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Deutscher Zukunftspreis 2020: Ein Team kommt aus Bayern | BR24

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Alljährlich werden Anfang September im Deutschen Museum in München die Nominierten für den Deutschen Zukunftspreis vorgestellt.

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    Deutscher Zukunftspreis 2020: Ein Team kommt aus Bayern

    Ende November zeichnet Bundespräsident Steinmeier innovative technische Entwicklungen mit dem Deutschen Zukunftspreis aus. Nun haben die drei dafür nominierten Forscher-Teams ihre Projekte in München vorgestellt. Ein Team kommt aus Bayern.

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    Das Forscher-Team aus Bayern trägt den Namen "Spritzbare Fassadendämmung mit Glass-Bubbles – nachhaltige, energieeffiziente Isolation von Gebäuden". Nominiert sind Friedbert Scharfe von der Franken Maxit Mauermörtel GmbH & Co. aus Kasendorf im Landkreis Kulmbach, Thorsten Gerdes von Universität Bayreuth und sowie Klaus Hintzer von der Dyneon GmbH aus Burgkirchen im Landkreis Altötting.

    Winzige Blasen dämmen Häuser besser

    Das Team hat mit zehn bis 200 Mikrometer kleinen Glashohlkugeln ein neuartiges Dämmsystem für den Gebäudebau entwickelt. Die mineralische Spritzdämmung hat eine besonders hohe Dämmwirkung und Festigkeit und wird nachhaltig produziert. Dadurch ist sie im doppelten Sinne ökologisch nachhaltig. Zusätzlich ist sie flexibel verbaubar und kann auch durch moderne Robotiksysteme aufgebracht werden.

    Mit dem Laser neuartige Mikrochips fertigen

    Neben einem bayerischen Team sind zwei weitere für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Sie stammen aus Baden-Württemberg und Thüringen, ein Team-Mitglied aus dem Kanton Bern in der Schweiz.

    Das zweite Team stellte sein Projekt "EUV-Lithographie – neues Licht für das digitale Zeitalter“ vor. Hier sind nominiert: Peter Kürz von der Carl Zeiss SMT GmbH, Oberkochen, Michael Kösters von TRUMPF Lasersystems for Semiconductors Manufacturing GmbH, Ditzingen, sowie Sergiy Yulin vom Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Jena.

    Das Team hat eine neue Fertigungstechnik für Mikrochips unter Einsatz von ultraviolettem Licht mit extrem kurzer Wellenlänge entwickelt. Das Plasma der eingesetzten Lichtquelle wird dabei fast 40 mal heißer als die Oberfläche der Sonne. Hiermit lassen sich künftig Mikrochips herstellen, die besonders leistungsfähig, energieeffizient und kostengünstig sind. Bereits seit zwei Jahren werden die Mikrochips dieser neuen Generation von den führenden Herstellern von Smartphones und Halbleiterprodukten verwendet, und es ist absehbar, dass ihre Verwendung weiter zunehmen wird.

    OP-Assistent macht Unsichtbares sichtbar

    Das Projekt des dritten Teams trägt den Titel "Robotisches Visualisierungssystem – Effizienz für die Mikrochirurgie". Nominiert sind: Andreas Raabe von der Universitätsklinik für Neurochirurgie, Bern sowie Michelangelo Masini und Frank Seitzinger von der Carl Zeiss Meditec AG, Oberkochen.

    Das Team hat ein neuartiges System geschaffen, das die Bereiche Robotik, Assistenzsysteme und Visualisierung miteinander vereint. Das Visualisierungssystem unterstützt bei chirurgischen Eingriffen, indem es das Operationsfeld vollständig visualisiert und wichtige Informationen für die Entscheidungsfindung während der Operation liefert. Die chirurgischen Fachkräfte können dabei ihre Hände permanent im Operationsfeld belassen und sich auf den Eingriff konzentrieren. Das System wurde 2017 eingeführt. Seitdem wird es jedes Jahr bei über 300.000 Eingriffen, vor allem in der Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie, eingesetzt.

    Bundespräsident verleiht Zukunftspreis im November

    Der Deutsche Zukunftspreis ist mit 250.000 Euro dotiert und gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftspreisen in Deutschland. Schon die Nominierung gilt als hohe Auszeichnung. Das ausgewählte Produkt muss nicht nur innovativ, sondern bis zur Marktfähigkeit entwickelt sein. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht den Preis am 25. November 2020 in Berlin. Welches der drei Teams den Preis erhält, bleibt bis zuletzt geheim.

    Deutscher Zukunftspreis 2019 für bayerisches Software-Unternehmen

    Im vergangenen Jahr ging der Deutsche Zukunftspreis an eine Gruppe um den Münchner Mathematiker Alexander Rinke. Ihr Start-up-Unternehmen Celonis entwickelt seit mehreren Jahren Software, um die Abläufe in Unternehmen zu verbessern. Die Programme sollen zum Beispiel für mehr Pünktlichkeit bei der Eisenbahn oder für eine schnellere Behandlung von Patienten im Krankenhaus sorgen. Die künstliche Intelligenz kann Einsparpotenziale erkennen und so mehr Kundenzufriedenheit sowie höhere Profite erreichen.

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