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Die Grippewelle rollt: Jetzt noch impfen lassen! | BR24

© dpa-Bildfunk/Christoph Soeder

Die Grippewelle rollt: Jetzt noch impfen lassen!

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Die Grippewelle rollt: Jetzt noch impfen lassen!

Die Grippe breitet sich immer weiter in Deutschland aus, so das Robert-Koch-Institut. Mehr als 13.000 Menschen sind schon erkrankt. Die Grippewelle wird noch einige Wochen andauern, deshalb empfiehlt sich auch jetzt noch eine Impfung.

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Seit Saisonbeginn im Oktober 2019 sind bundesweit 13.350 durch Laboranalysen bestätigte Grippefälle gemeldet worden, davon allein 4.439 in der vergangenen Woche. Bisher starben daran nachweislich 32 Menschen. Mehr als 3.500 Patienten wurden wegen Grippe im Krankenhaus behandelt. Gemeldet wurden zudem 15 Ausbrüche in Kindergärten.

Diese Zahlen spiegeln aber nicht das ganze Ausmaß der Grippeerkrankungen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, das im Verlauf von Grippewellen fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung angesteckt werden. Bei schweren Grippewellen seien mehrere Zehntausend Tote zu befürchten. Betroffen sind überwiegend Senioren, die das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Ob eine Grippewelle schwer oder leicht verläuft, ist von Jahr zu Jahr verschieden. Im vergangen Winter verlief sie - so das RKI - eher moderat.

Jetzt noch impfen lassen!

Auch wenn der optimale Zeitpunkt für eine Impfung im Oktober und November ist, ist es auch jetzt noch möglich, sich impfen zu lassen. Empfohlen wird die Impfung unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren sowie Ärzten oder Pflegekräften. "Man sollte sich jetzt aber sputen: Bis der Schutz aufgebaut ist, dauert es bis zu 14 Tage", sagt Silke Buda vom RKI. Der Grippeerreger sollte auf keinen Fall unterschätzt werden, denn er ist für viele Todesfälle verantwortlich.

Nur jeder Zehnte lässt sich gegen Grippe impfen

Nach Angaben der Techniker-Krankenkasse lassen sich in Deutschland nur zehn Prozent der Bürger impfen, in Bayern nur sieben Prozent. Auch in der Altersgruppe über 60, für die eine Grippeimpfung von Ärzten empfohlen wird, ist nur jeder Dritte gegen Grippe geimpft

2017/18: Tödlichste Grippewelle seit 30 Jahren

Rund 25.100 Menschen verloren in Deutschland in der außergewöhnlich starken Grippewelle 2017/18 ihr Leben, so das Robert Koch-Instituts (RKI). Das sei die höchste Zahl an Todesfällen in den vergangenen 30 Jahren, erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler im September 2019.

Mangelnder Schutz durch Dreifachwirkstoff

Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass in der Grippesaison 2017/18 nur ein Dreifachimpfstoff für Patienten der gesetzlichen Krankenkassen verwendet wurde, der keinen ausreichenden Schutz bot. Jedes Frühjahr wagt die Weltgesundheitsorganisation eine Prognose, doch für die damalige, schwere Grippesaison lagen die Experten daneben: Die gefährlichste Viruslinie der Saison, die Yamagata-Linie, hatten sie nicht im Blick. Und ausgerechnet dieses fehlende Virus im Grippeimpfstoff war für rund zwei Drittel aller Viruserkrankungen verantwortlich.

Wie verlief die vergangene Grippesaison?

In der Grippesaison 2018/19 hatten dann auch Kassenpatienten Anspruch auf die teurere Grippeimpfung mit dem Vierfachwirkstoff. In dieser Saison sorgte die Grippe für 3,8 Millionen Arztbesuche - nicht mal halb so viele Arztbesuche wie in der Saison zuvor. 40.000 Menschen kamen ins Krankenhaus - in vielen Fällen mit akutem Atemnotsyndrom oder Lungenentzündung, laut RKI-Expertin Silke Buda.

Heuer wieder Vierfachimpfstoff

Eine Grippeschutzimpfung schützt vor den in der anstehenden Saison voraussichtlich häufigsten Grippevirusvarianten. Die Grippeviren sind listig und wandlungsfähig: Sie verändern sich ständig. Jedes Jahr muss daher ein neuer Impfstoff entwickelt werden, der gegen die aktuellen Influenzaviren, die gerade im Umlauf sind, wirksam ist. Jedes Frühjahr liefert die Weltgesundheitsorganisation dazu eine Prognose.

Bislang wurden nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts rund 17 Millionen Impfdosen freigegeben, über eine Million mehr als in der vergangenen Saison (Stand: 6. Oktober 2019). Sie enthalten Bestandteile der erwarteten Virusvarianten. "Der Impfstoff für die neue Saison hat zwei neue, aktualisierte Influenza-A-Komponenten - eine Impfung lohnt sich dadurch besonders", so Buda. Eine Grippeschutzimpfung ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) das wichtigste Mittel, um sich vor einer Grippeerkrankung zu schützen - auch wenn sie keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Sie hat eine Effektivität zwischen 40 und 60 Prozent. Daneben empfehlen die Experten gründliches Händewaschen mit Seife und Abstandhalten zu Erkrankten.

Wer sollte sich impfen lassen?

Das RKI empfiehlt all denen eine Grippeschutzimpfung, die zu einer Risikogruppe gehören. Das sind: Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind, Schwangere (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel), Menschen, die beruflich viel Kontakt mit anderen haben wie Krankenhaus-Personal oder Altenpfleger, Patienten, die an einer chronischen Krankheit leiden wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma sowie Kinder mit Diabetes.

Symptome einer Grippe

Grippe beginnt oft plötzlich. Viele fühlen sich innerhalb einer Stunde schlagartig krank. Die Frage, ob man zur Arbeit gehen kann, stellt sich nicht aufgrund der schweren Symptome. Meist bekommt man hohes Fieber (über 39 Grad), starke Glieder- und Muskelschmerzen und Schnupfen.

Für die Risikogruppe bedeutet eine Grippeerkrankung eine echte Gefahr, denn das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist erhöht. Die Grippe kann lebensgefährliche Komplikationen nach sich ziehen - die bedeutendsten sind eine bakterielle Lungen- oder eine Herzmuskelentzündung. Beide können tödlich enden.

Impfschutz nach 14 Tagen wirksam

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt als optimalen Zeitpunkt für eine Grippeschutzimpfung die Monate Oktober und November. Nach der Impfung dauert es circa 10-14 Tage, bis sich der Impfschutz aufgebaut hat. Dieser hält sechs bis zwölf Monate an. Vor der nächsten Grippesaison muss neu geimpft werden. Bei älteren Menschen wirken diese Impfungen nicht ganz so gut. Deswegen sind für Senioren sogenannte adjuvantierte, also verstärkte Influenzaimpfstoffe entwickelt worden. Bei diesen, so das RKI, können schwerere lokale Nebenwirkungen auftreten.

Mögliche Nebenwirkungen einer Impfung

Manchmal tritt eine Rötung oder Schwellung der Einstichstelle auf oder es kommt zu leichten, grippeähnlichen Symptomen (Unwohlsein, Fieber, Gliederschmerzen), die aber in der Regel schnell abklingen. Schwere Nebenwirkungen wie Lähmungen, Hirnhautentzündung oder Krampfanfälle sind sehr selten.

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

Wer eine Erkältung hat oder diese gerade erst überwunden hat, sollte sich nicht impfen lassen, sondern warten, bis er wieder ganz gesund ist. Babys und Patienten mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß sollten erst mit einem Arzt klären, ob sie sich gegen Grippe impfen lassen dürfen. Denn die Impfstoffe werden auf Basis von Hühnereiweiß hergestellt.

© picture-alliance/dpa

Die Grippe-Welle breitet sich aus - insbesondere in Oberbayern.

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