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Deutsche essen etwas gesünder, werden aber immer dicker | BR24

© BR/Julia Müller

Laut des 14. Ernährungsberichts der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hat sich die Essenssituation hierzulande teilweise verbessert.

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    Deutsche essen etwas gesünder, werden aber immer dicker

    Mehr Gemüse, aber weniger Obst; mehr Mineralwasser und weniger Alkohol: Die Deutschen ernähren sich etwas gesünder, sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) in ihrem aktuellen 14. Ernährungsbericht. Aber das reicht den Experten nicht.

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    Von
    • Ortrun Huber

    Was essen? Und vor allem wovon wie viel? Nach dem 14. Ernährungsbericht der Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) wissen die Deutschen zunehmend besser darüber Bescheid, wie ein gesundes Essen auf dem Mittagstisch aussieht.

    Pflanzenbetonte Ernährung noch nicht in Sicht

    Als positiv verzeichnen die Experten, dass die Deutschen mehr Gemüse und weniger Schweinefleisch essen. Was allerdings nicht bedeutet, dass eine pflanzenbetonte Kost, wie sie die DGE für eine vollwertige Ernährung empfiehlt, hierzulande auf dem Vormarsch ist. Vielmehr verzeichnet der aktuelle Bericht einen Rückgang beim Verbrauch von Obst, Getreide-Erzeugnissen und frischen Kartoffeln, sowie einen zunehmenden Verzehr von Käse, Rind-, Kalb- und Geflügelfleisch. Dass sei weder gesundheitsfördern noch klimafreundlich, so Professor Helmut Heseker, Chefredakteur des 14. DGE-Ernährungsberichts.

    "Es wäre sehr zu begrüßen, wenn der Verbrauch an Gemüse, Obst, Kartoffeln und Getreide konstant ein höheres Niveau erreicht als der Verbrauch von tierischen Lebensmitteln." Professor Helmut Heseker für Ernährungswissenschaft, Universität Paderborn, Chefredakteur des 14. DGE-Ernährungsberichts

    Aktuelle Daten zu Übergewicht

    Ein buchstäblich dicker Minuspunkt im aktuellen Ernährungsbericht betrifft das Thema Übergewicht. Im Alter zwischen 18 und 65 Jahren sind laut DGE rund 60 Prozent der Männer und rund 37 Prozent der Frauen übergewichtig. Dieser Trend steige mit zunehmendem Alter weiter an.

    "Auch Schwangere sind zunehmend übergewichtig oder adipös und weisen immer häufiger Schwangerschaftsdiabetes auf." 14. Ernährungsbericht der Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.

    Schadet vegane Ernährung Kinder und Jugendlichen?

    Auf die Ernährungssituation von Kindern und Jugendlichen haben die Ernährungsexperten in einer eigenen Untersuchung, der VeChi-Studie (Vegetarian and Vegan Children Study), ein besonderes Augenmerk gerichtet. Diese wurde ebenfalls im Rahmen des 14. Ernährungsberichts veröffentlicht. Untersucht wurde der Einfluss verschiedener Ernährungsformen (vegan, vegetarisch, Mischkost) auf die Nährstoffversorgung von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren.

    Nur geringe Unterschiede in der Nährstoffversorgung

    Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl bei veganer und vegetarischer Ernährung als auch bei einer Mischkost mit Fleisch die Versorgung mit den Hauptnährstoffen sowie den meisten Vitaminen und Mineralstoffen bei der überwiegenden Anzahl der Kinder und Jugendlichen ausreichend ist. Zwischen den drei Ernährungsformen gäbe es weder bei der Energiezufuhr noch beim Energiegehalt der Lebensmittel signifikante Unterschiede. In allen drei Gruppen lag die mittlere Energiezufuhr unter dem Richtwert der DGE. Insgesamt gab es dementsprechend wenig übergewichtige (4 %) und adipöse (0,5 %) Kandidaten unter den jungen Studienteilnehmern.

    Die Kinder und Jugendlichen, die sich vegetarisch und vegan ernährten, aßen insgesamt am gesündesten. Sie knabberten mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse, die Veganer verzehrten die wenigsten Süßigkeiten, Knabberartikel und Fertiggerichte.

    Die bei Veganern häufig kritische Vitamin-B12-Versorgung konnte in der Studie nicht bestätigt werden. Dies führen die Autoren darauf zurück, dass 88 Prozent der veganen Studienteilnehmenden Vitamin B12 mittels Nahrungsergänzungsmittel zuführten.

    Studie nur eingeschränkt aussagekräftig

    Von den 401 Studienteilnehmern ernährten sich 150 vegetarisch, 114 vegan und 137 omnivor. Die Daten wurden von Oktober 2017 bis Januar 2019 erhoben. Allerdings, so schränken die Autoren ihre Ergebnisse ein, sei die Studie nicht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung aufgrund des hohen Sozialstatus der Probanden - und daher nur eingeschränkt aussagekräftig.