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Das Abitur beginnt: So entstehen die Prüfungsaufgaben | BR24

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In Bamberg haben Unbekannte die Aufgaben fürs Deutsch-Abitur gestohlen. Sie knackten einen Tresor im Kaiser-Heinrich-Gymnasium. Jetzt bekommen alle Schüler in Bayern Ersatzaufgaben.

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Das Abitur beginnt: So entstehen die Prüfungsaufgaben

Heute startet das Abitur in Bayern. Nach dem Diebstahl von Aufgaben in einem Gymnasium in Bamberg hat Kultusminister Piazolo beruhigt: Es stünde Ersatz zur Verfügung - aber wie entstehen die Prüfungen eigentlich?

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Daumen drücken und Ruhe bewahren heißt es in den kommenden Tagen für rund 35.000 Gymnasiasten in Bayern: Heute starten die Abiturprüfungen. Zunächst schreiben die Schülerinnen und Schüler die Aufgaben im Fach Deutsch. Kommende Woche folgen die schriftlichen Arbeiten in Mathematik (26. Mai) und im dritten Abiturprüfungsfach (29. Mai).

Die mündlichen Prüfungen sind von 15. bis 26. Juni angesetzt. Anstrengend ist das nicht nur für die Abiturienten, sondern auch für die Prüfer, die die Aufgaben stellen.

Aufwändig und anspruchsvoll

Eine Abiturprüfung entsteht innerhalb eines mehrstufigen Verfahrens. Als erstes werden die Gymnasien vom Kultusministerium beauftragt, Lehrer auszuwählen, die Prüfungsentwürfe für einzelne Fächer entwickeln.

Diese Prüfungsentwürfe müssen den sogenannten "Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung" (EPA) entsprechen. Ein Rahmen, auf den sich die Kultusminister der Bundesländer vor einiger Zeit geeinigt haben. Er soll dazu beitragen, dass das Abitur in den einzelnen Bundesländern ein vergleichbares Niveau bekommt. Einheitlich sind etwa den Umfang der Prüfung, zeitliche Vorgaben und die erlaubten Hilfsmittel.

Der Aufwand für die Erstellung von Aufgabenentwürfen ist also enorm und kann mehrere Tage dauern. Denn nicht nur die Fragen, sondern auch die möglichen Antworten und der Erwartungshorizont müssen im Detail aufgesetzt werden.

Ein Fach - mehrere Varianten

Die Vorschläge der Lehrkräfte werden schließlich am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) überprüft - und zu den finalen Abituraufgaben weiterentwickelt.

Grundsätzlich fertigen die Experten in der Behörde mehrere Varianten der Aufgaben. Diese kommen zum Einsatz, wenn Schüler krank werden - und das Abi nachschreiben müssen. Auf diese Ersatzprüfungen greifen die Schulen nun auch im Falle des Diebstahls der Prüfungen zurück.

Sonderfall "Corona-Pandemie"

Allerdings gibt es im Corona-Schuljahr eine Besonderheit: Die Kultusministerkonferenz hatte sich vor einigen Jahren auf einen gemeinsamen bundesweiten Aufgabenpool geeinigt. Das heißt: Die Abiturprüfungen werden zumindest teilweise aus bundesweit vergleichbaren Aufgaben bestückt.

Da die Abiturprüfungen aufgrund der Coronakrise aber in diesem Jahr nicht zeitgleich stattfinden können, hat die Kultusministerkonferenz den Ländern genehmigt, ausnahmsweise nicht die länderübergreifenden Aufgaben verwenden zu müssen.

Prüfungsklau ohne Konsequenzen - für die Abiturienten

Um die Prüfungen hatte es in den vergangenen Tagen große Aufregung gegeben. Einbrecher hatten aus dem Tresor eines Gymnasiums in Bamberg die Aufgaben für das Deutsch-Abitur gestohlen. Die Schüler in Bayern bekommen deshalb nun Ersatzaufgaben, die für solche Fälle vorbereitet wurden. Kultusminister Piazolo hatte die Jugendlichen beruhigt. Die Prüfungen könnten wie geplant stattfinden.

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