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Coronavirus könnte von Fledermäusen oder Schlangen stammen | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Die Weltgesundheitsorganisation WHO verfolgt die Entwicklung rund um das neuartige Corona-Virus ganz genau. Deren Experten waren sich bisher allerdings nicht darüber einig, ob sie den "Internationalen Gesundheits-Notstand" ausrufen sollen.

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Coronavirus könnte von Fledermäusen oder Schlangen stammen

China riegelt die Millionenmetropole Wuhan und weitere Städte ab, um zu verhindern, dass sich das neuartige Coronavirus ausbreitet. Zwei Studien präsentieren nun Theorien, wie der Krankheitserreger auf den Menschen übertragen worden sein könnte.

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Chinesische Wissenschaftler haben die Gensequenz des Coronavirus 2019-nCoV, das sich gerade in China ausbreitet, analysiert und mit anderen Viren verglichen. Ihren Erkenntnissen zufolge könnten Fledermäuse oder Schlangen das Virus übertragen haben. In freier Wildbahn seien Schlangen die wahrscheinlichsten Träger des Virus, heißt es in einer der beiden Studien im "Journal of Medical Virology". Dieses Ergebnis müsse aber durch weitere experimentelle Studien überprüft werden, schreiben die Autoren.

Zwischenwirte wahrscheinlich

Ein anderes Wissenschaftler-Team aus Mitgliedern verschiedener chinesischer Forschungsinstitute suchte ebenfalls nach Ähnlichkeiten des neuen Virus mit anderen Erregern. Es kam zu dem Ergebnis, dass eine enge Beziehung zwischen dem in Wuhan auftretendem Erreger und einem in Fledermäusen auftretenden Virus besteht. Die Studie wurde im Fachmagazin "Science China Life Sciences" veröffentlicht.

"Es wäre die logische und naheliegendste Schlussfolgerung, dass Fledermäuse der natürliche Wirt des Wuhan-CoV sind, auch wenn es wahrscheinlich ist, dass es einen oder mehrere Zwischenwirte bei der Übertragungskaskade von Fledermäusen zu Menschen gab."

Darüber, welche Tiere Zwischenwirte sein könnten, stellten die Wissenschaftler in dem Artikel keine Vermutungen an.

Tiermarkt gilt als Ursprung des Erregers

Die beiden Untersuchungen könnten den chinesischen Behörden bei der Suche nach dem Ursprungsort des neuartigen Coronavirus helfen. Als Ausgangspunkt gilt ein Tiermarkt in Wuhan, auf dem Meeresfrüchte, aber auch exotische Wildtiere wie Füchse, Krokodile, Schlangen und Pfaue verkauft wurden.

Millionenstadt unter Quarantäne

2019-nCoV verursacht mitunter lebensgefährliche Atemwegserkrankungen. Mit dem Erreger steckten sich nach offiziellen Angaben bislang mehr als 600 Menschen an, 17 von ihnen starben. Die meisten Fälle wurden in Wuhan registriert, einige weitere in anderen chinesischen Städten wie Peking sowie in Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan und den USA. Im Kampf gegen das Virus wurde Wuhan mittlerweile unter Quarantäne gestellt.

Wildtiere als Delikatesse

In China wird eine Vielzahl an Wildtieren verspeist, viele gelten als Delikatesse. Der Coronavirus-Typ, der in den Jahren 2002/2003 die gefährliche Atemwegserkrankung SARS verursachte, ging von den Larvenrollern, einer Art der Schleichkatzen, aus. An dem Erreger starben damals 774 Menschen, die meisten in Festland-China und Hongkong.

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