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Die Corona-Berater: Auf wen hören Angela Merkel und Markus Söder? | Possoch klärt! | BR24

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    Die Corona-Flüsterer: Auf wen hören Merkel und Söder?

    Die Bundesregierung trifft die Corona-Entscheidungen nie allein. Hinter den Maßnahmen steht immer ein Team von Experten. Doch wer flüstert den Regierungschefs ins Ohr und wie einseitig werden die Berater ausgewählt? Possoch klärt!

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    Von
    • Adrian Dittrich
    • Dominic Possoch

    Noch vor einem Jahr hätte wohl niemand gedacht, dass wir mal den Namen des Leiters der Virologie an der Berliner Charité kennen. Oder wir nicht erst googeln müssen, um zu wissen, wer Präsident des Robert Koch-Instituts ist. Christian Drosten und Lothar Wieler sind längst bekannte Namen und Gesichter dieser Corona-Pandemie. Vor allem natürlich, weil sie zum engeren Berater-Kreis der Bundesregierung zählen.

    Was sie sagen, hat Gewicht für die Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Vor nahezu jeder Ministerpräsidentenkonferenz gab es Experten-Runden mit Wissenschaftlerinnen und Virologen, mit Epidemiologen und Statistikerinnen. Die Bundesregierung will ihre weitreichenden Beschlüsse schließlich nicht ohne Grundlage treffen. Doch seit einiger Zeit wird die Kritik an diesen Runden immer lauter: Wer sitzt da eigentlich drin und warum? Wie werden die Expertinnen und Experten ausgesucht? Findet diese Auswahl gar zu einseitig statt, um den Kurs der Regierung in der Corona-Pandemie ja nicht in Frage zu stellen? Martin Hagen von der FDP hat seine Kritik im aktuellen "Possoch klärt" so formuliert:

    "Der Beraterkreis der Kanzlerin hat doch eine eindeutige Schlagseite. Es gibt erstens ausschließlich Experten, die einen harten Lockdown, auch eine Schließung von Schulen für das Mittel der Wahl halten. (…) Und zweitens hat sie mittlerweile Leute in ihrem Beraterkreis, die einen sehr radikalen Ansatz verfolgen, die in Richtung einer ZeroCovid oder NoCovid-Strategie gehen." Martin Hagen, FDP-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag

    Welchen Experten schenkt Angela Merkel ihr Vertrauen in Sachen Corona?

    Vor der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz, am 19. Januar 2021, hatte Angela Merkel ein Expertenteam eingeladen, das unterschiedliche wissenschaftliche Bereiche abdecken sollte. So gab es neben Virologen sowie Epidemiologen mit Cornelia Betsch auch eine Psychologin und mit Kai Nagel einen Verkehrsexperten. Zudem wurden der Physiker Michael Meyer-Hermann und die Virologin Melanie Brinkmann eingeladen, beide Vetreter einer No-Covid-Strategie. Auf Experten, die für baldige Lockerungen eintreten, verzichtete die Kanzlerin.

    Einzig der ebenfalls eingeladene Gérard Krause, Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum, könnte als leichter Kritiker des bisherigen politischen Kurses gelten. Denn Krause stellt die Fixierung auf die Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen in Frage. Laut dem Epidemiologen fehlt hierfür ein fundierter Beweis, dass sich die Pandemie nur mit diesem Inzidenzwert kontrollieren lässt.

    Lässt sich die Kanzlerin wirklich nur einseitig beraten? Wie laufen diese Experten-Runden tatsächlich ab? Und von wem lässt sich Markus Söder bei seinem harten Corona-Kurs beraten?

    Possoch klärt!

    Was ist Ihre Meinung zu der Auswahl der Corona-Berater von Seiten der Bundeskanzlerin und des bayerischen Ministerpräsidenten? Auf welche Experten sollten die Regierungschefs in der Corona-Pandemie hören? Klicken Sie in das YouTube-Video und diskutieren Sie dort in den Kommentaren mit!

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