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Coronavirus: Das sollten Sie über die Lungenkrankheit wissen | BR24

© dpa-Bildfunk / Miguel Candela

Auch in Hongkong haben sich die ersten Menschen mit dem Coronavirus infiziert. China sperrt nun Städte, um die Ausbreitung zu verhindern.

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    Coronavirus: Das sollten Sie über die Lungenkrankheit wissen

    Schwere Atemwegserkrankungen und hohes Fieber: Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem neuartigen Coronavirus aus China, über 100 Personen sind an der neuen Lungenerkrankung gestorben. Was ist über den Erreger bekannt und wie gefährlich ist er?

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    Mit drastischen Maßnahmen versucht China ein Ausbreiten des neuen Coronavirus zu verhindern. Inzwischen wurden 18 Städte praktisch abgeschottet. 106 Menschen kamen durch die neuartige Lungenkrankheit ums Leben, bei mehr als 4.500 Menschen wurde die Erkrankung nachgewiesen, bei etwas weniger als Tausend ist der Zustand kritisch. Fragen und Antworten zu Übertragungsweg und Ausbreitung.

    Was ist das neue Coronavirus?

    Der neue Erreger gehört zum Stamm der Coronaviren. Harmlose Typen führen oft nur zu leichten Erkältungen. Das neue Coronavirus hingegen kann zu schweren Atembeschwerden, Lungenentzündungen und hohem Fieber führen. Gefährlich werden kann das Virus für ältere und kranke Menschen, ähnlich wie bei einer Grippe. Ein tödlicher Verlauf hat sich, bisherigen Berichten zufolge, immer dann ergeben, wenn Vorerkrankungen im Spiel waren.

    Woher kommt das Virus?

    Die chinesische Metropole Wuhan gilt als Ausgangspunkt des Virus. Es wurde Gesundheitsexperten zufolge zunächst von Wildtieren übertragen, die auf einem Tiermarkt in Wuhan illegal verkauft wurden. Erstmals trat es im Dezember auf.

    Wie überträgt sich die Krankheit?

    Wie alle Coronaviren wird auch der neue Erreger in den meisten Fällen zwischen Tier und Mensch übertragen. Nun hat die chinesische Regierung allerdings bestätigt, dass das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen wird. Angenommen wird, dass das Coronavirus durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten übertragen wird. Das Virus soll sich aber vor allem in den unteren Lungenbereichen ansiedeln und weniger in den oberen Atemwegen. Das würde ein geringeres Ansteckungspotenzial bedeuten, da der Weg von Lunge zu Lunge weiter ist als etwa von Nase zu Nase.

    Wie viele Personen haben sich schon infiziert?

    Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Chinesen nimmt täglich zu. Mittlerweile gibt es rund 4.500 Infizierte. Die meisten Erkrankten kommen aus der chinesischen Provinz Hubei. Die Zahl der Menschen, die durch das neuartige Coronavirus in China ums Leben gekommen sind, ist inzwischen auf 106 gestiegen.

    Wo haben sich Menschen bisher angesteckt?

    Mit Abstand die meisten Infizierten gibt es in China. Außerhalb Chinas gibt es mehr als 45 Erkrankte. Mittlerweile gibt es Infizierte in den USA, in Japan, Südkorea, Thailand, Singapur und Vietnam. Seit Freitag gibt es auch mindestens drei Infektionsfälle in Frankreich - und nun auch in Bayern. In fast allen Fällen handelt es sich um chinesische Touristen oder Menschen, die Wuhan besucht hatten.

    Was wissen wir über den Coronavirus-Fall in Bayern?

    Der Corona-Fall in Bayern ist wohl der erste Fall einer Mensch-zu-Mensch-Ansteckung außerhalb Asiens. Bei dem Erkrankten handelt es sich um einen 33 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Landsberg. Der Mann ist Mitarbeiter der Firma Webasto im Landkreis Starnberg und hatte an einer Schulung teilgenommen, bei der auch eine Kollegin aus dem Werk des Unternehmens in Shanghai gewesen war. Die Frau habe vor ihrer Reise nach Bayern Besuch von ihren Eltern aus der Region Wuhan gehabt, die besonders vom Coronavirus betroffen ist. Der Mitarbeiter, der im Landkreis Landsberg lebe, habe am Wochenende grippeähnliche Symptome gehabt, sei aber am Montag zur Arbeit erschienen. Sein Arbeitgeber habe ihn dann im Wissen um die Erkrankung der Kollegin aus China zum Arzt geschickt, wo das Virus festgestellt worden sei. Der Mann wird im Klinikum Schwabing behandelt. Laut seinem behandelnden Arzt Professor Dr. Clemens Wendtner geht es dem Patienten augenblicklich sehr gut. Er sei wach, ansprechbar und fieberfrei.

    Was hilft gegen das Virus?

    Bei betroffenen Patienten können die Symptome bisher nur mit gängigen Medikamenten behandelt werden. Chinesische Wissenschaftler äußerten sich besorgt über den neuen Typ von Virus: "Die Entwicklung spezifischer Medikamente und Impfstoffe gegen den neuen Erreger könnte Jahre brauchen", zitierte das Staatsfernsehen Experten. Die chinesischen Behörden wollen die Erkrankten nun schnell erkennen und isolieren. Mittlerweile gibt es einen verlässlichen Test, mit dem die Krankheit diagnostiziert werden kann. Dass einfache Atemmasken einen guten Schutz vor dem Virus bieten, wird von Experten angezweifelt.

    Wie verhindert China die Ausbreitung des Virus?

    China will die Ausbreitung der Lungenkrankheit durch strenge Schutzmaßnahmen verhindern. Die Behörden riegelten deshalb die Elf-Millionen-Metropole Wuhan in der Provinz Hubei ab. Auch in anderen Metropolen wurde der öffentliche Verkehr sowie Zugverbindungen eingestellt. Damit sind inzwischen landesweit rund 50 Millionen Menschen von Quarantäne oder Vorsichtsmaßnahmen betroffen. In Wuhan wird derzeit im Schnellverfahren ein neues Krankenhaus zur Behandlung von Infizierten gebaut.

    Was hat das neuartige Coronavirus mit der SARS-Pandemie zu tun?

    Viele Mediziner vergleichen das neue Virus mit dem SARS-Erreger. SARS steht für "Severe Acute Respiratory Syndrome", also "Schweres Akutes Atemwegssyndrom". Bei der SARS-Pandemie 2002/2003 war der Ausbruch anfangs vertuscht worden, was eine schnelle Reaktion verhindert und die Verbreitung begünstigt hatte. Von China ausgehend brach eine weltweite Pandemie mit 8.000 Infizierten aus, etwa 800 Menschen starben.

    Befinden wir uns in einer globalen Notlage?

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entschied am Donnerstag, noch keine globale Notlage auszurufen. Dafür sei es noch zu früh, sagte der Vorsitzende des Beratergremiums, Didier Houssin. Doch werde die Lage ernst genommen und der Ausbruch "in jeder Minute an jedem Tag" beobachtet, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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