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Corona-Mutationen - was kommt auf uns zu? | BR24

© dpa-Bildfunk

Eine Mitarbeiterin des Landesgesundheitsamts pipettiert Coronaproben.

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    Corona-Mutationen - was kommt auf uns zu?

    Besonders ansteckende Corona-Mutationen breiten sich weiter aus. Auch in Bayern wurden bereits Infektionen mit einer neuen Variante nachgewiesen. Was kommt auf uns zu? Was wissen wir bisher über Mutationen des Coronavirus?

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    Von
    • Barbara Kostolnik
    • Irina Schroll

    In 50 Ländern wurde sie bereits nachgewiesen, auch in Bayern ist die britische Variante einer Corona-Mutation längst angekommen. Berichten zufolge soll die Mutation ansteckender sein als das ursprüngliche Coronavirus. Die Virus-Variante wird in Großbritannien sogar dafür verantwortlich gemacht, dass die Kliniken kurz vor dem Kollaps stehen.

    Bislang 20 Fälle von Corona-Mutationen in Deutschland

    Und diese eine neue Variante ist nicht die einzige: Auch eine Mutation aus Südafrika verbreitet sich immer weiter. 16 Fälle der britischen Variante seien bislang in Deutschland nachgewiesen, vier Fälle aus Südafrika, berichtet Lothar Wieler, der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI).

    Was kommt da auf uns zu? Was wissen wir bisher über Mutationen? Wie gefährlich sind sie? Fragen und Antworten mit Dr. Christoph Spinner vom Klinikum Rechts der Isar, Jeanne Turczynski aus der BR-Redaktion Wissen und Barbara Kostolnik aus dem BR-Hauptstadtstudio Berlin im BR24Live.

    Fast alle Fälle der Mutationen des Coronavirus seien laut Wieler in Verbindung mit Reisen in die oder aus den betroffenen Gebieten zu sehen. Der Appell des RKI-Präsidents: "Wer nicht reisen muss, soll auch nicht reisen."

    Inwiefern bewegt die Angst vor Mutationen die Bundesregierung? Könnte das ein Grund sein, den bundesweiten Lockdown über den 31. Januar hinaus zu verlängern? Darüber haben wir im BR24Live mit Barbara Kostolnik aus dem BR-Hauptstadtstudio in Berlin gesprochen.

    RKI-Präsident warnt vor weiterer Ausbreitung

    Schließlich verbreite sich auch das ursprüngliche Coronavirus immer noch weiter in allen Altersgruppen, auch bei jungen Menschen, warnt Wieler. Zuletzt meldete das RKI einen neuen Höchststand bei den Todeszahlen: In Deutschland sind 1.244 weitere Menschen gestorben, die positiv auf Corona getestet wurden. Die Zahl der Todesfälle erhöht sich damit auf 43.881.

    Besonders betroffen seien die Altersgruppe der über 80-Jährigen. Von den rund 5.200 Patientinnen und Patienten, die auf den Intensivstationen wegen Covid-19 behandelt werden, müssten 90 Prozent bei der Atmung unterstützt werden. In zehn Bundesländern seien mehr als 85 Prozent der Intensivbetten belegt, so der Präsident des Robert Koch-Instituts.

    Darum ist die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland derzeit "wichtiger denn je", so Wieler. Es sei noch nicht abschätzbar, wie sich die Mutationen des Coronavirus verbreiten

    Wie gut schützen FFP2-Masken?

    Wie ist die Lage an den bayerischen Kliniken? Und wie gut schützen uns FFP2-Masken - auch vor Mutationen? Um diese Fragen zu klären, schalten wir im BR24Live zu dem Infektiologen Dr. Christoph Spinner vom Klinikum Rechts der Isar.

    Er hatte zuletzt die FFP2-Maskenpflicht kritisiert, die ab dem 18. Januar in Geschäften und im Personennahverkehr in Bayern gilt. "Damit sie zusätzlichen Schutz bieten, müssen sie dicht sitzend getragen werden, was die Mehrheit der Nutzer schon mit den normalen Masken kaum schafft", gab Spinner zu bedenken.

    Kaum Corona-Tests auf Mutationen geprüft

    In Deutschland wurde vor dem Auftreten der neuen Corona-Varianten bei Tests nur selten auf mögliche Mutationen geachtet. Im Schnitt wurde 2020 nur jeder 900. positive Corona-Test einer solchen Analyse unterzogen. In Großbritannien wurde dagegen bei jedem 20. Ergebnis auch eine Sequenzierung des Erbgutes des Virus vorgenommen. Deshalb gibt es dort genauere Daten zum Ausmaß der Verbreitung.

    Doch die EU-Staaten wollen die Suche nach Mutationen nun ausweiten. Die EU-Seuchenbekämpfungsbehörde ECDC rief "alle Mitgliedstaaten auf, die Entwicklung zu überwachen" und die Entdeckung veränderter Viren an die EU zu melden.

    Müssen wir in Deutschland also mit einer hohen Dunkelziffer rechnen? Schützen die Corona-Impfstoffe auch vor den Mutationen? Auch diese Fragen hat Jeanne Turczynski aus der BR-Redaktion Wissen im BR24Live beantwortetet.

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