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Elektronenmikroskopische Aufnahme des West-Nil-Virus

In Deutschland wurde das West-Nil-Virus zum ersten Mal Ende August bei einem Vogel in einem Zoo in Halle (Saale) festgestellt. Anfang September starb ein Habicht ebenfalls in Sachsen-Anhalt daran. Am 12. September hat das Friedrich-Loeffler-Institut bei einem in Bayern verendeten Bartkauz das West-Nil-Virus nachgewiesen. Der Vogel lebte im Wildpark Poing im Landkreis Ebersberg.

Übertragung des Virus

Das Virus wurde erstmals 1937 in der Region West Nil in Uganda nachgewiesen. Es wird durch Stechmücken übertragen, Vögel stellen die Hauptwirte dar. In Europa wurden bisher vor allem in süd- und südosteuropäischen Ländern Infektionen gemeldet. Nach Deutschland könnte das Virus entweder durch infizierte Wildvögel gelangt sein, an denen sich heimische Stechmücken infizieren und den Erreger so weitertragen - oder durch infizierte Mücken, die aus Urlaubsgebieten nach Deutschland transportiert wurden.

Ist das West-Nil-Virus gefährlich?

Die Infektion bleibt bei Vögeln in den meisten Fällen symptomlos. Hochempfängliche Vogelarten wie Sperlingsvögel, Greifvögel und Eulenarten können daran erkranken und sterben. Der Erreger kann auch auf Säugetiere wie Pferde und eben Menschen übertragen werden. Diese können das Virus nicht weiterverbreiten, wohl aber daran erkranken. Allerdings verläuft beim Menschen die Infektion bei 80 Prozent der Infizierten ohne Symptomatik, so das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. 20 Prozent zeigen demnach leichte Krankheitssymptome wie Fieber und grippeähnliche Erscheinungen. Vor allem bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen kann es in Einzelfällen zu hohem Fieber und Gehirnhautentzündungen kommen. In seltenen Fällen kann die Infektion tödlich enden.

Verbreitung des West-Nil-Virus in Europa

Ein in Deutschland erworbener Fall von West-Nil-Fieber beim Menschen ist bisher nicht bekannt geworden. In südeuropäischen Ländern waren in diesem Jahr auffällig viele Menschen an diesem Virus erkrankt. In Griechenland zum Beispiel registrierte man in diesem Jahr bereits 180 Infizierte und 22 Todesfälle.

Ansteckung mit dem West-Nil-Virus vermeiden

Wie sich der Bartkauz in Bayern infizierte, ist bis jetzt nicht bekannt. Forscher gehen davon aus, dass auch hiesige Stechmücken-Arten das Virus übertragen können. Wer einen toten Vogel findet: auf keinen Fall anfassen. Bei Funden sollte das zuständige Veterinäramt kontaktiert werden.