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Tüpfelbeutelmarder
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Tüpfelbeutelmarder

Die Artenvielfalt bleibt auch 2018 weiter unter Druck. Die Naturschutzorganisation WWF stellt in ihrem Living Planet Report 2018 einen 60-prozentigen Rückgang der weltweiten Wirbeltierbestände seit 1970 fest. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Rote Liste um zehntausend bedrohte Tierarten erweitert. Lebensräume werden - auch durch den Klimawandel - zerstört und Ozeane zugemüllt, sodass Ende dieses Jahres fast 27.000 Tierarten als bedroht gelten. Das ist laut Umweltstiftung WWF ein neuer Negativrekord, der fast 30 Prozent aller untersuchten Arten betrifft. Der WWF stellte eine Liste von Tieren zusammen - dabei gibt es nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner unter den Tierarten.

Gewinner 2018: der Waldrapp

Der Waldrapp gehört zu den Gewinnern. Er wird wieder in Deutschland angesiedelt.

Der Waldrapp gehört zu den Gewinnern. Er wird wieder in Deutschland angesiedelt.

Eine Schönheit ist der Waldrapp nicht gerade, trotzdem wurde er im 17. Jahrhundert gejagt - und gegessen. Denn er galt als ausgesprochene Delikatesse, sodass er in Mitteleuropa ausgestorben war. Nun soll er wieder angesiedelt werden. Bis Ende 2019 sollen 120 Waldrappe zwischen nördlichem Alpenvorland und Toskana ziehen. Da erwachsene Leittiere im Moment noch fehlen, flogen erste Exemplare mit einem Leichtflugzeug als Navigationshilfe vom Bodensee ins italienische Winterquartier.

Gewinner: der Bienenfresser

Der Bienenfresser profitiert von der Klimaerwärmung

Der Bienenfresser profitiert von der Klimaerwärmung

Anders als der Waldrapp punktet der Bienenfresser durch sein hübsches Aussehen. Der farbenfrohe Vogel frisst nicht nur Bienen, sondern auch allerlei andere Insekten. Seine Zunahme im deutschen Raum hat allerdings einen bedenklichen Grund: die Klimaerwärmung. Denn der Bienenfresser stammt eigentlich aus dem tropischen und subtropischen Raum.

Gewinner: der Tüpfelbeutelmarder

Tüpfelbeutelmarder bekamen in einem Nationalpark Nachwuchs.

Tüpfelbeutelmarder bekamen in einem Nationalpark Nachwuchs.

Die niedlichen Tüpfelbeutelmarder lebten in einem begrenzten Raum in Australien. Dort sind sie vor rund 50 Jahren ausgestorben, denn importierte Feinde wie Füchse und vermutlich Krankheiten setzten ihnen zu. Danach fand man sie nur noch in Tasmanien. In diesem Jahr wurden in einem Projekt Tüpfelbeutelmarder in einen australischen Nationalpark umgesiedelt - mit Erfolg. Der erste Nachwuchs kam im Sommer zur Welt.

Gewinner: der Tiger

Der Bestand der Tiger in Nepal wächst.

Der Bestand der Tiger in Nepal wächst.

Der Bestand der Tiger in Nepal war im Jahr 2009 auf nur noch 120 Exemplare gesunken. Nepal zog mit zwölf anderen Staaten die Notbremse und richtete Schutzzonen für den bedrohten Tiger ein. Mit Erfolg: In Nepal hat sich der Bestand nach Zählung in drei Nationalparks mit 230 Exemplaren fast verdoppelt. Für ganz Asien ist die Bilanz nicht so positiv. Von ehemals 100.000 Tigern gibt es momentan nur noch 3.900.

Verlierer 2018: der Hering

Der Bestand des Herings nimmt immer mehr ab.

Der Bestand des Herings nimmt immer mehr ab.

Ein Allerweltstier wie der Hering auf der Liste der bedrohten Arten? Überfischung und Klimawandel machen es möglich. Der Klimawandel führt, so Vermutungen, zu einer Veränderung der Ostsee, sodass der Hering Nachwuchsmangel hat. "Der Hering wird damit zu einem Symbol der Klimakrise und ihren ökologischen wie ökonomischen Folgen", sagte WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Die EU-Fischereiminister haben die erlaubte Fangmenge um die Hälfte reduziert - nicht genug, wie der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) meint. Experten zweifeln daran, dass sich der Heringsbestand so erholen kann.

Verlierer: das Nördliche Breitmaulnashorn

Das Nördliche Breitmaulnashorn "Sudan" war das letzte Exemplar seiner Unterart.

Das Nördliche Breitmaulnashorn "Sudan" war das letzte Exemplar seiner Unterart.

Das ist "Sudan" - ein männliches Nördliches Breitmaulnashorn, das letzte seiner Unterart. Er starb im März 2018, ohne Nachkommen hinterlassen zu haben. Nun sind nur noch zwei Weibchen übrig, die keinen Nachwuchs bekommen können. Wissenschaftler wollen nun mit Eizellen der Weibchen, eingefrorenen Spermien von "Sudan" und einer Leihmutter einer anderen Nashornart Nachwuchs züchten.

Verlierer: der Amazonas -Flussdelfin

Die Amazonas-Flussdelfine gelten als stark gefährdet.

Die Amazonas-Flussdelfine gelten als stark gefährdet.

Lange Zeit war nicht klar, ob die schönen, rosafarbenen Amazonas-Flussdelfine immer seltener werden, denn es fehlte an verlässlichen Daten. Nun ist es gewiss: Die Delfine sind stark gefährdet. Auch hier sind die Ursache Fischerei, Umweltgifte und die Zerstörung des Regenwaldes.

Verlierer: der Tapanuli-Orang-Utan

Der Tapanuli-Orang-Utan ist die seltenste Menschaffenart auf der Welt.

Der Tapanuli-Orang-Utan ist die seltenste Menschaffenart auf der Welt.

Der Tapanuli-Orang-Utan wurde erst 2017 als eigene Art beschrieben. Er ist mit nur noch 800 Tieren auf Sumatra die seltenste Menschenaffen-Art der Erde. Plantagen, Goldminen und ein geplanter Mega-Staudamm nagen am verbliebenen Lebensraum von rund 1.000 Quadratkilometern, der damit nur wenig größer als Berlin ist.