht bedroht, trotzdem soll mit ihrer Kür zum Insekt des Jahres 2019 auf das Artensterben der Wildbienen und ihre Bedeutung für das Ökosystem aufmerksam gemacht werden.

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    Die Rostrote Mauerbiene soll im kommenden Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Botschafterin der bedrohten Wildbienenarten dienen. Zu diesem Zweck hat ein Kuratorium aus Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Einrichtungen das bislang noch nicht bedrohte Tier jetzt zum Insekt des Jahres 2019 gekürt.

    Pelzig behaart mit zwei Hörnern

    Ihr Aussehen erinnert an eine schlanke Hummel, sie ist auffallend pelzig behaart und zwischen acht und 14 Millimeter groß. Ihren wissenschaftlichen Namen "bicornis" (zu Deutsch: mit zwei Hörnern) verdankt die Mauerbiene ihren beiden Hörnchen am Kopf, die das Tier zum Sammeln von Pollen benutzt.

    Nistplätze in der Nähe von Menschen

    Für ihre Brutnester ist den Mauerbienen fast jeder kleine Hohlraum recht. Sie bauen ihre Nester in Trockenmauern, Löß- und Lehmwänden oder auch in Totholz und lockerem Gestein. Aber auch in Türschlössern, in der Plastikhülle eines Rolladenstoppers oder in einer Holzflöte wurden schon Nester der Mauerbiene gefunden. Die Mauerbiene ist deshalb auch häufig in der Nähe menschlicher Behausungen zu finden. Das "Zusammenleben" mit dem Menschen ist auch kein Problem: Mauerbienen stechen den Menschen nicht.

    Pro Jahr entwickelt sich eine Generation

    Für den Nachwuchs der Bienen verschließt das Mauerbienen-Weibchen das Nest nach der Eiablage im Frühling mit einer Art Pflanzenmörtel aus zerkautem Laub und Blütenblättern. In der Höhle entwickeln sich die Larven bis August zu erwachsenen Bienen, verlassen das Nest aber erst im folgenden Frühjahr. Als erstes schlüpfen die Männchen, die sich dafür mit ihren kräftigen Kiefern den Weg aus der verschlossenen Brutkammer freinagen müssen. Etwa zwei Wochen später folgen ihnen die Weibchen. Kommen sie aus dem Nest, werden sie schon zur Paarung von den Männchen erwartet. Ein neuer Zyklus beginnt.

    Die Auszeichnung

    Das "Insekt des Jahres" wird seit 1999 von einem Kuratorium von Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen aus verschiedenen Vorschlägen ausgewählt und bekanntgegeben. Die Idee hierzu stammte von Prof. Dr. Holger Dathe, damaliger Leiter des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg. Mittlerweile wird die Verleihung von der Senckenberg-Gesellschaft sowie vom Naturschutzbund NABU organisiert. Schirmherrin des Preises ist in diesem Jahr die österreichische Umweltministerin Elisabeth Köstinger.