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Das A bis Z der Diesel-Manipulation | BR24

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NEFZ? RDE? WLTP? Es gibt viele Fachbegriffe rund um den Dieselskandal. Wir bringen ein wenig Licht ins Dunkel.

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    Das A bis Z der Diesel-Manipulation

    Defeat Device, Musterfeststellungsklage, WLTP? Im Dieselskandal tauchen immer wieder technische und behördliche Fachbegriffe auf, mit denen nicht jeder etwas anfangen kann. Hier gibt es kurze Erklärungen dazu.

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    Abgasnorm

    Eine Abgasnorm (z. B. die Euro-Norm) legt für Kraftfahrzeuge Grenzwerte für den Ausstoß von Luftschadstoffen fest. In der EU gelten Grenzwerte unter anderem für Stickoxide (NOx). Die Grenzwerte unterscheiden sich dabei sowohl nach der Art des Motors (Otto- oder Dieselmotor) als auch nach Kraftfahrzeugtyp (Pkw, Lkw, Motorräder oder Mopeds). Sie werden immer wieder verschärft. Während nach der Euro-4-Norm bei Diesel-PKW noch 250 mg/km Stickoxide erlaubt waren, waren es bei der Euro-5-Norm noch 180 mg/km. Seit 2014 gelten Euro-6-Normen, wonach nur noch 80 mg/km zugelassen sind.

    AdBlue

    Eine einfache Mischung aus künstlichem Harnstoff und Wasser. In Kombination mit einem speziellen Katalysator können Stickoxide, die beim Verbrennen von Diesel entstehen, unschädlich gemacht werden. Bis zu 90 Prozent der Schadstoffe lassen sich so neutralisieren.

    CARB

    Die kalifornische Umweltbehörde "California Air Resources Board" ist eine Regierungskommission des US-Bundesstaats Kalifornien. Die CARB ist international bekannt für strenge Gesetzesvorschläge zur Luftreinhaltung und führt immer wieder unangekündigte Abgas-Tests an Fahrzeugen durch.

    "Clean Diesel"

    Mit dem Slogan "Clean Diesel" wollte Audi vor allem den US Markt erobern. Auf der Motorshow in Detroit stellte der Konzern 2007 eine neue, umweltfreundliche Diesel-Technik vor. Mit einer Flüssigkeit namens AdBlue (eine Mischung aus Harnstoff und Wasser) sollten die gefährlichen Stickoxide von Dieselautos unschädlich gemacht werden.

    Defeat Device / "Unzulässige Abschalteinrichtung"

    Mit Defeat Device ist Software in der Motorsteuerung gemeint, die dafür sorgt, dass Dieselautos auf dem Prüfstand sauberer erscheinen als sie im Normalbetrieb auf der Straße dann letztendlich sind. Technisch kann dies auf verschiedenen Wegen erreicht werden.

    EPA

    Die US-amerikanische Umweltschutzbehörde EPA oder USEPA (United States Environmental Protection Agency) ist eine Behörde der Regierung der Vereinigten Staaten für Umwelt- und Gesundheitsschutz. Die EPA machte am 18.9.2015 bekannt, dass der VW-Konzern bei Diesel-Fahrzeugen in den USA unzulässige Abschalteinrichtungen eingesetzt hat und brachte damit den Abgasskandal mit internationalen Folgen in der ganzen Autobranche ins Rollen.

    Kraftfahrt-Bundesamt

    Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ist eine für den Straßenverkehr zuständige Behörde und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstellt. Es ist unter anderem dafür zuständig, die Rechtskonformität der Fahrzeuge sicherzustellen. Hauptsitz der Behörde ist Flensburg, Präsident ist seit 2004 Ekhard Zinke.

    Katalysator

    Durch einen Fahrzeug-Katalysator werden die Schadstoffemissionen im Abgas reduziert. Beim Diesel ist es der sogenannte SCR-Katalysator (selective catalytic reduction). Mit dem Begriff der selektiven katalytischen Reduktion wird eine Technik zur Reduktion von Stickoxiden in Abgasen von Verbrennungsmotoren bezeichnet, die mit der Einspritzung von künstlichem Harnstoff (siehe AdBlue) funktioniert.

    Musterfeststellungsklage gegen VW

    Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat in Kooperation mit dem ADAC am 1. November 2018 gegen die Volkswagen AG Klage eingereicht. Verbraucher sollen so ihren Anspruch auf Schadenersatz leichter durchsetzen können. An dem Musterverfahren beteiligen sich (Stand Juni 2019) über 420.000 VW-Kunden. Als erster Verhandlungstermin vor dem OLG Braunschweig wurde der 30. September 2019 festgesetzt, bis dahin kann man sich der Klage noch anschließen. Es geht nur um "kleinere" Motoren, also 1.2l, 1.6l und 2.0l, die in Fahrzeugen von VW, Audi, Seat und Skoda eingesetzt wurden.

    NEFZ

    Der Prüfzyklus NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) war in der EU bis 2017 für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, Elektrohybrid-Antrieb sowie reine Elektrofahrzeuge vorgeschrieben. NEFZ hat sich im Rahmen des Abgasskandals als ungenügend herausgestellt und wurde zum November 2017 durch WLPT abgelöst.

    RDE

    Der Begriff RDE (Real Driving Emissions) beschreibt das reale Abgasemissionsverhalten im alltäglichen Gebrauch. Das RDE-Prüfverfahren soll Auskunft über das tatsächliche Emissionsverhalten von Fahrzeugen im Betrieb auf der Straße geben. Das Verfahren gilt in der EU seit dem 1. September 2017 und wurde seitdem mehrfach angepasst.

    Stickoxide

    Sammelbezeichnung für verschiedene gasförmige Verbindungen, die aus den Atomen Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) aufgebaut sind. Vereinfacht werden nur die beiden wichtigsten Verbindungen Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) dazu gezählt.

    Stickoxide gehören zu den so genannten reaktiven Stickstoffverbindungen, die zu einer Vielzahl von negativen Folgen für die Gesundheit und Umwelt führen können. Stickoxide tragen zudem zur Feinstaubbelastung bei.

    WLTP

    Das international einheitliche Test-Verfahren WLTP (World Harmonized Light Vehicle Test Procedure) ist seit dem 1. September 2018 für alle Neuzulassungen in der EU verpflichtend. Es soll dafür sorgen, dass Herstellerangaben zu CO2-Ausstoß und Kraftstoffverbrauch realistischer werden.