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Deutscher Zukunftspreis 2019: Zwei Teams aus Bayern nominiert | BR24

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Rund zweieinhalb Monate vor der Verleihung des Deutschen Zukunftspreises stellten die nominierten Forscher-Teams ihre Projekte in München vor.

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Deutscher Zukunftspreis 2019: Zwei Teams aus Bayern nominiert

Rund zweieinhalb Monate vor der Verleihung des Deutschen Zukunftspreises haben die drei dafür nominierten Forscher-Teams ihre Projekte in München vorgestellt. Zwei Teams kommen aus Bayern, eines aus Nordrhein-Westfalen.

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Bei den drei für den Deutschen Zukunftspreis nominierten Projekten geht es zum einen um ein Verfahren, CO2 als Ausgangsmaterial für Alltagsprodukte zu nutzen, zum anderen um eine neue effiziente Methode des Prozessmanagements und drittens um ein Verfahren zum frühzeitigen Erkennen und Therapieren degenerativer Erkrankungen.

Kunststoff aus Kohlendioxid

Ein Forscher-Team der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, des Max-Planck-Instituts für chemische Energiekonversion und des Werkstoffherstellers Covestro hat ein chemisches Verfahren entwickelt, mit dem sich Kohlendioxid für die Herstellung von Kunststoffen nutzen lässt, zum Beispiel um Schaumstoff für Matratzen zu produzieren. Kraftwerke, Verkehrsmittel und Industrie, die fossile Brennstoffe einsetzen, stoßen große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) aus. Auf der anderen Seite benötigt die chemische Industrie Kohlenstoff, einen Bestandteil von CO2, zur Herstellung von Kunststoffen. Gewonnen wird dieser meist aus Erdöl, Erdgas oder Kohle. Wenn man Kohlenstoff aus Kohlendioxid nutzen würde, ließen sich die natürlichen Ressourcen schonen und der CO2-Fußabdruck der chemischen Industrie reduzieren.

Prozesse in Unternehmen verbessern

Ebenfalls nominiert für den Deutschen Zukunftspreis ist das Team von Celonis SE aus München. Die Mitglieder haben eine Methode zum Prozessmanagement mit den Namen "Process Mining" entwickelt. Sie gibt Unternehmen die Möglichkeit, große Datenmengen, die bei digitalisierten Geschäftsabläufen anfallen, möglichst gut zu nutzen. Mit Process Mining sollen sich Prozesse umfassend analysieren und wenn nötig effizienter gestalten lassen. Die Basis für die neuartige Technik legten die drei Nominierten als Studenten an der TU München. Im Rahmen eines Beratungsprojekts für den Bayerischen Rundfunk entwickelten sie einen ersten Prototyp.

Neuartiger Magnetresonanztomograph

Die Mitglieder des dritten nominierten Teams kommen vom Universitätsklinikum Erlangen, der Siemens Healthineers AG und dem Deutschen Krebsforschungszentrumsin Heidelberg. Die Forscher haben einen Magnetresonanztomographen konstruiert, der die Diagnostik und damit auch die Therapiechancen verbessern soll. Das Gerät arbeitet mit einem deutlich stärkeren Magnetfeld als bisherige MRTs und liefert präzisere Bilder des menschlichen Körpers.

Bundespräsident verleiht Preis im November

Der Deutsche Zukunftspreis ist mit 250.000 Euro dotiert und gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftspreisen in Deutschland. Schon die Nominierung gilt als hohe Auszeichnung. Das ausgewählte Produkt muss nicht nur innovativ, sondern bis zur Marktfähigkeit entwickelt sein. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht den Preis am 27. November in Berlin. Welches der drei Teams den Preis erhält, bleibt bis zuletzt geheim.

Deutscher Zukunftspreis 2018: Helfer für das Immunsystem

Im vergangenen Jahr war ein Forscherteam für eine Substanz geehrt worden, die ein gefährliches Virus auch dann in Schach hält, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Das ist beispielsweise bei Menschen mit einem Spenderorgan der Fall. Die Substanz, so hieß es bei der Preisverleihung, erschließe neue Perspektiven in der Transplantationsmedizin.