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Die richtige Botschaft zu Corona | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Sars-CoV-2 und die Maßnahmen gegen dessen Ausbreitung verunsichern viele Menschen.

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Die richtige Botschaft zu Corona

Viele Menschen sind verunsichert durch die Corona-Krise. Auch das ist ein Grund, dass Verschwörungstheorien sich im Netz ausbreiten. Die Politik muss jetzt die Maßnahmen richtig kommunizieren, sagt der Techniksoziologe Ortwin Renn.

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Botschaften müssen oft wiederholt werden, so Renn im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Außerdem müssen Wissenschaftler und Politiker darüber sprechen, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gesichert sind und bei welchen noch Unsicherheit besteht, so der Direktor des Instituts für Nachhaltigkeitsstudien IASS in Potsdam. Unterschiedliche Auffassungen sollte man transparent machen und nebeneinander stehen lassen. Bei der Begründung von Maßnahmen sollte man eindeutig sein.

"Vieles wissen wir nicht. Aber wissen genug, um sinnvolle Maßnahmen zu verhängen. Zum Beispiel ist das Corona-Virus durch Tröpfchen übertragbar. Deswegen ist es wichtig, Abstand zu halten. Damit können wir den Hauptfluss der Infektion in den Griff bekommen." Ortwin Renn

Totstellen, flüchten oder kämpfen

Menschen reagierten unterschiedlich auf die Bedrohung durch Covid-19, so Renn in einem neuen Beitrag für die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech. Manche spielten Bedrohung herunter, andere wollten möglichst viele Details wissen. Der Soziologe unterscheidet zwischen folgenden Verhaltensmustern.

  • Totstell-Muster ("Mir wird schon nichts passieren, ich mache wie gewohnt weiter").
  • Flucht-Muster ("Ich muss mich von allem fernhalten, was mich bedroht.")
  • Kampf-Muster ("Ich muss aktiv gegen das aggressive Virus handeln, etwa indem ich Sündenböcke finde").

Ortwin Renn rät zu unterschiedlichen Kommunikationsstrategien:

  • Diejenigen, die zum Totstellmuster, also eher zur Verharmlosung des Risikos neigen, kann man am besten dadurch erreichen, dass man klar macht, dass auch sie betroffen sein könnten. Sie reagieren auch am ehestens auf den Appell zur Nächstenliebe und dem Schutz der Anderen.
  • Diejenigen, die zum Fluchtmuster neigen, müssen in ihrem Verhalten bestärkt werden, sagt Renn. Allerdings müsse man ihnen sagen, dass dieses Verhalten riskant ist - etwa, wenn man sich zuhause abkapselt, droht Bewegungsmangel oder der Verlust an sozialen Kontakten.
  • Menschen, die zum Kampfmuster neigen, bräuchten Ersatzobjekte oder Ersatzhandlungen, um ihren Tatendrang und zum Teil ihre Aggressionen auszuleben. Ihnen kann durch Krisenbewältigung geholfen werden, etwa freiwillige Einkaufsdienste, die Herstellung von einfachen Atemmasken oder IT-Beratungen in der Nachbarschaft.

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