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Deutschlands größtes Lager für menschliche Bioproben eröffnet | BR24

© Helmholtz Zentrum München

So werden die Proben menschlicher Biomaterialien in Deutschlands größtem, neu eröffneten Lager in Oberschleißheim bei München aufbewahrt.

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    Deutschlands größtes Lager für menschliche Bioproben eröffnet

    Das Helmholtz Zentrum München hat heute Deutschlands größtes Lager für menschliche Bioproben eröffnet. Mithilfe von rund 21 Millionen Proben wie Blut, Urin oder Speichel wollen Forscher den Ursachen zahlreicher Volkskrankheiten auf die Spur kommen.

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    Nach drei Jahren Bauzeit geht das neue "Biorepository" heute in Oberschleißheim bei München in Betrieb. In den nächsten Jahren sollen dort rund 21 Millionen Proben wie Blut, Urin oder Speichel für eine Langzeit-Bevölkerungsstudie gesammelt und bis zu 30 Jahre aufbewahrt werden. Ziel der Studie ist es, die Entstehung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs, Demenz, Herzinfarkt oder auch Infektionskrankheiten künftig besser zu verstehen.

    Schatz für die Wissenschaft und Forschung

    Matthias Tschöp, wissenschaftlicher Leiter des Helmholtz Zentrums München, sprach bei der Eröffnung des neuen Bioproben-Lagers von einem "Schatz für die Wissenschaft und Forschung" .

    Die Proben, die in riesigen Tanks bei minus 80 oder minus 180 Grad Celsius gefroren lagern, können dank Vollautomatisierung mithilfe eines Roboters einsortiert und bei Bedarf wieder herausgesucht werden. Dabei helfen individuelle Barcodes, die an jedem Probenröhrchen angebracht sind.

    Ursprung der Proben und Ablauf der Studie

    Die rund 21 Millionen Proben, die die Forscher für ihre Wissenschaft anstreben, werden von Teilnehmern der deutschlandweiten NAKO-Gesundheitstudie stammen. Sie läuft schon seit 2014. Bisher sind bereits elf Millionen Proben menschlicher Biomaterialien wie Blut, Urin oder Speichel zusammengekommen.

    Die Studienteilnehmer, die zwischen 20 und 69 Jahre alt sein müssen, werden zufällig ausgewählt, umfassend medizinisch untersucht und nach ihren Lebensgewohnheiten befragt. Außerdem spenden die Teilnehmer Blut und andere Biomaterialien. Für jeden Teilnehmer fallen bis zu neun sogenannter Bioproben an, die noch in wesentlich mehr Teilproben aufgeteilt werden. Insgesamt werden für die Studie 200.000 Teilnehmer benötigt. Mithilfe ihrer gespendeten Proben können laut Forschern beispielsweise Biomarker für die frühe Entdeckung von Krankheiten entwickelt werden.

    Konkrete Ziele der Studie

    Annette Peters, Epidemiologin am Helmholtz Zentrum München, konkretisiert die Ziele der Studie anlässlich der Eröffnung des deutschlandweit einzigartigen Lagers für menschliche Bioproben noch deutlicher:

    "Wir wollen zum Beispiel die Frage beantworten, warum der Anteil an Diabetikern im Nordosten von Deutschland doppelt so hoch ist wie im Südwesten." Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München und Vorsitzende der NAKO-Gesundheitsstudie

    Die NAKO-Gesundheitsstudie

    Die NAKO wird von einem Netzwerk deutscher Forschungseinrichtungen, wie Universitäten, Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und weiterer Forschungsinstitute, organisiert. Insgesamt sind an ihr 18 Studienzentren beteiligt. Die NAKO wird über zehn Jahre durch das Bundesforschungsministerium, die beteiligten Bundesländer und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit insgesamt 256 Millionen Euro finanziert.