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Das sollten Allergiker und Asthmatiker bei Corona beachten | BR24

© Christin Klose/dpa

Während der Corona-Pandemie verbreiteten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Gerüchte, wie sich Asthmatiker nun verhalten sollen.

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    Das sollten Allergiker und Asthmatiker bei Corona beachten

    Asthmatiker und Allergiker gehören zu den Covid-19-Risikopatienten. Viele sind jetzt verunsichert: Sollen sie ihre Medikamente trotzdem wie gewohnt einnehmen? Unbedingt, so der Rat der Ärzte.

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    Ständiges Räuspern, Husten, Atemnot: Seit die Pollen wieder fliegen treten diese Symptome bei vielen Allergikern auf. Asthmatiker leiden oft das ganze Jahr über an ähnlichen Beschwerden.

    Die Schleimhaut wehrt Krankheitserreger ab

    Jetzt ist ein weiteres Problem dazu gekommen: Allergiker und Asthmatiker, die medikamentös schlecht eingestellt sind oder ihre Erkrankung nicht behandeln, haben ein erhöhtes Risiko für eine Covid-19-Infektion. Der Grund: Die Schleimhäute im oberen Atemwegssystem schwellen an und werden damit durchlässiger für Viren und weitere Krankheitserreger.

    Die Bronchialschleimhaut besteht aus drei Schichten: Der Basal-Membran, den Epithelzellen und darüber den Flimmerhärchen mit dem Biofilm. Die oberste Schicht funktioniert als Schutzbarriere und wehrt Krankheitserreger, Schmutz und Staub ab. Die Flimmerhärchen befördern Eindringlinge aus der Lunge heraus.

    Problem: wenn die Schleimhaut anschwillt

    Bei Entzündungen wie Asthma, Allergien oder Bronchitis schwillt die Schleimhaut an. Die Flimmerhärchen erstarren, einzelne Epithelzellen sterben ab. Dadurch entstehen Löcher in der Bronchialschleimhaut. Lücken, in die Krankheitserreger wie zum Beispiel das Coronavirus leichter eindringen können. Mit Medikamenten schützen sich Betroffene davor. Viele Asthmatiker nutzen Kortison-Spray, um besser Luft zu bekommen.

    Asthmatiker sollen Kortison-Spray nicht absetzen

    Nun sind aber viele verunsichert, denn es kursieren Falschmeldungen, dass sie das Spray absetzen sollten, da es angeblich das Immunsystem schwäche.

    Dabei hat das inhalierbare Kortison, das Asthma-Patienten bekommen, keinen schwächenden Einfluss. Ganz im Gegenteil: Es hilft Asthmatikern dabei, einen stabilen Krankheitsverlauf zu haben. Denn mit Hilfe der Medikamente kann sich die Bronchialschleimhaut erholen, neue Epithelzellen bilden und die Lücken schließen. Die Symptome verbessern sich und Krankheitserreger können weniger leicht eindringen.

    Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass das Kortison-Spray die Anzahl der ACE2-Rezeptoren, an denen das Coronavirus gerne andockt, reduziert. "Wir haben beim Kortison-Spray nur ein hundertstel bis ein tausendstel der Dosis, die wir sonst als Tablette geben müssen, um eine Wirkung zu erzielen", erklärt Dr. Matthias Müller, Pulmologe in Hamburg.

    Asthmatiker sollten gerade jetzt gut eingestellt sein

    Gut eingestellte Asthmatiker sollten also gerade jetzt nichts an ihrer Medikation ändern. "Wir brauchen jetzt gut eingestellte Asthmatiker", so Dr. Martin Ehlers, der ebenfalls Pulmologe in Hamburg ist. "Einerseits damit sie geschützt sind vor Infekten. Zum anderen darf natürlich auf keinen Fall jetzt ein Asthmatiker durch das Absetzen oder Verändern der Medikation instabil werden. Weil er dann geneigt ist, wieder in sein Asthma zu rutschen."

    Und: Wer wieder ins Asthma "rutscht", wäre tatsächlich besonders anfällig für Coronaviren. Wer aber stabil eingestellt ist und wenige bis keine Beschwerden hat, hat kein erhöhtes Risiko am Coronavirus zu erkranken.

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