Demenzkranker Mann mit einer Pflegerin

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Studie: Gesunder Lebensstil senkt Demenzrisiko

Studie: Gesunder Lebensstil senkt Demenzrisiko

Der Lebensstil beeinflusst das Risiko auf Demenz viel stärker als bisher angenommen. Laut einer Studie haben Menschen, die nicht rauchen und trinken, ein jüngeres Gehirn. 40 Prozent des Demenzrisikos werden demnach von äußeren Faktoren bestimmt.

Unser Lebensstil beeinflusst das Risiko für Demenz offenbar viel stärker als bisher gedacht. Nach einer aktuellen Studie aus Kanada kann das Gehirn eines Menschen, der alle äußerlichen Risikofaktoren für Demenz minimiert – oder gar nicht erst hat – bis zu 20 Jahre jünger sein als das eines Menschen mit vielen Risikofaktoren.

Wer nicht raucht und trinkt hat ein jüngeres Gehirn

Annalies LaPlume, Neurowissenschaftlerin an der Universität von Montreal fand zusammen mit ihrem Team erstaunliche Zusammenhänge. Jeder Risikofaktor habe den gleichen Effekt auf das Gehirn wie drei Jahre Alter, so LaPlume. Zum Beispiel hat ein Raucher die gleiche Gehirnleistung wie ein Nicht-Raucher, der schon drei Jahre älter ist.

Die zweite Erkenntnis sei gewesen, dass diese Risikofaktoren sich addieren. Das heißt, jemand ganz ohne äußerlichen Risikofaktor könne eine vergleichbare Denk-Leistung haben wie ein Mensch, der zehn oder zwanzig Jahre jünger sei.

Gehörverlust wirkt sich erheblich auf das Demenzrisiko aus

Als Faktoren ausgemacht haben die Wissenschaftler: Rauchen, Alkohol und Drogen, Kopfverletzungen, Bluthochdruck, Diabetes, Depression, sowie niedrige Bildung und Schwerhörigkeit. Den größten Effekt hat demnach der Gehörverlust. Deswegen sei eine der wirksamsten Methoden ein Hörgerät. Ansonsten: keinen exzessiven Alkoholkonsum, Rauchen aufhören, stattdessen mehr bewegen.

Bewegung verlangsamt den Alterungsprozess

Wer sich viel bewegt und gut isst, sorgt dafür, dass das Gehirn stärker mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Infolgedessen werden auch die Alterungsprozesse verlangsamt. Zusammen mit einer gesunden Lebensweise kann man also bewusst darauf einwirken, dass die Gefahr an Demenz zu erkranken, etwas eingedämmt wird. Insgesamt 40 Prozent des Demenzrisikos würden von solchen äußeren Risikofaktoren bestimmt, sagt LaPlume. Natürlich könne man Demenz nicht einfach abstellen – aber dann könne man sich zumindest auf die Faktoren konzentrieren, die man ändern kann.

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