Der Blauhai gehört zur Familie der Requiemhaie.
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Der Blauhai endet oft als Beifang in Netzen und gilt als gefährdet .

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    Darum stehen jetzt mehr Hai-Arten auf der Artenschutz-Liste

    Darum stehen jetzt mehr Hai-Arten auf der Artenschutz-Liste

    Gefährdet statt gefährlich: Haie sind vom Aussterben bedroht, besonders durch Fischfang. Bei der internationalen CITES-Artenschutzkonferenz in Panama konnte jetzt ein großer Erfolg erzielt werden: 60 Haiarten werden erstmals unter Schutz gestellt.

    Der Mensch ist die größte Bedrohung für den Hai. Vor allem die Überfischung der Meere gefährdet die Tiere weltweit. Sie werden wegen ihrer Flossen und ihres Fleisches gejagt, international gehandelt und landen häufig als Beifang im Netz. Der Bestand fast aller Hochseehaie ist in den letzten 50 Jahren um mehr als 70 Prozent gesunken. Obwohl viele Arten stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht sind, waren bisher nur wenige Haiarten von Artenschutzabkommen geschützt.

    Nur noch nachhaltiger Handel zum Schutz der Haie

    Auf der Weltartenkonferenz in Panama City gab es lange Diskussionen über den Schutz dieser Meerestiere. Fischereinationen wie Japan, Kanada, Indonesien und Peru wollten den Schutz auf wenige Haiarten beschränken. Vor allem die Aufnahme des kommerziell wichtigen Blauhais in die Artenschutzliste war umstritten. Schließlich setzte sich der Vorschlag eines Länderbündnisses um Panama und die EU bei der Abstimmung durch. In Zukunft sollen 54 Requiemhaie und sechs Hammerhaie in "Appendix II" der CITES-Listen aufgenommen werden. Sie dürfen dann nur noch nachhaltig gehandelt werden.

    Zum Schutz von Geigenrochen soll noch ein weiterer Vorschlag diskutiert werden. Wenn auch dieser angenommen wird, würden laut IFAW, dem Internationalen Tierschutzfonds, künftig fast alle Hai-Arten, die wegen ihrer Flossen international gehandelt werden, unter der Kontrolle des Artenschutzabkommens stehen. Bisher seien es nur 25 Prozent.

    Schutz von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten

    CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) ist eines der bedeutendsten internationalen Naturschutzabkommen. Das Abkommen wurde 1973 in Washington geschlossen, mittlerweile haben 184 Staaten den Vertrag unterzeichnet. Das Ziel ist, den Handel mit gefährdeten Arten zu regeln. Die Konferenzen der Vertragsstaaten finden alle drei Jahre statt. Seit dem 14. November läuft in Panama City die 19. Artenschutzkonferenz, die am 25. November zu Ende geht.

    Finale Abstimmungen nächste Woche

    Neben der Entscheidung für den besseren Schutz der 60 Haiarten wurde am Donnerstag auch der Schutz von 120 Baumarten verbessert. Insgesamt soll auf der Tagung in Panama der nachhaltige Handel mit 600 Wildarten geregelt werden. Kommende Woche, in den letzten beiden Tagen der Konferenz, müssen alle Entscheidungen im Plenum der Konferenz noch bestätigt werden.

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