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Corona-Mutationen: Wie gefährlich sind sie? Was sind die Folgen?

In Großbritannien haben mutierte Coronaviren die Lage dramatisch verschärft. Auch hierzulande sind die Corona-Mutanten nachgewiesen worden. Doch welche Gefahr geht von ihnen aus? Dazu haben sich Experten im BR24Live geäußert.

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Von
  • Martin Plank

Die Mutationen des Coronavirus SarsCoV2 breiten sich in vielen Ländern aus. In rund 50 Ländern wurden sie bereits nachgewiesen, auch in Bayern ist die britische Variante einer Corona-Mutation längst angekommen. Die Mutation soll ansteckender sein als das ursprüngliche Coronavirus. Die Virus-Variante wird in Großbritannien sogar dafür verantwortlich gemacht, dass die Kliniken kurz vor dem Kollaps stehen.

Und diese eine neue Variante ist nicht die einzige: Auch eine Mutation aus Südafrika verbreitet sich immer weiter. 16 Fälle der britischen Variante seien bislang in Deutschland nachgewiesen, vier Fälle aus Südafrika, berichtet Lothar Wieler, der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI).

Sind die Coronavirus-Mutationen gefährlicher?

Im BR24Live stellte BR-Wissenschaftsredakteurin Jeanne Turczynski klar: Virus-Mutationen sind normal. Bekannt seien inzwischen etwa 1.200 Varianten. Die Frage sei allerdings immer: Ist die Mutation gefährlicher? Und dabei zeigt sich bei dem "britischen Virus": Die Krankheit scheint bei Betroffenen nicht schwerer zu verlaufen.

Allerdings - so BR-Expertin Turczynski - die Mutation ist ansteckender, das Virus wird also leichter übertragen. In Bezug auf den sogenannten R-Wert (wie viele Menschen steckt ein Infizierter durchschnittlich an) würde das bedeuten: Ist der R-Wert zum Beispiel bei 1 (1 Infizierter steckt 1 weiteren Menschen an) bedeutet eine um 50 Prozent höhere Ansteckungsrate: Der R-Wert seigt auf 1,5 (10 Infizierte stecken 15 weitere an). Und diese Zahlen, so Turczynski, potenzieren sich im Laufe der Zeit schnell.

Die BR-Wissenschaftsredakteurin verweist darauf, dass die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln den besten Schutz auch gegen die Virus-Mutationen bieten. Das Wichtigste: Kontakte reduzieren, vor allem in Innenräumen.

Spinner sieht FFP2-Maskenpflicht kritisch

Darauf setzt im BR24Live auch der Infektiologe Dr. Christoph Spinner vom Münchner Klinikum Rechts der Isar. Sein Tipp: Masken tragen und Kontakte reduzieren. Kritisch sieht der Mediziner die Pflicht, FFP2-Masken im Einzelhandel und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen, wie sie ab Montag in Bayern gilt.

Das richtige Anlegen und Tragen dieser speziellen Masken müsse gelernt sein. Denn nur bei richtigem Sitz schütze die Maske. Das Atmen falle damit eindeutig schwerer. Deshalb befürchtet Spinner, dass die Maske zu locker angelegt wird und der mögliche Schutz dadurch verloren geht. Bartträger hätten ohnehin Probleme, ebenso Ältere und Kranke.

Spinner erwartet durch die FFP2-Maskenpflicht kaum Auswirkungen auf den Pandemieverlauf, zumal es im Einzelhandel ohnehin schon strenge Hygieneregeln gebe.

Virus-Mutationen teil der Überlebensstrategie

Spinner erläutert zu den Virusmutationen: Diese sind Teil der Überlebensstrategie. Durch Veränderungen kann das Virus auf neue Situationen reagieren. Sind sie von Vorteil (für das Virus), setzt sich die neue Variante durch.

Bei allen Viren, etwa auch bei den Grippe-Viren, gibt es regelmäßig Mutationen. Die Impfstoffe werden bei der Influenza darum auch immer wieder angepasst. Die bisher zugelassenen Corona-Impfstoffe können nach dem aktuellen Wissensstand aber auch die neue Virus-Variante bekämpfen.

Durch die infektiösere Variante, so Spinner, könnte sich die Pandemie beschleunigen. Der Druck auf die Kliniken würde wachsen. Allerdings gibt es auch nach dem Wissen des Infektiologen bisher keine Hinweise darauf, dass es durch die Mutationen zu schwereren Krankheitsverläufen kommt. Laut Spinner sind weitere Mutationen zu erwarten, die aber nicht zwangsläufig gefährlicher sein müssen.

Politik könnte mit härterem und längerem Lockdown reagieren

Auch im politischen Berlin ist die Sorge wegen der Coronavirus-Mutationen groß, wie Haupstadtstudio-Korrespondentin Barbara Kostolnik im BR24Live erläutert. Deshalb werden jetzt auch schon noch schärfere Maßnahmen nicht ausgeschlossen. Die Rede ist von einem härteren und längeren Lockdown.

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Inzwischen gibt es in Deutschland Corona-Mutationen, die aus Großbritannien und Südafrika eingeschleppt wurden. Diese gelten als noch ansteckender. Auch in Bayern wurden bereits erste Fälle nachgewiesen.

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